Sonntag, 17. Januar 2021
15.12.2020 19:15
Coronavirus

Corona: Ruf nach schärferen Massnahmen

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Von: sda

Die Corona-Fallzahlen zeigen in der Tendenz schweizweit nach oben. Spitaleintritte und Todesfälle liegen weiter auf hohem Niveau. Spitäler kommen an ihre Belastungsgrenzen. Und die Forderungen nach stärkeren Massnahmen werden immer drängender und lauter.

«Ich hätte heute gerne Optimismus versprüht vor den Feiertagen, aber einmal mehr muss ich den Mahnfinger erheben», sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Medien in Bern. Es gebe deutliche Hinweise, dass die von Bund und Kantonen gesetzten Ziele nicht erreicht würden.

Positivitätsrate 16,3 Prozent

Am Dienstag wurden dem BAG in der Schweiz und in Liechtenstein innerhalb von 24 Stunden 4271 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Gleichzeitig registrierte das BAG 103 neue Todesfälle und 187 Spitaleintritte.

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen (Positivitätsrate) für die vergangenen zwei Wochen lag bei 16,3 Prozent. Im selben Zeitraum wurden pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner 640,4 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet.

«Dritte Welle»

«Wir müssen ernsthaft damit rechnen, dass die Fallzahlen in nächster Zeit wieder deutlich zunehmen werden», stellte Mathys fest. Schweizweit liege die Reproduktionszahl (R-Zahl) aktuell bei 1,13. Das bedeute eine Verdoppelung der Fallzahlen in weniger als einem Monat. Mathys sprach von einer Trendwende im negativen Sinne», die stattgefunden habe. Es sei nur eine semantische Frage, ob man von einer Fortsetzung der aktuellen Welle oder einer dritten Welle spreche.

Mit Verzögerung werde sich der Anstieg der Fallzahlen auf die Spitaleintritte und die Todesfälle auswirken. Um den Druck auf das Gesundheitssystem zu verringern, braucht es laut Mathys nun Massnahmen, die zu einem raschen Rückgang der Fallzahlen führen.

Sehr starke, umfassende schweizweite Massnahmen, vergleichbar mit den Massnahmen im März, braucht es jetzt nach Ansicht von Martin Ackermann, Präsident der wissenschaftlichen Task Force des Bundes.

Forderung nach strengeren Massnahmen

«Das Virus kennt keine Kantonsgrenzen», sagte Ackermann vor den Medien. Besonders mit Blick auf die derzeit bessere Situation in der Westschweiz forderte er zu solidarischem Handeln auf. Nur wenn der R-Wert unter 0,8 sinke und gehalten werden könne, sei eine Besserung in Sicht.

«Der Gedanke an einen Lockdown ist nicht einfach», betonte Ackermann. Aus wissenschaftlicher Sicht wären Massnahmen wie im Frühling je früher desto besser angezeigt. Es brauche umfassende schweizweite Massnahmen. Die Taskforce gebe aber nur Empfehlungen ab, entscheiden müssten das BAG und die Politik. Der Bundesrat will am Freitag allfällige weitere Massnahmen bekanntgeben.

Mathys und Ackermann wiesen auch auf die ernste Lage in den Spitälern hin. Das Personal sei am Limit, und immer mehr dringliche Eingriffe könnten nicht mehr oder nur verzögert durchgeführt werden. Zudem gebe es vermehrt Ansteckungen in Spitälern.

Fehlende Intensivbetten in zehn Kantonen

Bereits zehn Kantone haben derzeit keine freien zertifizierten Intensivbetten, wie Andreas Stettbacher, Delegierter des Bundesrates für den Koordinierten Sanitätsdienst (KSD), vor den Medien erklärte. Es sind dies Zug, Freiburg, Solothurn, Genf, Glarus, Graubünden, Thurgau, Tessin, Waadt und Wallis.

Schweizweit stehen derzeit fast 24’000 Akut- und Intensivbetten zur Verfügung. Von den Akutbetten sind derzeit 16›677 belegt. Die Reserve bei den Akutstationen beträgt aktuell 25 Prozent, und auf den Intensivstationen liegt sie bei 22 Prozent. 839 Intensivbetten sind belegt, davon 57 Prozent von Covid-Patienten.

Reservekapazitäten von 20 Prozent

Reservekapazitäten von rund 20 Prozent bedeuteten eine hohe Belastung auch für das Personal. Mit der rechtzeitigen Verlegung von Intensivpatienten könne deren Behandlung aber sichergestellt werden. «Wir haben noch Reserven, müssen aber dazu Sorge tragen», so Stettbacher. Es sei wichtig die Infektionszahlen zu senken, damit es nicht zu Überlastungen des Gesundheitssystems komme.

Die Schweiz will ihren Weg bei der Zulassung eines Corona-Impfstoffes trotz der absehbaren schnellen Zulassung in den EU-Ländern nicht verlassen. Vorzeitige Impfungen seien keine Lösung, die Sicherheit der Bevölkerung habe Priorität, bestätigte die Heilmittelbehörde Swissmedic auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Seco erstellt mögliche Szenarien

Ackermann betonte, dass es auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll sei, sofort Massnahmen zu ergreifen, um die Fallzahlen zu senken.

