9.04.2015 11:54
Quelle: schweizerbauer.ch - Franz Felder
Kommunikation
Zu Besuch bei Sonja, Konrad und Max
Kuh Sonja, Geissbock Konrad und Hund Max sind die neuen Botschafter von «Gut, gibt’s die Schweizer Bauern». Die drei sind keine Fantasieprodukte, sondern leben auf dem Hof der Familie Hensler in Einsiedeln.

Man kennt sie bestens, und in sozialen Medien sind sie bereits Kult: Braunviehkuh Sonja, Geissbock Konrad und Hofhund Max in ihrem Edelweisslook. Die Tiere überbringen uns auf Plakaten und in Fernsehspots eine Botschaft über «ihre» Schweizer Bauern.

Max ist ein guter Treiber

Ihre richtigen Bauern sind jedoch Urs Hensler und sein Bruder Walter mit seiner Frau Monika und Sohn Peter. Diese bewirtschaften am Bolzberg über dem Klosterdorf Einsiedeln den Milchwirtschaftsbetrieb Beugen. Ein  junger Border Collie begrüsst den fremden Besucher wedelnd auf dem Hofplatz, um sich nachher bei Peter einzuschmeicheln und dort einige Streicheleinheiten abzuholen.

«Max ist ein guter Treiber», weiss Peter über seinen Star zu berichten. Sein Hofhund kann diese Eigenschaft jeweils bei seinen 25 Mutterschafen unter Beweis stellen. Die Weissen Alpenschafe sind auf dem Betrieb für die Beweidung der steilen Hänge zuständig.

Wohlgeformte Hörner

Von seinem Liegeplatz im Kuhstall hat Max eine gute Übersicht über seine 42 Kühe. Im Stall befindet sich auch Sonja, der zweite Star der bäuerlichen Werbekampagne. Sie hat, wie sämtliche Kühe auf dem Hof Beugen, zwei wohlgeformte Hörner. «Damit die Kühe schön geschwungene Hörner bekommen, braucht es einen Hornführer», weiss Urs. Sonja, die Erstmelk-Kuh spitzt aufmerksam die Ohren, wenn jemand ihren Namen ruft. Die Zürcher Werber Karlin haben Sonja «wegen ihrer ausdrucksvollen Kopfform» ausgewählt, erinnert sich Walter.

Tatsächlich ist sie jedoch die kleinste Kuh im Stall und damit lediglich guter Durchschnitt. Der eigentliche Star auf dem Betrieb ist ihre Kollegin Kränzli, welche mit 18 Jahren bereits 14 Kälber zur Welt gebracht hat. Sie erfreut sich noch bester Gesundheit und befindet sich in einer bewundernswerten Kondition. 

Mit Heubelüftung schmackhafteres Futter 

Die Tiere besitzen Brown-Swiss-Blut, doch Henslers Zuchtziel liegt bei der kombinierten Kuh. Auf Beugen ist für den Kälbernachwuchs Stier Godi verantwortlich. Das war schon immer so und wird wohl noch so bleiben. «Wir haben noch nie ein Rind oder eine Kuh über die KB besamt», sagt Walter Hensler seelenruhig. Er verliert dazu keine weiteren Worte, als gäbe es nichts Selbstverständlicheres auf dieser Welt. So sind eben diese Bauern auf Beugen.

Die Werber haben Sonja auf dem Plakat zu Unrecht den wirren Satz: «Gut steckt mein Bauer nur das beste Gras in den Käse» in den Mund gelegt. Tatsächlich wächst in Einsiedeln nicht das beste Gras, denn es gibt in dieser Region viele saure Böden. Um trotzdem das Optimum aus dem Futter herauszuholen, bzw. um die Schmackhaftigkeit des Futters zu verbessern, wurde auf dem Hof eine Warmluft-Heubelüftung angeschafft. Walter, Urs und Peter stecken somit nicht das beste Gras in irgendeinen Käse, sondern legen ihren Tieren das bestmögliche Futter vor. Im Sommer kommen die Kühe auf Alp Stöbrig und die Rinder auf Alp Tritt.

Geissbock Konrad

Der dritte Werbestar auf Hof Beugen ist Geissbock Konrad. Er beaufsichtigt in einem separaten Stall  seine 25 Damen der Saanenrasse. Der lange Winter im Stall hat ihm sein weisses Fell etwas zerzaust, und so ist er gegenwärtig nicht so fotogen wie auf den Plakaten. Doch das wird sich bis Frühjahr ändern wenn er mit seinen Geissen auf die Weide, bzw. später auf die Alp darf.

Sonja, Konrad und Max verkörpern nicht nur in der Werbung das Bild einer vielseitigen und tiergerechten Landwirtschaft,  sondern sie erleben eine solche glücklicherweise täglich.

Betriebsspiegel Hof Beugen

Hof Beugen, Gebrüdergemeinschaft von Walter und Urs Hensler.
Bergzone 2/950 m ü.M
Arbeitskräfte: Walter und Monika Hensler mit Sohn Peter sowie Urs Hensler.
Betriebsfläche: 50 ha
Tiere: 42 Milchkühe, 17 trächtige Zuchtrinder, 14 Jährlinge, 14 Mastochsen, 11 Mastkälber, 25 Geissen für Gitzimast, 25 Auen für Lämmermast. Sämtliche Tiere werden selber aufgezogen.
Sömmerung: Alp Stöbrig (Milchkühe) und Alp Tritt (Jungvieh). Sämtliche Milchkühe werden gealpt.

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