9.09.2017 17:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wallis
Gletscherabbruch droht - Teile von Saas-Grund evakuiert
Weil am Triftgletscher ein grösserer Gletscherabbruch droht, haben die Behörden die Evakuierung eines darunterliegenden Wohngebiets in Saas-Grund VS eingeleitet. An der Gletscherzunge waren seit Wochenbeginn vermehrt Bewegungen festgestellt worden.

Vorübergehend aus ihren Häusern ausziehen mussten am Samstag Bewohner eines Dorfteils von Saas-Grund. Simon Bumann, der Sprecher des Regionalen Führungsstabs, sagte am Samstagnachmittag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, es seien etwa 100 bis 150 Personen - mehrheitlich Einheimische - von der Massnahme betroffen.

Zunächst gelte die Evakuierung für zwei bis drei Tage, sagte Bumann. Die Betroffenen sollten bei Verwandten, Bekannten oder in Hotels unterkommen. Sollte der Gletscher abbrechen, könnte die Eislawine bis zum Dorf gelangen. Mit dem Abbruch rechneten die Verantwortlichen innert den nächsten 24 Stunden.

Bergbahn fährt nicht - Kantonsstrasse gesperrt

Neben der Evakuierung sperrten die Gemeindebehörden das Gebiet Triftgletscher und darunterliegende Gebiete. Dort ist das Betreten für Menschen und Nutztiere verboten. Namentlich die Normalroute zum oder vom rund 4000 Meter hohen Weissmies sowie der Höhenwanderweg Kreuzboden-Alagelleralp sind gesperrt.

Die Hohsaas-Bergbahnen stellten den Betrieb ein. Die Kantonsstrasse in Saas-Grund durfte ab Saas-Bidermatten nach 18 Uhr nicht mehr befahren werden. Eine Umfahrung wurde eingerichtet.

Die Gemeindebehörden ergriffen die Massnahmen in Absprache mit Fachleuten, wie der Regionale Führungsstab mitteilte. Der Gletscher steht seit 2014 unter Beobachtung - bereits im Oktober 2014 war eine Sperrung ausgesprochen worden.

130 Zentimeter im Tag

Wegen der jüngsten Bewegungen an der Gletscherzunge wurde am Donnerstagabend zunächst eine Radarüberwachung installiert. Dabei stellte sich heraus, dass der Gletscher aktuell mit einer Fliessgeschwindigkeit von bis zu 130 Zentimetern pro Tag unterwegs ist.

Am Samstagmorgen nahm der Regionale Führungsstab die Arbeit auf. Feuerwehr und Zivilschutz sind aufgeboten; die Kantonspolizei unterstützt den Einsatz. Die Lage werde laufend neu beurteilt, hiess es.

 

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