Samstag, 22. Januar 2022
11.01.2022 17:15
Klima

Tauende Permafrost-Böden bedrohen Infrastruktur

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Die Erderhitzung taut Eis im Permafrostboden auf. Dadurch entweichen Treibhausgase und erwärmen die Erde weiter. Forscher erwarten zudem hohe Schäden, weil Häuser und Strassen geschädigt werden. Sie geben aber auch einige Hinweise darauf, wie diese zu vermindern sind.

Der Klimawandel lässt den dauerhaft gefrorenen Boden in nördlichen Regionen und einigen Gebirgen immer schneller auftauen. 30 bis 50 Prozent der Gebäude und Infrastruktur-Einrichtungen in diesen Gebieten sind deshalb bis 2050 von Schäden verschiedener Schweregrade bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt der Übersichtsartikel einer internationalen Forschergruppe um Jan Hjort von der University of Oulu (Finnland) im Fachjournal «Nature Reviews Earth & Environment».

Ein Teil der Schäden könnte in russischen Gebieten auftreten, in denen Erdgas gefördert wird. Auch die Schweiz bezieht fast die Hälfte der Gasimporte aus Russland.

Aufgetaute Erde bewegt sich, Schäden an Bauten

In vielen weit nördlich gelegenen Gebieten liegt das Wasser im Boden als Eis vor. Im Sommer tauen teilweise die oberen ein bis zwei Meter auf und gefrieren im Winter wieder. Die Erderwärmung führt dazu, dass weite Teile des Permafrost-Bodens immer tiefer auftauen. Weil das Eis dem Boden zusätzlichen Halt gibt, werden die tauenden Böden – je nach Bodenart und enthaltener Eismenge – zunehmend instabiler, es treten Absenkungen und Erdrutsche auf.

In etwa 65 Prozent des russischen Staatsgebiets gibt es derzeit Permafrost-Böden; Russland ist deshalb besonders vom Tauen des Bodeneises betroffen. «Zu Beginn des 21. Jahrhunderts weisen viele Gebäude auf Permafrost Deformationen auf, von etwa zehn Prozent der Bauten in Jakutsk und Norilsk bis hin zu 80 Prozent der Bauten in Workuta», schreiben die Wissenschaftler. Betroffen von Schäden sind auch viele Strassen, Eisenbahnstrecken, Landepisten und Pipelines. Dies gilt auch für Kanada, Alaska und Grönland sowie die Hochebene von Tibet.

Eine Milliarde Unkosten im Jahr

Allein für die Reparatur der Schäden, die in Russland durch tauenden Permafrost-Boden am bestehenden Strassennetz entstehen, müssten von 2020 bis 2050 etwa sieben Milliarden US-Dollar aufgebracht werden, schreiben die Forscher. Hinzu kämen jährlich 200 bis 500 Millionen US-Dollar für die Erreichung der Ziele der russischen Verkehrsstrategie. Für den Ersatz von Wohnhäusern würden weitere 500 bis 600 Millionen US-Dollar pro Jahr benötigt.

Das Team um Hjort berichtet jedoch auch von verschiedenen technischen Massnahmen, mit denen Schäden an Strassen verringert oder sogar vermieden werden können. Einige Verfahren zielen darauf ab, Wärme aus dem Untergrund abzuführen, etwa mit lockeren Gesteinsschüttungen, in denen ein natürlicher Luftkreislauf entsteht, der wärmere Luft nach oben fördert.

Auch Thermosiphons, Wärmedrainagen und sehr flache Seitenstreifen haben einen ähnlichen Effekt. Andere Massnahmen verringern die Wärmeaufnahme im Sommer, etwa ein höherer Fahrbahnuntergrund oder dessen Isolierung, ein Sonnenschutz für die Seitenbereiche oder eine stark reflektierende Asphaltdecke. All dies kostet aber mehr als die bisher üblichen Bauverfahren.

