5.06.2018 18:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
Zuwachs auf Schneiter’s Hof
Esther Schneiter ist zurück auf schweizerbauer.ch. Nach den Blogs aus Neuseeland, von der Alp Meienfall im Diemtigtal und der Alp Pfidertschegg im Eriz, wird Esther in den kommenden Monaten wieder aus ihrem Leben als Lehrerin, Landwirtin und Lernende berichten.

Fee hat den perfekten Zeitpunkt abgewartet. Weil die Sommerferien auf sich warten lassen, ein Elterngespräch anstand und sowieso viel los war, übernachtete ich vergangene Woche zwei Nächte in Fahrni und Töbu besorgte die Tiere selber auf der Pfidertschegg. Auch tagsüber sind wir meist auf dem Talbetrieb und so waren wir immer etwas nervös, ob nun endlich das lang ersehnte Kalb auf der Welt war.

Doch immer wieder wurden wir enttäuscht. Meine Kuh Fee wartete schön, bis ich oben schlief und gebar ihr wunderschönes Kuhkälbchen direkt vor unserem Fenster. Es ist eben auch eines vom „SF-Mastmuni“, wie schon das letzte Kalb. Für die Kuh ist der Kalbezeitpunkt sicherlich alles andere als ideal. Glücklicherweise sind beide wohlauf. Das Kalb taufte ich Malaga. 

Zu viel Angst um die Feldlärchen

Am zweiten Abend, als wir mit den Kühen oben waren, entdeckte ich direkt vor der Hütte ein Vogelnest von einem Bodenbrüter. Darin lagen vier kleine, halbnackte und schlotternde Vögelchen. Wir waren etwas in Sorge, dass die Eltern ihre Jungen nun nicht mehr füttern, weil sie durch die Kühe und vor allem uns Menschen gestört werden.

Doch mein Vater beruhigte mich, es seien Feldlerchen und ich könne dir Jungen auch auf die Hand nehmen. Tatsächlich wachsen sie stetig und haben nun schon einige Federn. Für ein Foto nahm ich sogar ein kleines Vögelchen auf die Hand, nur kurz, denn es sah nicht gerade glücklich aus.

Fünf Küken sind geschlüpft

Weit weniger Berührungsängste habe ich bei den fünf kleinen Küken, welche am vergangenen Freitag geschlüpft sind. Bereits letztes Jahr hatten wir eine „Gluggere“ (Gluckhenne).

Für mich ist dies ein grosses Wunder, wie aus einem Ei nach nur drei Wochen wärmen und nach perfektem Plan umdrehen Küken schlüpfen, welche bereits Flaum, funktionierende Beinchen und sehende Äugelein haben. 

38 Rinder werden gesömmert

Nebst dem Bestaunen des Nachwuchses wurden sämtliche Flächen, welche wir am vergangenen Wochenende silierten und Heu ernteten gegüllt. Fast so viel Zeit wie das Jauchen, nahm auch das Heimtransportieren der Siloballen in Anspruch, schliesslich waren es 93 Stück. Zudem trieben wir 38 Rinder auf die Pfidertschegg.

Unsere 20 Rinder, 17 davon trächtig, transportierten wir am Donnerstag. Die fremden Rinder kamen, leider ohne meine Anwesenheit, am Freitag. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir so viel Glück und Erfolg haben, wie letzte Woche mit dem vielen Nachwuchs. Wir wünschen uns, dass dies anhält und wir im Herbst alle 64 Tiere gesund und munter wieder von der Pfidertschegg treiben dürfen. 

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