Sonntag, 29. November 2020
16.11.2020 13:38
Forschung

Wie die Darmflora das Gehirn krank machen kann

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Von: sda

Von bestimmten Darmbakterien produzierte Proteine hängen gemäss einer Studie von Genfer und italienischen Forschenden mit der Bildung von Amyloid-Plaques im Gehirn zusammen. Diese Ablagerungen gelten als Kennzeichen für die Alzheimer-Krankheit.

Frühere Studien zeigten bereits, dass sich die Darmflora von Alzheimer-Patienten im Vergleich zu gesunden Menschen unterscheidet und eine geringere mikrobielle Vielfalt aufweist. Das Forscherteam der Universität Genf und des Universitätsspitals Genf untersuchte nun gemeinsam mit italienischen Kollegen, ob Entzündungen im Blut als Vermittler zwischen der Darmflora und dem Gehirn agieren können, wie die Uni Genf mitteilte.

Dafür rekrutierten sie 89 ältere Menschen mit Alzheimer oder anderen neurodegenerativen Krankheiten sowie gesunde Senioren. Zum einen untersuchten die Forschenden im Gehirn der Probanden die Plaques-Ablagerungen, die toxische Wirkungen auf die Nervenzellen im Gehirn entfalten können. Zum anderen fahndeten sie nach verschiedenen Entzündungsfaktoren und kurzkettigen Fettsäuren im Blut der Studienteilnehmer.

Bakteriencocktails gegen Alzheimer?

«Unsere Ergebnisse sind unbestreitbar: Bestimmte bakterielle Produkte der Darmflora korrelieren mit der Menge der Amyloid-Plaques im Gehirn», sagte die Erstautorin Moira Marizzoni vom italienischen Forschungsinstitut Fatebenefratelli in Brescia. Ebenfalls entdeckten die Forschenden sogenannte Lipopolysaccharide – Proteine auf Bakterien mit entzündungsfördernden Eigenschaften – in den Amyloid-Plaques der Alzheimer-Patienten. Auch fanden sich in deren Blut kurzkettige Fettsäuren, die die Gehirnfunktion beeinflussen.

Die im «Journal of Alzheimer›s Disease» veröffentlichten Erkenntnisse könnten laut den Forschenden den Weg für Präventionsstrategien gegen neurodegenerative Krankheiten ebnen, etwa indem Cocktails mit guten Bakterien an Risikopersonen verabreicht würden. «Wir sollten uns aber nicht zu früh freuen», sagte Giovanni Frisoni vom Universitätsspital und der Uni Genf. «In der Tat müssen wir zuerst die Stämme des Cocktails identifizieren.»

8 Responses

  1. Klar beeinflusst unsere Ernährung die Gesundheit, schliesslich bestehen wir ja aus dem was wir gegessen haben. Aber es ist wie mit den Autos: an den Benzinmotoren wurde lange mit viel Aufwand geforscht, an den Elektroautos und ihren Batterien wenig. In den Pharmaprodukten steckt viel Geld, Naturheilkunde und Ernährung wurde kaum ernst genommen. Nun fehlen und die Beweise, das Wissen über die Wirkung der Nahrungsmittel.

  2. Ich bin fest überzeugt, dass das Ital. Forschungsteam den richtigen Ansatz gewählt hat und somit auf dem richtige Weg ist. Wir werden in naher Zukunft noch zu einigen Erkenntnissen gelangen, im speziellen was Autoimmunerkrankungen betreffen, wo der Darm eine Master-Rolle einnimmt.
    Darum nehmt Nahrung zu Euch die den Namen verdient, no Stress und sowenig Schulmedizin wie möglich. Im weiteren behandelt Eure Unverträglichkeiten und Allergien. Ich wünsche Euch ein gesundes, langes Leben.

  3. Ja solange wir nicht Artgrrechte Nahrung zu ins nehmen zb. Fleisch Das Kochssalz, der weisse Zucker usw. Essen werden wir übersäuert und szerben einen langsamen un grauenhaften dahinsiechenden Tod.
    Esst Basisch und bingo schon höhrt das alles auf.

  4. Sehr geehrte Redaktion,
    die Erkenntnis über die Zusammenhänge der Darmflora (neulich Biom) und der Gesundheit ist uralt.
    Lipopolysaccharide sind KEINE Proteine sondern Fettzuckermoleküle die sehr viele Funktionen haben. Kurzkettige Gettsäuren sind bei jedem Menschen im Blut zu finden und spielen eine zentrale Rolle bei dem Zellmembran Aufbau.
    Ich wäre froh wenn man die Profis zur Aufklärung über so wichtige Sachverhalte wie Gesundheit konsultiert.

    Mit freundlichen Grüssen
    JK

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