27.12.2015 13:14
Quelle: schweizerbauer.ch - Tildy Schmid
Bern
Schatzkiste für Albert Anker
Die Stiftung Albert-Anker-Haus plant ein «begehbares Schaulager», das Werke des Künstlers bewahren und der Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen soll. Das Projekt «centre albert anker» stösst auf Akzeptanz.

Der Maler Albert Anker ist ein Phänomen. Viele identifizieren sich mit seinen Bildern, erinnern sich an die eigene Kindheit in bäuerlicher Umgebung, an gemütliche, glückliche Momente. Anker ist dank den Reproduktionen bis in die hinterste Ecke der Schweiz bekannt.

Ein Zeitzeuge

Den Grossteil seines Lebens verbrachte Albert Anker (1831– 1910) im Berner Seeland im elterlichen Haus an der Müntschemiergasse in Ins BE. Er beteiligte sich am Dorfleben und kannte jedermann. Sein Wohnhaus mit dem breit ausladenden Dach ist ein gut erhaltener Zeitzeuge des 19. Jahrhunderts.

Besonders aufschlussreich ist das Atelier des Künstlers im Dachstock. Es scheint, als hätte Anker eben den Pinsel abgelegt… Das Atelier gehört zu den weltweit besterhaltenen Künstlerateliers. Haus und Atelier sind im Bundesinventar von nationaler Bedeutung aufgenommen.

An Grenzen stossen

Als grossherzige Schenkung vermachten die direkten Nachkommen Ankers der 1994 gegründeten Stiftung Albert-Anker-Haus das bewegliche Inventar und Werke Ankers. Die Stiftung kümmerte sich um Restaurierungen und Inventarisierung der Gegenstände. «Doch langsam stossen wir an unsere Grenzen» sagt Roger von Wattenwyl, Stiftungsratspräsident und Vertreter der Burgergemeinde Bern.

Die Sicherheit rund um das wichtige nationale Kulturgut, die Präsentation, vor allem aber die Aufbewahrung der Werke und Zeugnisse Ankers rücken in den Vordergrund.

Der Inser Marcel Hegg entwickelte im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit an der ETH Zürich mit Kollegen die Vision eines «Anker-Museums» in Ins. Die Zeit ist reif, die Idee weiter zu entwickeln. Einig ist man sich, kein Museum bauen zu wollen. Jedoch soll im Garten Ankers ein Schaulager, eine eigentliche «Schatzkiste» errichtet werden, präzisieren die Architekten Marcel Hegg und Fabian Pauli.


Projekt wird befürwortet

Das «centre albert anker» umfasst, nebst dem Neubau als begehbares Schaulager eine Betriebswohnung und ein Empfangsraum im Tenn. Die Kostenschätzungen für das ambitionierte Projekt sprechen von drei Millionen Franken.

«Das Projekt stösst bei der Gemeinde und den politischen Parteien grundsätzlich auf Zustimmung», so Gemeinderat Rudolf Graf, was allerdings nicht heisse, dass es die Gemeinde finanzieren werde. In den nächsten Sitzungen des Stiftungsrates wird das weitere Vorgehen geklärt, «wobei wir uns nicht unter Druck setzen lassen», so von Wattenwyl, «denn die Realisation wird einige Jahre in Anspruch nehmen».

 

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