27.03.2018 16:06
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Thurgau
Zoff um Motocross bei Zuckerfabrik
Das Thurgauer Verwaltungsgericht muss sich mit dem Motocross Grand Prix (MXGP) of Switzerland beschäftigen. Ein Anwohner hat Beschwerde gegen die Bewilligung der Veranstaltung von Mitte August in Frauenfeld-Gachnang eingereicht.

Die Rennen sollen am 18. und 19. August zum dritten Mal auf der provisorischen Anlage «Schweizer Zucker» stattfinden. Die Veranstalter rechnen mit rund 30'000 Zuschauern, der MXGP Suisse in Frauenfeld zählt zur Motocross-Weltmeisterschaft.

Die MXGP Suisse AG erhielt eine Veranstaltungsbewilligung vom Departement für Justiz und Sicherheit. Die Auflagen betreffen Lärm, Sicherheit, die Boden- und Luftverschmutzung sowie Bauten. So müssen die Organisatoren nach dem Motocross Grand Prix unverzüglich das Gelände, welches sich in der Landwirtschaftszone befindet, wieder instand stellen.

Massive Eingriffe in Umwelt

Anders als etwa im Kanton Zürich wird bei temporären Veranstaltungen wie etwa den Musikfestivals in Frauenfeld und Arbon oder Motocross-Rennen in Amriswil und Frauenfeld im Kanton Thurgau auf die Durchführung eines Baubewilligungsverfahrens verzichtet. Ein Anwohner wehrt sich nun mit einer Beschwerde gegen die Bewilligung des Motocross Grand Prix in Frauenfeld-Gachnang. Der Beschwerdeführer war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Auf eine Beschwerde verzichtet haben die Umweltverbände. «Wir kritisieren aber nach wie vor, dass der Kanton die Veranstaltung ohne ordentliches Baubewilligungsverfahren bewilligt hat», sagt Jost Rüegg, ehemaliger Präsident des WWF Thurgau/Bodensee, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das sei ein gravierendes Versäumnis und dürfe 2019 nicht mehr passieren. «Wir sind nicht generell gegen Motocross Rennen», sagt Rüegg. Der MXGP sei eine Riesenveranstaltung, nicht zu vergleichen mit den Rennen in Amriswil. Die Eingriffe in die Umwelt seien massiv.

Petition für Motocross-Rennen

Am Montag überreichten die Veranstalter dem Thurgauer Regierungsrat eine Petition mit 16'650 Unterschriften. «Wir wollten ein starkes Zeichen für den Motocross-Sport im Kanton Thurgau setzen», sagte OK-Präsident Willi Läderach. Die Veranstaltung mit einem Budget von 1,5 Mio. Franken sei durch die Beschwerde in Gefahr. «Wir haben bereits 500'000 Franken in den Anlass investiert», sagte Läderach.

Läderach ist aber zuversichtlich. Das Thurgauer OK will sich auch für die kommenden Jahre als WM-Veranstalter bewerben, wie es in der Medienmitteilung der MXGP Suisse AG heisst. Demnächst sollen Verhandlungen mit den kommunalen und den kantonalen Behörden stattfinden, damit eine einvernehmliche Lösung gefunden werden könne. 

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