AP 17: Aufwind für Direktsaat?

Welche Chancen bietet Direktsaat im Umfeld der AP 2017? Diese Frage stellte man sich an der Swiss-No-Till-Tagung.

Tildy Schmid |

Welche Chancen bietet Direktsaat im Umfeld der AP 2017? Diese Frage stellte man sich an der Swiss-No-Till-Tagung.

Im Rahmen der Agrarpolitik 2017 sollen die flächenbezogenen Direktzahlungen zugunsten von nicht marktfähigen Leistungen umgelagert werden. Somit ist es ein Gebot der Stunde, Arbeits- und Maschinenkraft noch effizienter einzusetzen. Gleichzeitig verlangt die Ressource Boden vermehrte Aufmerksamkeit. Liegt der Erfolg also bei der Direktsaat?

Diese Frage stellte man sich an der Direktsaat-Tagung der Schweizerischen Gesellschaft für bodenschonende Landwirtschaft (Swiss No-Till) in Witzwil BE. «Die Direktsaatfläche in der Schweiz entwickelt sich positiv», zeigte Swiss-No-Till-Präsident Hanspeter Lauper anhand einer der Flächenstatistik. «Aktuell 17'039 ha werden mit Direktsaat bewirtschaftet, das sind gut 500 ha mehr als 2011 und gut doppelt so viel wie im Jahr 2000», freute er sich. Zeit zum Beobachten und die Bereitschaft, Neues zu lernen, seien in der Direktsaat-Praxis wichtig, das unterstrichen auch die Vorträge zur Optimierung des Glyphosat-Einsatzes.

Plädoyer für den Boden

Weshalb ein striktes Umdenken bei der Ressource Boden nötig ist, erläuterte Jana Epperlein, Geschäftsführerin der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung aus Neuenhagen (D). «Die Landwirte sind prädestiniert, die Bodenschutzfrage voranzutreiben», bestätigte die Wissenschaftlerin den Produzenten. Dank Regierungen, Interessenverbänden und der FAO (Food and Agriculture Organization) breite sich der angestrebte Systemwechsel zunehmend aus.

In der Praxis verlangt das Grundprinzip der Conservation Agriculture (CA): Verzicht auf mechanische Bodenbearbeitung (Nullboden- oder Streifenbearbeitung), permanente organische Bodenbedeckung (Mulchdecken oder Pflanzenbestände), Artenvielfalt (Fruchtfolgen, Mischkulturen). Klar wird, wie der Systemwechsel zu einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit führt: weniger Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, kleinere Maschinen- und verminderte Arbeitskosten, reduzierter Witterungseinfluss. Dies erhöhe den Profit und stabilisiere die Erträge.

Eine Fabrik des Lebens

Epperlein legte dar, welch lebende, atmende Gemeinschaft von Organismen unser Boden darstellt. Sie erklärte das verborgene Leben von Bakterien, Pilzen, Mikro-, Meso- und Makrofauna und kam schlussendlich zu einem «Schwerathlet» im Boden: dem Regenwurm.
Im Verhältnis zu seiner Grösse gehört er zu den stärksten Tieren der Erde. Stemmt er doch das 50- bis 60-fache seines Körpergewichts. Der Regenwurmkot, ein Ton-Humus-Komplex, ist unverzichtbar für eine sich stabilisierende Bodenstruktur.

Jana Epperlein stellte die interessanten Regenwurm-Typen vor. Zu den wichtigsten gehören die im Unterboden tiefe Röhren grabenden Würmer. Fazit: Bei pfluglos bewirtschafteten Böden ist die Regenwurmdichte mehr als doppelt so hoch als bei konventioneller Bearbeitung. Humus ist das Geschenk der Würmer an den Landwirt.

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