25.03.2017 15:24
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Appenzell
SVP: Mittelstand zahlt Zeche für Energiestrategie 2050
An ihrer Delegiertenversammlung vom Samstag in Appenzell mobilisiert die SVP gegen das Energiegesetz. Der Umbau des bewährten Energieproduktionssystems sei unsinnig, argumentiert die Partei. Die Zeche für die Energiestrategie 2050 zahle der Mittelstand.

Die Schweiz habe eine bewährte, bezahlbare und sichere Energieversorgung mit Öl, Gas, Benzin, Strom und Holz. Das Energiegesetz, über das am 21. Mai abgestimmt wird, wolle einen Umbau des gesamten Energiesystems. Diese Utopie kostet die «wahnsinnige» Summe von 200 Milliarden Franken und müsse mit allen Mitteln bekämpft werden, sagten die Referenten.

Die SVP habe das Referendum ergriffen, weil das neue Energiegesetz als erster Schritt der Energiestrategie 2050 ein Angriff auf den Wohlstand und die Lebensqualität der Schweizer sei. «Es ist eine Attacke gegen alle Haushalte», sagte Nationalrat Toni Brunner (SG).

Bauern, Mieter, Hausbesitzer, Gewerbetreibende und die Bevölkerung in ländlichen Regionen seien überdurchschnittlich betroffen. Um den Energieverbrauch pro Kopf bis im Jahr 2035 um 43 Prozent zu reduzieren brauche es Neuisolationen aller Gebäude. Die bereits hohen Wohnkosten in der Schweiz würden dadurch noch mehr steigen, sagte Hans Egloff, Nationalrat und Präsident des Hauseigentümerverbands Schweiz.

Autofahrer müssen umsteigen

Die Energiestrategie sei auf den ersten Blick verführerisch. Bei genauerem Hinschauen entpuppe sich diese jedoch als bittere Pille. Um die festgelegten Ziele zu erreichen, brauche es Zwang, also staatliche Umerziehungsmassnahmen, sagte die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz.

«Eine Halbierung des Gesamtenergieverbrauchs wirft uns ins Jahr 1966 zurück», so die Vizepräsidentin der SVP. Autofahrer dürften nur noch die halbe Strecke zurücklegen und würden gezwungen, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. Dadurch würden vor allem Bewohner in Rand- und Bergregionen bestraft.

Zu wenig Strom im Winter

Der Ausbau erneuerbarer Energie wie Wind- und Sonnenstrom von 2 auf fast 20 Prozent der gesamten Stromproduktion werde die Landschaft verschandeln. Zudem werde die Schweiz abhängig vom Ausland, weil die neuen Energien nicht kontinuierlich produziert werden könnten.

Die Energiestrategie 2050 leiste keine namhafte Lösung zur Versorgungssicherheit, sagte Jean-Philippe Kohl, Vizedirektor von Swissmem. Wenn es keine Kernkraftwerke mehr gebe, die heute einen Beitrag von 38 Prozent an die Stromversorgung leisten, sei die Versorgungssicherheit im Winterhalbjahr gefährdet.

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