4.12.2016 06:01
Quelle: schweizerbauer.ch - Barbara Schirmer
St.Gallen
Ein Dorf und fünf Käsereien
Schänis SG kann als Käsehochburg bezeichnet werden. Fünf Käsereien sind in der Gemeinde aktiv am Werk.

Immer wieder liest man, dass da und dort Käsereien schliessen. Der Markt ist hart und die Luft dünn für viele kleinen Milchverarbeitungsbetriebe. Nicht so in Schänis. Das Dorf  Schänis am oberen Ende der Linthebene beherbergt nebst 3700 Einwohnern auch fünf Käsereien.

Tilsiter, Appenzeller, Königskäse und Escher sind nur eine kleine Auswahl von verschiedenen Köstlichkeiten, die auf diese Weise in der Gemeinde produziert werden. An der kürzlich durchgeführten  Käsiade  im Tirol erhielten zwei der Käsereien aus Schänis für ihre Spezialitäten die Goldmedaille.

Kein Konkurrenzkampf

Der Königskäse wird in der Käserei Rüttiberg bei Franz Rüdisüli und Nöldi Forrer produziert. Sie seien sich bewusst, dass eine solche Käsereidichte eine Seltenheit sei. Doch als Konkurrenz würden sie die anderen nicht bezeichnen.Eher als Mitbewerber.

Forrer konkretisiert, «als Konkurrenz bezeichne ich jenen Käse, der mit Billigmilch produziert wird.» Rüdisüli nickt und fügt an, dass einige der Schänner Käser untereinander sogar ein sehr gutes Einvernehmen hätten und in der Not aufeinander gezählt werden könne. Sei es, wenn mal die Kultur nicht den gewünschten Erfolg bringe oder irgendeine Zutat ausgeht. Dies sei auch bei zu viel oder zu wenig Milch so.

Für Rüdisüli ist das ein grosses Plus, da er auf diese Weise qualitativ hochwertige Milch erhält, von der er weiss, dass sie  mit sämtlichen Proben, die ihm wichtig sind, überprüft ist.  

Synergien nutzen

Hans Spirig ist der zweite Käser, der mit Gold belohnt wurde. Sein Escher durchlebt aktuell einen wahren Höhenflug. Konnte Spirig doch mit diesem im vergangenen Frühling sogar den Weltmeistertitel in der Kategorie Rinded Swiss style Cheese für sich beanspruchen.

Für ihn, der sich mit dem Escher in einem reinen Nischenmarkt befindet, sind die Synergien ideal, welche sich mit Franz Rüdisüli ergeben. «Optimal ist es, wenn nicht nur ich, der nebst der Käserei auch ein Käsefachgeschäft betreibe, den anderen ihren Käse verkaufe, sondern diese im Gegenzug auch meinen in ihre Reibkäsemischung geben», gibt Spirig zu bedenken.

Ein prima Duo

Mit Rüdisüli laufe das prächtig. Auch sonst harmoniert das Duo. Das geht sogar so weit, dass die beiden den Lehrling untereinander austauschen. Wird bei Spirig Joghurt produziert, ist der Lehrling dort am Werk, für die Käseproduktion packt dieser bei Rüdisüli und Forrer an. Knapp 1,7 Millionen Kilo silofreie Milch verarbeitet alleine die Käserei Rüttiberg.

Spirig beansprucht nochmals 1 Million Kilo, ebenfalls silofreie Milch für seinen Escher. Das hochgerechnet auf alle fünf Käsereien ergibt eine stattliche Zahl, welche nicht nur in und um Schänis produziert, sondern bis auf Weiteres auch in der Gemeinde verarbeitet wird. 

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