Treibhausgase und andere Schadstoffe freigesetzt

Der tauende Permafrost-Boden ist aus verschiedenen Gründen im Fokus von Wissenschaftlern. So speichert der gefrorene Boden viel Kohlenstoff, der teilweise in Form der Treibhausgase Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4) in die Atmosphäre gelangt.

Auch zahlreiche Schadstoffe könnten in den kommenden Jahrzehnten freigesetzt werden, wie kürzlich einer Studie im Fachmagazin «Nature Climate Change» zu entnehmen war. Denn giftige oder radioaktive Abfälle haben in manchen Regionen den Boden verseucht, was wegen des Dauerfrostes bisher unproblematisch war.

Auch uralte Bakterien, die teilweise resistent gegen Antibiotika sind, können durch das Tauen wieder zum Leben erweckt werden, wie vereinzelt schon Vorfälle gezeigt haben.

Mehr zum Thema
Vermischtes

Hans-Jörg Meier: "Unsere Kuh Juka war eine Kuschelkuh. Nicht die Beste, dafür die Liebste." - Hans-Jörg Meier"Kuh Jenny ist unser Familienmitglied. Leider schaut Sie uns heute vom Hinmel zu. Die…

Vermischtes

Das aufmüpfige Huhn amtete als Hebamme während Fabiennes letzter Geburt. Fabienne wird am 8. Juni 2022 20 Jahre alt, wie ihr stolzer Besitzer Romeo Wildhaber schreibt. Sie sei momentan bei…

Vermischtes

Die drei alten Lieblingskühe, die zusammen gut 49 Jahre alt sind.  - Martin Dubach100'000er Kuh Jana mit Braunvieh Züchter Hans Rhyner aus Elm und seiner Tochter Heidi. - Heidi RhynerLieblingskuh…

Vermischtes

Wir freuen uns auf Eure Bilder bis am Mittwochabend. - Marlies Kamber Für das nächste «Bild der Woche» suchen wir faszinierende Fotos von Eiszapfen.  Das Siegerbild wird mit einem tollen…

13 Responses

    1. Panikmache gehört zum Businessmodell eines Fachmagazins über den Klimawandel. Hinterfragen von Panikstudien stört.

  1. Auftauen von Permafrost und überhaupt die Klimaerwärmung hat nichts mit dem menschlichen CO2 Ausstoß zu tun. Leicht zu sehen an Klimamodellen, die auch für die Vergangenheit funktionieren. Das Klima setzt sich aus einer Überlagerung von verschiedenen langjährigen Wetterzyklen zusammen.

  2. @ Schweizer Bauer
    Gehört das jetzt zur online-Strategie, das man Schwurbler, Querdenker, Klimaleugner, etc. ihre abstrusen und wissenschaftlich haltlosen Theorien ungefiltert hier verbreiten lässt? Will man mit Telegram, Q-anon, Parler, etc im gleichen Atemzug genannt werden? Viele Menschen haben durch die Pandemie Angehörige verloren, und durch Umweltkatastrophen ihr gesamtes Hab und Gut. Was die Schwurbler hier veranstalten, ist schlicht und einfach eine Verhöhnung der Opfer.

    1. Ueli Nebiker: Du kannst jederzeit bessere Fakten bringen. Warum zensiert youtube, Facebook, Twitter und alle Massenmedien Kommentare und Beiträge derart? Weil die nicht in ihre Agenda passen. Sind die Beiträge deshalb falsch? Nein!
      Klimaleugner: Niemand leugnet das Klima, auch niemand leugnet den Klimawandel. Den gibt es seit der Sintflut. Was zu Recht bestritten wird (da es auch physikalisch nicht möglich ist), ist der Einfluss von CO2 auf das Klima.
      Die Wahrheit wird verhöhnt, Ueli!

    2. Ueli Nebiker: es gehört doch zur Aufgabe der Medien, die Wahrheit zu finden und zu verbreiten. Wenn aber zensiert wird, ist das ein Zeichen, dass etwas versteckt werden muss.
      Wie erklärst du dir, dass es noch nie ein unabhängiges Podiumsgespräch gab mit dem Thema Klimawandel oder wie erklärst du dir, dass die besten Immunologen wie Bhakdi, Binder, Wodarg einfach zensiert und geschmäht werden.
      Willst du dich der Gedankenarbeit verweigern, Ueli? Durch blindes Vertrauen auf Medien und Behörden?

  3. Lieber Ueli Nebiker,
    ich gehe mit dir einig, dass viele Kommentare hier, und überhaupt im Internet, einfach eine Verhöhnung der Opfer sind und sich die Schreiber ruhig schämen dürfen!
    Aber man sieht in den Kommentarspalten zu solchen Themen sehr schön die „5 Stufen der Verneinung“: 1: Es gibt es nicht. 2: Ich bin nicht Schuld daran. 3: Es ist doch nicht so schlimm. 4: Anderes ist wichtiger. 5: Es ist hoffnungslos.
    Es geht meistens nicht um Fakten, wennschon dann um „alternative Fakten“! 😉

    1. Luzerner Bauer: Warum wird soviel zensiert? Warum werden die wirklichen Fakten nicht zur Kenntnis genommen? Und zwar genau von Leuten wie von dir. Sieh dir doch die Klimaschau #7 ab Minute 3:57 an: 99% weniger Todesopfer durch klimatisch bedingte Naturkatastrophen seit 100 Jahren. Wer leugnet hier die Realität und verweigert sich der Wahrheit? Wer ist ein hoffnungsloser Fall?
      Bei Covid dasselbe: die wahren Fachleute hatten recht. Aber wir wurden nun schon 2 J. gegängelt. Schädlich! Nutzlos!

      1. Lieber Beat
        irgendwann wird man halt immun gegen gewissen Schei… auch ohne Impfung! 😉
        Du wirst es sicher als Dummheit bezeichnen, aber ich kann dir versichern, mein Denkvermögen befindet sich immer noch im Normalzustand! 🙂

        1. Luzerner Bauer: ich zweifle nicht an deinem Denkvermögen. Was die täglichen Arbeiten und Entscheidungen angeht, kannst du sicher sehr klar denken. Denn da geht es (mit Ausnahme der Covid-Massnahmen) um Dinge, die sichtbar, prüfbar, unwiderlegbar sind.
          Bei der Massenmanipulation bezüglich Covid und Klima ist das anders: hier wird uns vorgegaukelt, dass es einen Konsens gäbe, der besagt, dass wir in grosser Gefahr wären. Wir werden da betrogen!

    2. Ausserdem ist gibt eine unermessliche Liste von Opfern der Covid-Lügen. Opfer der Impfungen, die die sich die Menschen aus Panik spritzen liessen. Das ist Verhöhnung! Manche lernen es nie!
      Und beim Hochwasser im Ahrtal war nicht der Klimawandel schuld, sondern es passieren dort alle 100 Jahre solche Unwetter. Jedoch die Deutsche linke Regierung hat bewusst oder unbewusst (um Werbung für die Klimalüge zu machen) massiv versagt und Todesopfer verursacht!

      1. Da würde sich doch mal ein Blick in den Bericht des Weltklimarates IPCC lohnen. Kann jeder nachlesen, deswegen erpahr ich mir jetzt Details. Und bevor Beat das wieder als “ Links-grüne“ Weltverschwörungs- und unterjochungstheorien betitelt, es sind 195 Länder im IPCC Klimarat.
        Ich wäre gerne mal an deinen Glaubwürdigen Quellen interessiert, und ich meine nicht die, die du hier Gebetsmühlenartig zitierst, und hier schon mehrfach widerlegt wurden, sondern die, wo noch“ Fleisch am Knochen“ ist.

    3. Und Luzerner Bauer: ich warte immer noch auf die Studie die widerlegt, dass sich die begrünte Fläche der Erde von 1982 bis 2015 um 20 Mio. km2 ausgedehnt hat. Wo sind hier deine Fakten? Ich warte!

Comments are closed.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE