28.05.2018 16:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Thurgau
Zuckerfabrik:Motocross findet statt
Das Thurgauer Verwaltungsgericht ist nicht auf die Beschwerde eines Anwohners gegen die Bewilligung des Motocross Grand Prix (MXGP) Suisse 2018 in Frauenfeld eingetreten. Das Gericht verneinte die Legitimation des Beschwerdeführers.

Deshalb habe sich das Gericht auch nicht zu äussern, ob die Veranstaltung baubewilligungspflichtig sei und die gesetzlichen Vorschriften einhalte, heisst es in der Mitteilung des Thurgauer Verwaltungsgerichts vom Montag. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Bis 30'000 Zuschauer

Das Rennen soll am 18. und 19. August zum dritten Mal auf der provisorischen Anlage «Schweizer Zucker» in Frauenfeld-Gachnang stattfinden. Die Veranstalter rechnen mit rund 30'000 Zuschauern, der MXGP Suisse in Frauenfeld zählt zur Motocross-Weltmeisterschaft.

Die MXGP Suisse AG erhielt eine Veranstaltungsbewilligung vom Departement für Justiz und Sicherheit. Die Auflagen betreffen Lärm, Sicherheit, die Boden- und Luftverschmutzung sowie Bauten. So müssen die Organisatoren nach dem Motocross Grand Prix unverzüglich das Gelände, welches sich in der Landwirtschaftszone befindet, wieder instand stellen.

Nicht in direkter Nachbarschaft

Anders als etwa im Kanton Zürich wird bei temporären Veranstaltungen wie etwa den Musikfestivals in Frauenfeld und Arbon oder Motocross-Rennen in Amriswil und Frauenfeld im Kanton Thurgau auf die Durchführung eines Baubewilligungsverfahrens verzichtet.

Ein Anwohner wehrte sich im März mit einer Beschwerde ans Verwaltungsgericht gegen die Bewilligung für den Motocross Grand Prix in Frauenfeld Gachnang. Das Gericht ist nicht auf die Beschwerde eingetreten. Die vom Beschwerdeführer bewohnte Liegenschaft befinde sich nicht in direkter Nachbarschaft zum Gelände des Motocross-Rennens, heisst es im Entscheid weiter. Der Beschwerdeführer sei von den Immissionen auch nicht in einem stärkeren Ausmass betroffen als die übrigen Personen in der Umgebung des Veranstaltungsortes. Damit ist keine Legitimation für eine Beschwerde gegeben.

Baubewilligungsverfahren gefordert

Die Umweltverbände hatten auf eine Beschwerde verzichtet. Sie kritisierten aber, dass der Kanton die Veranstaltung ohne ordentliches Baubewilligungsverfahren bewilligte. Das sei ein gravierendes Versäumnis und dürfe 2019 nicht mehr passieren. Ende März überreichten die Veranstalter dem Thurgauer Regierungsrat eine Petition mit 16'650 Unterschriften. Man wolle ein starkes Zeichen für den Motocross-Sport im Kanton Thurgau setzen, sagte OK-Präsident Willi Läderach.

Die Veranstaltung mit einem Budget von 1,5 Mio. Franken sei durch die Beschwerde in Gefahr. Der OK-Präsident zeigte sich gegenüber der Nachrichtenagentur sda erfreut, dass der MXGP 2018 durchgeführt werden könne. Das Thurgauer OK will sich auch für die kommenden Jahre als WM-Veranstalter bewerben. Demnächst sollen Verhandlungen mit den kommunalen und den kantonalen Behörden stattfinden, damit eine einvernehmliche Lösung gefunden werden könne, sagte Läderach.

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