Donnerstag, 26. November 2020
19.11.2020 09:15
Klima

Feinstaub: Stadt versus Land

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Feinstaub in Städten ist gesundheitsschädigender als auf dem Land. Das sagt eine Studie der Uni Bern. 

Grenzwerte für Feinstaub in der Luft orientieren sich an Menge und Grösse der Partikel. Ob Feinstaub jedoch gesundheitsschädigend ist, entscheidet auch dessen sogenanntes oxidatives Potenzial, wie Forschende des PSI und der Universität Bern berichten.

Um die gesundheitsschädigenden Auswirkungen von Feinstaub zu untersuchen, setzen die Forschenden gesunde und kranke Atemwegszellen in der Kulturschale verschiedenen Dosierungen von Partikeln aus. Dabei stellten sie bei allen Kulturen einen Anstieg der Zellschädigung fest.

Doch während bei den gesunden Zellen ein antioxidativer Abwehrmechanismus die Entzündungsreaktionen stoppen konnte, reichte die Abwehrkapazität bei kranken Zellen nicht aus. So könnten sich Krankheiten wie Asthma oder Cystische Fibrose verschlimmern. «Diese Reaktionen reduzieren auch die Fähigkeit der Atemwegszellen, auf einen nachfolgenden viralen oder bakteriellen Angriff entsprechend zu reagieren», sagte Marianne Geiser von der Uni Bern gemäss einer Mitteilung der Hochschule.

Die Studie zeigte auch, dass Feinstaub mit erhöhtem oxidativem Potenzial die Entzündungsreaktion der Zellen verstärkt. Das oxidative Potenzial ist ein Mass für die schädigende Wirkung des Feinstaubs.

Ballungsräume besonders betroffen

Die Forschenden sammelten ebenfalls 90 Feinstaubproben an neun Schweizer Standorten und analysierten mithilfe der Zusammensetzung der Partikel deren Quellen und das oxidative Potenzial. Demnach bestand der grösste Teil des Feinstaubs aus Mineralstaub und sogenannten sekundären anorganischen Aerosolen wie Ammoniumnitrat und -sulfat. Das oxidative Potenzial des Feinstaubs bestimmten dagegen vor allem sekundäre organische Aerosole, die hauptsächlich aus Holzfeuerungen stammen sowie Metallemissionen aus Bremsen- und Reifenabrieb des Strassenverkehrs.

Die Daten weisen darauf hin, dass Stadtmenschen nicht nur einer höheren Menge an Feinstaub ausgesetzt sind, sondern auch solchem mit höheren oxidativen Potential als die Menschen auf dem Land.

Millionen Todesfälle pro Jahr

Die kausale Verbindung zwischen erhöhtem oxidativen Potenzial und einer Gesundheitsgefährdung sei zwar noch immer nicht eindeutig nachgewiesen, die Ergebnisse würden dafür jedoch einen weiteren Hinweis geben, sagte der Aerosolforscher Kaspar Dällenbach vom PSI gemäss einer Mitteilung des Forschungsinstituts.

In der Schweiz sterben gemäss dem Bundesamt für Umwelt jährlich mehr als 2000 Personen vorzeitig an den Folgen der Luftverschmutzung, weltweit sind es über 4 Millionen. Die aktuellen Studien zeigten, dass alleine die Regulierung der Feinstaubmenge unter Umständen nicht zielführend sein könnte, um das Gesundheitsrisiko zu senken, so Dällenbach.

Die Ergebnisse erschienen in den Fachmagazin «Nature» und «Plos One».

4 Responses

  1. Auch Feinstaub (Ammoniak und damit wieder die Landwirtschaft am Pranger) ist ein weiteres Thema der sozialistischen Panikmacher, das sich sehr gut eignet, um Panik zu schüren und damit Regulierungen durchzusetzen und Geld zu kassieren und umzuverteilen.
    CO2, wie Covid-19 oder Feinstaub sind praktisch unsichtbar und bewegen sich in komplexen Systemen (Klima, Gesundheit). Die staatlich bezahlten Alchemisten und Hohepriester dieser Panikmachen können so ihren Zauber und ihre Macht weiter ausbauen.

    1. Hoi Beat
      Ein Hinweis:
      Lies doch den Artikel oben mal genau durch, dann wirst du feststellen, dass diesmal nicht die Landwirtschaft ’schuld‘ ist, obwohl da etwas von ‚Ammoniumnitrat‘ steht… 😉
      Also sind hier doch keine Sozis vom PSI und der Uni Bern am Werk! 😉 😉

      1. @Luzerner Bauer: Danke für den Hinweis. Das habe ich gemerkt.
        Nur ist es – so wie beim Thema „Klimawandel“, wo auch nicht immer im Artikel drinsteht, dass der menschengemacht sei, und der Leser trotzdem immer sofort die Assoziation macht „der Mensch ist schuld“, – es auch hier so ist, dass in einem zweiten Schritt dann gesagt werden wird, dass Ammoniak auch zur Feinstaubbelastung beiträgt (und dass damit wieder die Landwirtschaft bzw. die Nutztierproduktion am Pranger ist).

        1. Nur hier werden keine Assoziationen gemacht, sondern wird klar gesagt, dass Ammoniumnitrat und -sulfat nicht so stark gesundheitsschädlich sind wie andere Feinstäube! Nimm doch eine positive Nachricht so wie sie ist: als einfach gut. 🙂
          Und im Übrigen: die meisten Menschen (auch Politiker) sind nicht an einer Weltverschwörung beteiligt! 😉

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