2.05.2013 08:26
Quelle: schweizerbauer.ch - Carlo Schuler
Gesundheit
Zecken: Landwirte sind besonders gefährdet
Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Nach dem kalten Winter wird es dieses Jahr besonders viele Zecken geben. Personen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko sollten sich impfen lassen.

Mit den steigenden Temperaturen wird auch die Zeckengefahr wieder zum Thema. Zecken können verschiedene schwere Krankheiten übertragen. Im Zentrum stehen dabei die Früh-sommer-Meningitis (FSME) und die Borreliose.

Um aktiv zu sein, brauchen diese Plaggeister eine Durchschnittstemperatur von rund sieben Grad Celsius. Die ideale Zeit für die Zecken sind die Monate April bis November. Allzu trocken und allzu heiss haben sie es nicht gerne. Ihren Höhepunkt erreicht die Zeckengefahr im Juni. In kalten Wintern können Zecken gut überleben. Dieses Jahr ist demnach mit besonders vielen Zecken zu rechnen.

Impfung empfohlen

Ob jemand gefährdet ist, mit einer der von Zecken übertragenen Krankheiten infiziert zu werden, hängt davon ab, wie häufig eine Person mit Zecken in Kontakt kommt. Landwirte halten sich praktisch täglich in der Natur auf, teilweise verrichten sie zudem auch Tätigkeiten im Wald. Deshalb gehören sie ebenfalls zum Personenkreis mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt darum insbesondere auch den Landwirten, sich wenn immer möglich impfen zu lassen. Hanspeter Zimmermann, Zeckenexperte beim Bundesamt für Gesundheit, weist auf einen interessanten Aspekt hin. Menschen scheinen unterschiedlich anfällig auf Zeckenbisse zu sein. Den genauen Grund kenne man nicht, aber offenbar gebe es Personen, die mit ihren Ausdünstungen Zecken besonders stark anlocken.

Das Bundesamt für Gesundheit hat eine Karte veröffentlicht, auf der ersichtlich ist, in welchen Gegenden der Schweiz besonders viele Zecken vorkommen, die das Frühsommer-Meningitis-Virus (FSME) in sich tragen. Betroffen sind demnach die Kantone ZH, TG; SH, SG, GR, AG, LU, NW, OW, SZ, UR, ZG; BE, SO, FR; VD; VS und das FL. Eine besondere Häufung ist im Gebiet der Nordostschweiz auszumachen.

Ein Prozent aller Zecken mit FSME infiziert

Zecken können bis auf eine Höhe von rund 1500 Meter ü.M. vorkommen. Man kann sich also auch im voralpinen oder alpinen Raum mit Borreliose anstecken. Für die Bewohner der höheren Berggebiete mag es beruhigend tönen, wenn Hanspeter Zimmermann vom BAG ergänzt, dass Lagen von über 1000 Meter wenigstens in Bezug auf die FSME tendenziell eher unproblematisch seien. Ab dieser Höhe sei bisher noch kaum je ein FSME-Infektionsfall bekannt geworden.

Für die Fachleute ist es aber denkbar, dass sich diese Grenze aufgrund der Klimaerwärmung in den letzten Jahren etwas nach oben verschoben hat. Zimmermann weist zudem darauf hin, dass nur rund ein Prozent aller Zecken bezüglich FSME infiziert sei: «Auch wenn man gebissen wird, hat man also doch eine grosse Chance, dass man selber nicht angesteckt wird.»

Wie schützen?

Der wirksamste Schutz vor der FSME ist die Impfung. Das Tragen von langen Kleidern ist sehr empfehlenswert, bringt ohne Impfung aber nicht genügend Schutz. Oft werden die schmerzlosen Zeckenstiche gar nicht bemerkt. Nach ausgedehnten Aufenthalten in der Natur ist es deshalb empfehlenswert, den ganzen Körper und die Kleidung sorgfältig auf Zecken abzusuchen.

Zecken mögen ganz besonders warme und feuchte Hautpartien, also zum Beispiel Kniekehlen, Innenseite der Oberschenkel, Hals, Nacken und Achselhöhen. Wenn man von einer Zecke gebissen wurde, so empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit, die Zecke möglichst rasch mit einer Pinzette zu entfernen. Wenn nach einem Zeckenstich Symptome auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Krankheitsbilder bei Zeckenbissen

Borreliose: Die Übertragung erfolgt meist durch infizierte Zecken, die menschliches Blut saugen. Erstes Symptom der Erkrankung kann eine örtliche Rötung an der Stichstelle sein. Bei einem Teil der Erkrankten kann es nach Wochen, Monaten oder Jahren zu einem zweiten Stadium kommen, während dem die Gelenke, das Nervensystem, die Haut und seltener das Herz angegriffen werden. Eine Borrelieninfektion kann durch Antibiotika behandelt werden. 

Frühsommer-Meningitis (FSME): Die FSME ist eine Infektionskrankheit, die durch das FSME-Virus hervorgerufen und durch befallene Zecken bei einem Stich übertragen wird. Die FSME ist eine Form der Hirnhautentzündung. 7–14 Tage nach einem Stich durch eine infizierte Zecke kann es bei den Betroffenen zu grippenähnlichen Symptomen kommen.  Bundesamt für Gesundheit

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