15.11.2017 15:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Solothurn
Regiofair Bio Zentralschweiz siegt
Die Regiofair Agrovision Zentralschweiz AG gewinnt den Grand Prix Bio 2017. Sie erhielt den Preis an der Delegiertenversammlung der Bio Suisse in Olten SO.

Jury-Präsident Fritz Schneider betonte: «Von den eingereichten 18 Projekten war das Projekt Regiofair Agrovision Zentralschweiz AG aus Sicht der Jury mit Abstand das beste.» Er lobte vor den Delegierten der Bio Suisse in Olten die Regiofair als Leuchtturmprojekt für die Zentralschweiz und weit darüber hinaus.

Das Projekt überzeuge mit seiner Professionalität. Es gelinge ihm sehr gut, den  anspruchsvollen Aufbau und Betrieb einer Wertschöpfungskette sehr zu bewältigen. «Auf der einen Seite grenzt sich Regiofair gegenüber den Grossverteilern und Discountern ab, auf der anderen Seite gegenüber den individuellen Hofläden.» Der Weg der Regiofair sei modern, kundenorientiert und eng an die Biobauern geknüpft, so Schneider. 

Es kommt mehr zum Bauern

Im Rahmen eines kurzen Interviews mit Andi Lieberherr, Geschäftsführer der Regiofair Agrovision Zentralschweiz AG, verwies Schneider darauf, dass beim Zentralschweizer Bio-Projekt rund die Hälfte des Konsumentenfrankens zum Bauern gelangen. Beide liessen durchblicken, dass es bei den Grossverteilern weniger ist.

«Es kommt dabei natürlich darauf an, dass der Endpreis des Produkts im Laden angemessen hoch ist», erklärte Lieberherr. Er betonte, dass Bioläden an sehr guten Standorten in den Städten 35% Marge bräuchten, um die hohen Kosten (vor allem die Miete) zu bezahlen. Wichtig ist für Lieberherr, dass Regiofair eine eigene Preispolitik, unabhängig von den Grossverteilern, verfolgen kann. 

100 Bauernfamilien involviert

Lieberherr betonte: «Lebensmittel müssen wieder stärker als Mittel zum Leben verstanden werden und nicht einfach als Bauchfüller.» Generell müsse Essen wieder einen höheren Stellenwert erhalten in unserer Gesellschaft.

Erfolg heisse für ihn, dass die Bauernfamilien zufrieden sind. Spannend war seien Devise für den Job des Geschäftsführers: «Dienen, dienen, dienen». Verkaufen sei das Wichtigste, aber auch das Schwierigste.

Heute arbeitet Regiofair mit rund 100 Bauernfamilien aus sechs Zentralschweizer Kantonen zusammen. «Und wir haben genügend innovative Biobauern in der Schweiz, um auch bei weiterem Wachstum in den nächsten zehn Jahren die Rohstoffe regional zu beschaffen».  Das Preisgeld in der Höhe von 10000 Franken will Lieberherr in die Entwicklung eines neuen Produktes einsetzen. 

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