23.05.2019 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
Zaun steht, Gras fehlt
Nach den Blogs aus Neuseeland, von der Alp Meienfall im Diemtigtal und der Alp Pfidertschegg im Eriz, bloggt Esther Schneiter wieder auf www.schweizerbauer.ch. Nun aus ihrem Leben als Lehrerin und Landwirtin. -> Mit Video

Seit meinem letzten Blogeintrag herrscht nicht nur beim Wetter ein Auf und Ab. Auch unsere Zuversicht, dass der Frühling doch noch kommen wird, schwankt hin und her.

Die letzten zwei Samstage kam Urs auf die Pfidertschegg. Er und seine Partnerin waren im Sommer 2017 oben, als wir in Fahrni den Stall neu bauten. Mit ihm geht die Arbeit zügig voran. So haben wir die neue Strasse ausgezäunt, den Waldsaum zurückgeschnitten, die ersten Disteln ausgehakt und vieles mehr.

Zaun fast fertig

Bis auf den Stauffen sind wir mit den festen Zäunen nun fertig. Auf dem Stauffen liegt immer noch so viel Schnee. Das Pfahleinschlagen wäre wohl nur wenig nachhaltig. Rund um die Pfidertschegg haben wir zweifachen Gallagher-Zaun mit festem Eisendraht aufgestellt. Bei den Marchzäune haben wir mit den Nachbarn ein Abkommen, dass jeder ein Stück machen muss.

Auch vier Hauptweiden haben wir so eingezäunt. Während des Sommers werden wir dann weitere Weideunterteilungen mit einfachen Steckpfählen erstellen. Momentan brauchen wir diese jedoch noch in Fahrni. Das ist auch der Grund, wieso wir die angesäten Stellen entlang der neuen Strasse noch nicht ausgezäunt haben.

Neues Zaunsystem


Der Strasse entlang haben wir nun auch Gallagher-Zaun erstellt, aber ein anderes, neues System. Zum einen haben wir nur einen Draht. Zum anderen setzen nicht den sperrigen, dicken Eisendraht ein, sondern einen dünnen, ineinander «gestrickten» Eisendraht, der fast so beweglich ist wie der herkömmliche elektrische Draht aus der Landi.

Der neue Draht soll jedoch winterfest und viel langlebiger sein. Die rund 1,5 Kilometer Zaun entlang der Strasse haben uns, inklusive den neuen langlebigen Akazie-Pfählen, rund 500 Franken gekostet. Das tönt nach sehr viel. Doch der Hersteller verspricht, dass das Material eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahre aufweisen soll. Auf die Jahre überschlagen, ist der Betrag pro Meter aber nicht mehr allzu hoch.

Fertig angesät


Auch haben wir fertig angesät. Die steilen Böschungen oberhalb der Strasse wurden bereits im Herbst mit Hydrosaat besprüht. Die Böschungen unterhalb der Strasse haben wir mit Heublumen, welche wir auf der Bühne zusammengewischt sowie vom Nachbarn erhalten haben, übersät.

Im flacheren Abschnitt hat Töbu vergangenen Donnerstag eine spezielle, standortangepasste Mischung ausgesät (->Video). Ich bin nun gespannt, welche der drei Techniken die nachhaltigste und langlebigste ist.

Erste Silage

In Fahrni haben wir die erste Silage gemäht. Vom Schnee war das Gras teilweise recht auf den Boden gedrückt, auch waren die Fuchsschwänze verblüht. So entschieden wir uns, obwohl noch nicht sehr viel Masse war, das Gras zu mähen.

Von etwas mehr als drei Hektar schauten lediglich 27 Ballen heraus. Gerne hätten wir im ersten Schnitt pro Hektar 10 Ballen. Nun sind die geschnittenen Parzellen gegüllt. Wir rechnen mit einem ergiebigeren zweiten Schnitt.

Immer noch kalt, aber endlich Regen

Irgendwie hält der Frühling immer noch nicht Einzug. Mit Jacke und Mütze mähten wir die Silage. Beim Säen auf der Pfidertschegg war es nur drei Grad warm und der Schnee schmilzt kaum. Nun hat es endlich geregnet, am vergangenen Montag innerhalb 24 Stunden 72 Millimeter.

Wir hoffen nun, dass es wärmer wird und das Gras spriessen kann, denn grün ist es in den Bergen noch nicht. Dennoch werden wir am kommenden Samstag bei einem Kollegen bei der Alpauffahrt mithelfen. Im Gegenzug hilft er uns am 1. Juni, wenn wir endlich hochzügeln werden. 

Unser Betrieb

Auf unserem Hof leben im Sommer zirka 25 Kühe (im Winter zirka 40 Kühe), 30 Rinder und 15 Kälber. Der Talbetrieb liegt im Bach, Gemeinde Fahrni. Hier produzieren wir auch das Futter für den Winter. Den Sommer, rund 100 Tage, verbringen wir auf der Alp Fiedersegg im Eriz. Die Tiere grasen nachts auf der Weide. Tagsüber sind sie im Stall, wo sie sich ausruhen können und vor Insekten und der Hitze geschützt sind.

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