3.09.2017 17:34
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Ostschweiz / Innerschweiz
Erdrutsche nach Dauerregen
Die Ostschweiz hat nach tagelangen Niederschlägen ein unruhiges Wochenende erlebt. Viele Feuerwehren standen im Dauereinsatz, Strassen- und Schienenverbindungen waren vorübergehend unterbrochen. Über Verletzte lagen keine Meldungen vor.

Von Donnerstag- bis Sonntagmorgen regnete es in weiten Teilen der Ostschweiz fast ohne Unterbruch. Grund dafür war gemäss Wetterdiensten eine für diese Gebiete eher seltene, feuchte Nordostströmung.

Im St. Galler Rheintal wurden in 72 Stunden mehr als 200 Millimeter Regen registriert. Am meisten Regen gab es in Kriessern mit 204,2 Millimetern, in Gais fielen bis am Sonntag um 6 Uhr 199,4 Millimeter und in Altstätten 198,1 Millimeter.

Die Niederschlagsmengen im Rheintal übertreffen die normalen Monatsmittel von August und September deutlich, wie MeteoNews mitteilte. Das betroffene Gebiet wurde in den letzten Jahren bereits von anderen Unwettern getroffen.

Wasser auspumpen im Akkord

Die Behörden waren gefordert: Allein im Kanton St. Gallen rückte die Feuerwehr am Wochenende über 660 Mal aus, wie die St. Galler Kantonspolizei mitteilte. Am meisten traf es die Gemeinde Altstätten im Rheintal, Einsätze gab es daneben in weiteren Gemeinden zwischen Thal und Oberriet. Die Einsatzkräfte pumpten Wasser aus Häusern und  räumten Schutt und Schlamm zur Seite.

Auch im Kanton Appenzell Ausserrhoden waren die Einsatzkräfte beschäftigt. Bei der Notrufzentrale in Herisau gingen nach eigenen Angaben rund hundert Notrufe aus den Gemeinden Gais, Bühler, Teufen, Speicher, Trogen, Wald und Rehetobel ein. Die Niederschläge hatten zu Erdrutschen und überfluteten Kellern geführt. Hänge gerieten ins Rutschen, und verschiedene Hauptstrassen mussten gesperrt werden.

Am Sonntag wurde es in der Region erstmals seit langem wieder weitgehend trocken. Der Betrieb der Schiffslinie zwischen Rorschach Hafen (See) und Rheineck Schifflände bleibt aber bis mindestens Montagabend eingestellt.

Erste starke Schneefälle

Probleme wegen Dauerregens gab es auch in der Innerschweiz. Im Kanton Schwyz standen mehrere Feuerwehren im Einsatz. Laut der Kantonspolizei wurden wegen des Dauerregens mehrere Keller in Schwyz und Rickenbach überflutet. Zwei Bäche traten über die Ufer. In Galgenen ereignete sich ein Erdrutsch.

Laut SRF Meteo wurden auch im Tessin seit Donnerstag grosse Niederschlagsmengen registriert. In Locarno gingen 219 Millimeter nieder, in Biasca waren es 216 Millimeter. Allerdings fiel der Grossteil des Regens bereits am Donnerstag. Am Wochenende blieben die Regenmengen sehr bescheiden.

Mit dem starken Regen auch in anderen Teilen der Schweiz sank zum Teil auch die Schneefallgrenze markant ab. Am frühen Samstagmorgen schneite es im Prättigau und in der Landschaft Davos zum Teil bis auf 1900 Meter herunter. Zwischen Brienz und Brienzer Rothorn ist die Bahnstrecke wegen starken Schneefalls weiterhin nur eingeschränkt passierbar.

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