13.08.2017 07:10
Quelle: schweizerbauer.ch - jgr
Bern
Pflanzen geben nochmals Vollgas
Über 670 Sorten Alpenpflanzen aus der Schweiz befinden sich im Alpengarten auf der Schynigen Platte, oberhalb Wilderswil BE. Wenn es gegen den Herbst zugeht, zeigen sich die Pflanzen nochmals von der bunten Seite.

Der Arbeitsort von Jasmin Senn befindet sich rund 2000 Meter über Meer. Die Gärtnerin ist mit ihrem vierköpfigen Team verantwortlich, dass es im Alpengarten auf der Schynigen Platte oberhalb Wilderswil grünt und blüht. Über 670 verschiedene Blütenpflanzen und Farne, die in der Schweiz oberhalb der Waldgrenze vorkommen, sind hier vertreten.

Der Botanische Alpengarten wurde 1929 eröffnet und umfasst eine Fläche von ungefähr 8000 Quadratmetern. Der Rundgang durch die bunte Pracht dauert etwa eine Stunde. «Wir bieten auch Führungen an», sagt Jasmin Senn.

15 Pflanzengesellschaften

Seit der Gründung vor bald einem Jahrhundert zeigt der Alpengarten nicht die Pflanzen als isolierte Arten, sondern als Pflanzengesellschaften. «Insgesamt beherbergt der Garten 15 Pflanzengesellschaften, welche sich alle im Lebensraum unterscheiden», erklärt Jasmin Senn, die bereits die elfte Saison im Alpengarten arbeitet. Und weil längst nicht alle Pflanzenarten  auf dem Kalkboden der Schynigen Platte gedeihen würden, wurden künstliche Terrains angelegt wie beispielsweise das Urgesteinsfeld mit Granitsteinen und saurer Erde (pH 4). Eigens dafür seien 40 Tonnen Material aus dem Grimselgebiet eingebracht worden, erklärt Senn.

Auf der künstlich angelegten Kalkschutthalde blüht nun der Weisse Mauerpfeffer, der Stein-Klee und der Gelbe Alpen-Mohn. Auf einem weiteren Stück Wiese des Alpengartens, der Hochstaudenflur, blühen derzeit der Milchlattlich und die blauen Disteln. Auch der Gelbe Enzian sowie  der Dichtblütige Eisenhut entfalten ihre ganze Pracht. «Jetzt, wenn es gegen den Herbst zugeht, geben die Pflanzen nochmals ihr Bestes», sagt Jasmin Senn. 

Jäten und Wildheuen

Für das Gärtnerteam bedeutet die Pflege des Alpengartens viel Arbeit. Nebst dem Jäten gehört auch das Wildheuen zu ihren Aufgaben. Notabene wird sämtliches Gras von Hand mit der Sense gemäht.  Eine wichtige Aufgabe ist zudem das Gewinnen von Samen. Dazu gehört auch das Sammeln von Pflanzen in anderen Berggebieten der Schweiz. «Einmal pro Jahr im Sommer machen wir eine mehrtägige Exkursion», erzählt Jasmin Senn. 

Offen ab Mai

Jeweils bis Mitte Oktober bleibt der Garten geöffnet. Danach wird eingewintert. «Wobei es vorkommen kann, dass die ersten Flocken schon früher fallen», weiss Jasmin Senn aus Erfahrung. Im Mai gehts dann wieder los. Und   die ersten Arbeitsstunden verbringt das Gärtnerteam meist mit Schneeschippen. 

Der Alpengarten ist noch bis am 22. Oktober geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.  Auskünfte  unter E-Mail: info@alpengarten.ch oder Telefon 033 828 73 76.  www.alpengarten.ch

 

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