22.08.2018 11:34
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
Zaun, Jubiläum und Abkalbesaison
Esther Schneiter ist zurück auf schweizerbauer.ch. Nach den Blogs aus Neuseeland, von der Alp Meienfall im Diemtigtal und der Alp Pfidertschegg im Eriz, wird Esther in den kommenden Monaten wieder aus ihrem Leben als Lehrerin, Landwirtin und Lernende berichten.

Am 13. August startete auch ich ins neue Schuljahr. Nicht nur für die Schüler und Schülerinnen ist vieles neu, sondern auch für uns Lehrpersonen. Wir unterrichten nun nach dem Churer Modell. Das heisst, dass wir den individuellen Unterschieden noch mehr Rechnung tragen und den Schülern angepasste Lernumgebungen kreieren. Ausserdem wurde das Klassenzimmer umgestellt.

Keine festen Sitzplätze mehr

Die Wandtafel verliert die zentrale Stelle im Unterricht. Sie wird noch fürs Anschreiben von Aufträgen und für Spiele genutzt, lange Texte werden nicht mehr abgeschrieben. Neu bildet der Sitzkreis das Zentrum des Zimmers. Zudem haben wir eine Tischgruppe, die für Erklärungen und Gruppenarbeiten genutzt wird. Die Pulte sind zur Wand gerichtet, eine fixe Sitzordnung gibt es nicht mehr.

Vorbereitung aufs spätere Leben


Wir Lehrpersonen sind der Überzeugung, dass dieses System idealer zur Vorbereitung auf das spätere Berufsleben zugeschnitten ist. Beispielsweise auch in der Landwirtschaft wechselt der Arbeitsplatz ständig. So ist es von Vorteil, wenn die Flexibilität und Selbständigkeit bereits in der Schule trainiert wird.

Rind ausgebüxt

Dass wir in der Landwirtschaft flexibel sein müssen, weiss wohl jeder. Beispielsweise wollten Töbu und ich am Samstag Überzeit abbauen und uns einen ruhigen Nachmittag gönnen. Doch mit der Nachricht unserer Nachbarin, dass ein Sömmerungsrind im hinteren Zugschwand sei, wurde unser Plan zu Nichte gemacht. An der Halfter führten wir das Rind, begleitet von unglaublich vielen Fliegen und Bremsen, den steilen Hang hoch auf die Pfidertschegg. 

Zaun erstellt – wir werden schlauer

Aufgrund der Bauarbeiten wurden am Marchzaun entlang vier Tannen gefällt. Wir glaubten, dass die Rinder diese Stelle nicht passieren würden. Deshalb erstellten wir keinen provisorischen Zaun. Wir wollten warten, bis der Strassenbau weiter fortgeschritten war. Nun wurden wir eines besseren belehrt und handelten, so dass die Rinder künftig bei uns bleiben.

Kleines Jubiläum

Am selben Tag feierten wir ein kleines Jubiläum in kleinem Rahmen. Töbu und ich freuten uns über das einjährige Melken in unserem neuen Stall. Für uns war es ein erfolgreiches Jahr, auf das wir sehr gerne zurückblicken. Ich hoffe, dass ich in einem Jahr gleich positiv auf unser neues Schulsystem zurückblicken kann. Der Start ist aus meiner Sicht jedenfalls geglückt. Und kleine Optimierungen wird es wohl immer geben.
Optimiertes Güllesystem

So auch im neuen Stall. Der Güllekasten musste bis am 15. August geleert sein, denn da sollte eine stärkere Pumpe eingebaut werden. Beim Spülen der über 40 Meter langen Kanäle funktionierte nicht alles ganz nach Wunsch. Nun kann mehr Druck erzeugt werden. 

Letzte Vorbereitungen für die Abkalbesaison


Apropos Druck: Langsam steigt der Zeitdruck, um die letzten Vorbereitungen für die kommende Abkalbesaison vorzunehmen. Denn fünf Rinder sind bereits mehr als neune Monate trächtig. So stehen nebst dem Gülle ausbringen, dem Weiden mähen auch das Bereitmachen der Abkalbebox und Kälberiglus auf dem Arbeitsplan. Ich freue mich sehr und hoffe, dass es allen Tieren nach den Geburten gut geht.

Unser Betrieb

Auf unserem Hof leben im Sommer zirka 25 Kühe (im Winter zirka 40 Kühe), 30 Rinder und 15 Kälber. Der Talbetrieb liegt im Bach, Gemeinde Fahrni. Hier produzieren wir auch das Futter für den Winter. Den Sommer, rund 100 Tage, verbringen wir auf der Alp Fiedersegg im Eriz. Die Tiere grasen nachts auf der Weide. Tagsüber sind sie im Stall, wo sie sich ausruhen können und vor Insekten und der Hitze geschützt sind. 

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