Negativ- wie Positivszenarien zur möglichen Erholung der Wirtschaft erstellt hat das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Demnach könnte die Erholung ab Frühjahr 2021 einsetzen oder aber erst Ende 2022 erreicht sein, wie Eric Scheidegger, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik im Seco, feststellte.

Zusätzliche 1,5 Milliarden

Das Parlament hiess am Dienstag die zusätzlichen 1,5 Milliarden Franken, die der Bundesrat für Härtefälle im Kampf gegen die Corona-Krise zur Verfügung stellen will, im Covid-19-Gesetz gut.

Nach dem Willen des Nationalrats soll die Rückzahlungsfrist für Covid-Kredite von fünf auf acht Jahre verlängert werden. Der Ständerat war zuvor dem Bundesrat gefolgt und wollte die Rückzahlungsfrist bei fünf Jahren belassen. Die Dauer der Frist ist die letzte Differenz, die zwischen den Räten bei der Beratung des Solidarbürgschaftsgesetzes noch besteht.

20 Responses

  1. Die Regierungen und Behörden haben Panik geschürt und nicht auf die wirklichen Experten gehört. Die Positivitätsrate von 16% sagt nichts aus, da beim PCR Test, mit 35 bis 45 Zyklen (Ct), mit bis 99% Falschpositiven gerechnet werden kann. Weiter Panik schüren ist der falsche Weg.

    1. Was sollen diese Zahlen, die hier immer als Fakezahlen herumgeboten werden? Sagt die Belegung der Intensivbetten nichts aus? Liegen da nur Falschpositive? Sind die Spitaldirektoren Dummköpfe, die von Sozialisten, Neuheiden, Soros und Bill Gates (und einigen andern wie Merkel, Hillary, Biden, Obama) gesteuert werden? Wenn Du mich fragst sind die Allesleugner und hinter allem eine Verschwörung witternden die eigentlichen Dummköpfe.

      1. Wir haben eine Grippewelle (ob die Grippe Hans-Joachim oder Alfred oder Hermine oder Covid-19 heisst ist sekundär). Durch die Panikmache haben wir mehr Hospitalisationen und Tote. Denn eine Krankheit wird eben nicht nur durch materielle Dinge, wie eben Viren, .. verursacht, sondern gerade durch Panikmachen, durch Masken, durch resistente Keime in den Spitälern, durch die Behandlungsart (nicht individuell, sondern viele Antibiotika, Intubation, ….) verschärft.

        1. Das ist jetzt absoluter Blödsinn. Coronaviren sind keine Grippeviren. Und durch Panikmache, Masken, resistente Keime sind die Intensivbetten noch nicht überfüllt. Aber ich sehe schon: Du lebst in Deiner Blase und kommst da nicht mehr raus. Meine Frau hat auch jahrelang Leute betreut, die ganz real Stimmen gehört haben – nur hat das niemand in ihrem Umfeld auch gehört, was sie aber absolut nicht geglaubt haben. Die Verschwörungstheoretiker und Allesleugner scheinen mir ähnliche Fälle zu sein.

          1. Die sog. Verschwörungstheoretiker sind die einzigen, die wirklich selber denken und auch die Dinge vergleichen und zu verstehen suchen und auch verstehen. Deshalb werden die auch so bekämpft. Der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ wurde nach dem Attentat auf J. F. Kennedy als Kampfbegriff durch die Geheimdienste gegen die Skeptiker des offiziellen Tathergangs geschaffen.
            Wir haben 174 Hospitalisationen und 60 Tote (an oder mit C.)/ 100’000 Einwohner (Stand BAG, 9.12.20). Ist das einen Pandemie?

          2. @Jonas Hartmann: Ich leugne nicht alles. Ich leugne nur die Lügen der Sozialisten, von Soros, …. wie die Evolutionstheorie (guter Tipp: höre Prof. Werner Gitt), die Klimaerwärmung durch CO2, Covid-19-Massnahmen als verhältnismässig und nützlich, …das alles habe ich ja schon ausführlich besprochen und konnte weder von dir noch von anderen widerlegt werden. Dann kommt aus eurer (unbewusst) sozialistischen Blase heraus und stellt euch den wahren Fragen des Lebens.

    2. @Jonas Hartmann: Höre doch auf den kompetenten Virologen Prof. Sucharit Bhakdi. Der hat auch wichtiges zu sagen zur Impfung, dass die nämlich absolut nicht zu empfehlen ist. Prof. Bhakdi ist viel besser qualifiziert als alle Covid-19-Task-Force-Leute des Bundes und vor allem auch als Chr. Drosten und der Tierarzt Wieler vom RKI, auf die die Deutsche Regierung hört – leider.
      Prof. Bhakdi ist übrigens der Sohn eines thailändischen Diplomenten / Botschafters, der in der Schweiz diente.

