28.05.2017 19:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Barbara Schirmer
St. Gallen
Wenn nur der Luftweg bleibt
Weil die Zufahrt zum Hof von Gubsers zu schmal ist für einen Lastwagen, wurden zwei Silos mit dem Helikopter geflogen.

Über zehn Personen sitzen um den Tisch und besprechen das weitere Vorgehen. Zwei Silos sollen auf dem Betrieb von David und Sabina Gubser demontiert und durch grössere ersetzt werden. Das Spezielle daran: Ein Helikoptereinsatz wird nötig, da die Betriebszufahrt zu schmal für einen solchen Transport wäre.

125 Kubikmeter fasst jedes der Silos, und  je 2,8 Tonnen wiegen die Kolosse, welche die alten, wesentlich kleineren Silos ersetzen sollen. Nur eine einzige private Helikopterfirma kann Lasten in diesem Bereich heben. Deren Mitarbeiter machen sich nun ans Werk und beginnen mit den Startvorbereitungen. 

Werbung machen

Die Silos stehen auf einem nahen Parkplatz, wo sie nicht zu übersehen gen Himmel ragen. Auch der Helikopter ist einsatzbereit, die Rotorblätter drehen sich bereits. Bald schon gilt es, zuerst das erste, dann das andern Silo wegzufliegen, damit unmittelbar danach die neuen Exemplare aufgestellt werden können.

Es gilt, darauf zu achten, dass das richtige Silo an der entsprechenden Stelle platziert wird. Denn die Gubsers wollen ihre optimale Lage direkt unter der Mittelstation der Luftseilbahn Richtung  Flumserberg nutzen, um Werbung für ihren Limousin-Zuchtbetrieb mit genetisch hornlosen Tieren zu machen.

Also liessen sie die Silos beschriften. In grossen weissen Buchstaben steht «Gubser Limousin» darauf geschrieben. 

Betriebskosten senken

Es fragt sich, ob sich  die Neuanschaffung mit diesem  enormen Transportaufwand auch lohne. «Auf jeden Fall», erklärt David Gubser. Es gelte, die Betriebskosten zu senken. Die Herstellung von Siloballen sei teuer, hinzu komme der Arbeitsaufwand mit dem Abtransport, den diese nach sich ziehen. Gubsers konnten den Betrieb in den vergangenen Jahren wesentlich vergrössern.

Aus Platzgründen mussten daher jährlich 70 Siloballen zusätzlich zum vorhandenen Stauraum gewickelt werden. René Friedli, Verkaufsleiter von der Firma Rotaver Composites AG und Lieferant der neuen Silos, weist darauf hin, dass die mit dem Silokauf verbundenen Kosten über die Jahre amortisiert werden können.

Auch wenn die Gubsers den Helikoptertransport von mehreren Tausend Franken dazurechnen, lohnt sich die Anschaffung rein buchhalterisch. Indirekt habe aber ein Hochsilo noch einen anderen wesentlichen Vorteil, verrät der Fachmann. Die Futterqualität sei – in diesen gelagert – eindeutig besser als in Ballen. 

www.gubser-limousin.ch

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