13.11.2016 08:38
Quelle: schweizerbauer.ch - Christian Zufferey
Wallis
Weniger Aufwand dank neuer Web-Applikation
Eine neue App soll die Rückverfolgbarkeit der Walliser Weine erleichtern und die Schreibarbeit verringern.

60000 Traubenlieferungen wurden in Walliser Wein-Kellereien des Kantons Wallis jeden Herbst anhand von Bescheinigungen, Acquits genannt, in Excel-Tabellen erfasst und wöchentlich an die Dienststelle für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (DVSV) des Kantons übermittelt.

Sowohl für die Kellereien als auch für den Kanton bedeutete dies einen hohen administrativen Aufwand. Trotzdem wurden Mängel offenkundig, speziell nach der Affäre um Weinhändler Giroud, der Wein in grossem Umfang gepanscht haben soll.

Allerdings fehlte auch die gesetzliche Grundlage, um Informationen zwischen den Dienststellen für Landwirtschaft (DLW) und dem Verbraucherschutz auszutauschen.

Rückverfolgung möglich

Mit dem vom Kanton Wallis entwickelten Programm «e-Vendange» sowie nach einer Gesetzesänderung vom vergangenen Mai «wollen wir das Vertrauen der Konsumenten in die Walliser Weine wiederherstellen und die Rückverfolgbarkeit vom Weinstock bis ins Glas gewährleisten», erklärte Christine Genolet-Leubin, Leiterin des Lebensmittelinspektorats des Kantons Wallis. 

Bislang hat die DLW jeweils im Frühjahr Auszüge des Rebberg-Registers an über 22000 Eigentümer verschickt, die daraufhin allfällige Änderungen gemeldet haben. Basierend auf dem Rebberg-Register wurden die Acquits ausgestellt, auf denen auch der Name des Traubenlieferanten, die Lage und Nummer einer Parzelle sowie die Rebsorte ersichtlich waren.

Rote oder weisse Spezialitäten wurden zudem jahrelang unter übrige Rebsorten zusammengefasst. Die Acquits mussten zusammen mit den Trauben an die Kellerei abgeliefert werden, die wiederum das Eingangsdatum der Traubenlieferung, die Menge in Kilo und den natürlichen Zuckergehalt in Grad Öchsle festhielt und zum Ende der Weinlese die Einkellerungsdeklaration ausfüllte und wöchentlich übermittelte.

Keine doppelten Eingaben

Während der diesjährigen Weinlese wurde die Web-Applikation erstmals von einem Dutzend Walliser Kellereien getestet. Auch Isabelle Kellenberger aus Leuk-Stadt hat sie genutzt. «Für mich stellt das Programm eine deutliche Verringerung des administrativen Aufwands dar», erzählt sie.

Auch die   Übermittlung erfolgt mit einem Klick sofort und automatisch. Zusätzlich verfügt das Programm sogar über «Schnittstellen», so dass doppelte Eingaben namentlich in die Kellerei-interne Software entfallen. Nach dem erfolgreich verlaufenen Test gilt e-Vendange ab 2017 damit als Basis für die Weinlese-Kontrolle im Kanton Wallis. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE