12.08.2017 06:05
Quelle: schweizerbauer.ch - jgr
Bern
Olympiasiegerin gibt Tipps
Christine Stückelberger holte 1976 an der Olympiade Gold im Dressurreiten. Ein Erfolg, der bisher keinem Reiter mehr gelungen ist. Noch heute sitzt die 70-Jährige jeden Tag im Sattel und gibt ihr Wissen an Kursen weiter.

«Das Kreuz anstellen und mit dem Sitz reiten. Ja, so ist es gut.» Voll konzentriert folgt Nick Liechti den Anweisungen; denn diese kommen von niemand Geringerem als von der Grand Dame des Dressurreitens – Christine Stückelberger. Sie holte 1976 an den Olympischen Sommerspielen in Montreal bei der Dressur-Einzelprüfung mit ihrem Wallach Granat Gold. Ein Erfolg, den kein Schweizer Dressurreiter seither wiederholen konnte.  

Die zierliche Frau wurde zudem 1978 Weltmeisterin und 1975 und 1977 Europameisterin. Insgesamt holte Christine Stückelberger 40 Medaillen. Nach den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney beendete die gebürtige Bernerin ihre Karriere. 

Sitzt täglich im Sattel

Dennoch ist die heute 70-Jährige oft an Wettkämpfen im Inland und Ausland anzutreffen. Nicht zuletzt, weil sie eine gefragte  Expertin ist. Auch gibt sie ihr Wissen an Kursen und Einzelstunden weiter. So wie auf dem Viereck in Hasle im Emmental.

Ruhig steht sie am Rand des Platzes und beobachtet Reiter und Pferd. Ihr entgeht nicht das Kleinste. «Abspielen und jetzt galoppieren.» Mit fester Stimme gibt Christine Stückelberger, die selbst jeden Tag mehrere Stunden im Sattel sitzt, Anweisungen.

Christine Stückelberger, die in Kirchberg SG einen Dressurstall besitzt, legt Wert darauf, dass die Pferde so wenig wie möglich in ihren Bewegungen gestört werden. «Paraden zum Wechsel der Gangart sollten nicht ruckartig und hart erfolgen.»

Auch erklärt sie die Anatomie des Pferdes: «Wenn ein Reiter mit dem Oberschenkel und Knie zu fest  presst,  drückt er auf Herz,  Lunge, Schulterbereiche  und auf den grossen Rückenmuskel des Tieres.» Das habe zur Folge, dass das ganze Bewegungssystem des Pferdes blockiert werde. 

Lob ist wichtig

 Wichtig ist es der sympathischen Frau auch, dass der Reiter sein Pferd nach jeder gelungenen Übung lobt, sei dies mit der Stimme oder mit  Flattieren.

Anerkennende Worte  hat Christine Stückelberger nach dem Unterricht auch für Nick Liechti. «Das hast du gut gemacht.» Für ihn bleibe die aussergewöhnliche Dressurstunde ein unvergessliches Erlebnis. «Ich habe viel gelernt», sagt der 15-Jährige.

Christine Stückelberger besitzt im sankt-gallischen Kirchberg einen Dressurstall.  Sie besitzt  nebst einer Stute und einem Wallach auch sechs Hengste. Für das nächste Jahr plant sie, drei ihrer Hengste während der Decksaison im Nationalgestüt in Avenches VD einzustellen. jgr

www.dressur-hengste.ch

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