      1. Auch wieder so ein Blödsinn. Weil Du grundsätzlich allen Dummköpfen bedingungslos glaubst, die die Massnahmen der „sozialistischen“ Regierungen als Blödsinn bezeichnen, sind dies die alleswissenden Experten und diejenigen, die versuchen, dem Problem wissenschaftlich beizukommen, unqualifiziert, dumm und Idioten. Wenn man Deine Aussagen hört, glaubt man kaum, dass wir jetzt im 21. Jh leben und dass es jemals eine Aufklärung gegeben hat.

        1. Warum werden denn die Top-Wissenschaftler wie Sucharit Bhakdi, John Ioannidis, Hendrik Streek, Wolfgang Wodarg, .,.. nicht gehört? Wie kann das erklärt werden, wenn nicht mit einer Verschwörung? Du, Jonas, solltest dich besser informieren!

  2. Und Jonas, ich möchte noch eine Ergänzung anbringen. Diese „Pandemie“ zeigt eben die Torheit der Menschen, die Gott und Sein Wort verlassen haben. Sie denken, sie könnten den Virus, den Tod besiegen. Sie haben alle eine Heidenangst, weil sie sich nicht auf die Ewigkeit vorbereitet haben. Wenn jährlich 11’000 Kinder abgetrieben werden, ist das für die „sozialistisch“ beeinflussten Menschen kein Problem, wenn aber 5’500 Menschen mit oder an Corona sterben, wird eine riesige Panik veranstaltet.

      1. Nur, dass wir Christen allen Wohlstand und allen Segen und alle Freiheit der abendländischen Kultur zu verantworten haben, die jetzt von Sozialisten und Co, die eben den wahren Gott leugnen, zerstört werden. Und Leute wie Du, Jonas Hartmann, können nicht unterscheiden zwischen den Fundamenten. Ein Christ greift nicht zum Schwert, um sich selber oder seinen Gott oder seinen Glauben zu verteidigen, sondern er folgt Jesus Christus nach. Jesus Christus war sehr radikal, lies Matthäus, Kapitel 23.

        1. Wieder so ein geschichtlicher Blödsinn. Wieso haben dann Christen während des gesamten Mittelalters Hexen verbrannt und seit dem Zeitpunkt, als der christliche Glauben Staatsreligion im römischen Reich wurde, Leute umgebracht, die einen anderen Glauben hatten, bzw. das Christentum nicht annehmen wollten?

          1. Zum Thema Hexenverfolgung empfehle ich das Buch von Manfred Lütz: „Der Skandal der Skandale. Die geheime Geschichte des Christentums.“ Wolfgang Behringer, der beste Kenner der Hexenmaterie, sagt: Wo die Kirche und die Inquisition herrschte wurde die Hexenverfolgung unter Kontrolle gebracht bzw. beendet. Dort wo der Aberglaube (die Heiden) herrschten, herrschte bezüglich Hexenprozesse Angst und Schrecken (Seite 145).

  3. @Beat: Ich muss jetzt mal ernsthaft fragen, ob „Beat Furrer“ nur eine Kunstfigur wie der Harry Hasler von Viktor Giaccobo ist oder ob Du echt bist. Ich kann es kaum glauben, das dies echt sein soll. So viel Trollhaftigkeit vereint in einer Person kann es eigentlich nicht geben.

    1. @Jonas: was ist daran trollhaft? Mich gibt es wirklich und was ich schreibe ist für hirngewaschene vorerst etwas schwer verdaulich. Aber prüfe doch meine Angaben zu Bhakdi, …

  4. @Beat: Du hast da oben wieder so eine Zahl von 174 Hospitalisationen/100’000 Einwohner erwähnt. Was soll dieser Blödsinn? Tatsache ist, dass die Intensivstationen fast voll sind (ob dies nun 120 oder 190 Hospitalisierungen/100’000 Einwohner sind). Da spielt doch so eine Ralativzahlzahl keine Rolle, wenn die Gefahr besteht, alle Kapazitäten ausgeschöpft zu haben. Dann hoffe ich mal, dass Du nicht von dieser „leichten Grippe“ infizierst wirst und bangen musst, ein Intensivbett zu bekommen.

    1. Sind 0.17 % (oder mit Übertreibung auch 0.5 %= 500/100’000) Hospitalisationen ein Problem? Wenn hier unser Gesundheitssystem überlastet ist, dann haben die Verantwortlichen ihren Job nicht gemacht.

    2. Statistik in Genf: Aus der Weltwoche Nr. 48, 25.11.20, Artikel von Alex Baur, Reiter der Apokalypse: „So zwitscherte die mittlerweile weltbekannte Genfer Twitter-Ärztin Isabella Eckerle letzte Woche ungeniert: «Alle zur Verfügung stehenden Intensivbetten für Erwachsene sind nun belegt. Keine Kapazität mehr für Covid-19- und andere Schwerkranke.» In Tat und Wahrheit waren in Genf am besagten Tag 25 Prozent der Intensivbetten leer.“

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