Vertreter der Vertragsstaaten beschlossen am Dienstag in Genf, dass das Cites-Sekretariat mit Deutschland Gespräche über die umstrittene Einfuhr und Ausfuhr von seltenen Vogelarten führen soll.
Ausserdem stellte der Ausschuss der Vertragsstaaten erstmals fest, dass die Europäische Union Teile des Artenschutzabkommens nur unzureichend umsetzt.
Karibische Papageien
Im Jahr 2018 waren vom Aussterben bedrohte Papageienarten nach einem verheerenden Hurrikan auf Wunsch des Karibikstaates Dominica nach Deutschland exportiert worden. Dort wurde ein Zuchtprogramm zur Erhaltung der Spezies aufgebaut. Deutschland habe sich in dieser Notsituation für diesen Schritt entschieden, obwohl damals der Handel mit geschützten Arten aus Dominica nicht erlaubt gewesen sei, sagte ein Vertreter des Bundesamtes für Naturschutz vor dem Ausschuss.
Er räumte auch ein, dass Deutschland es verabsäumt hatte, die Ausfuhr von Spix-Aras für eine Zuchtstation in Indien nicht wie vorgesehen mit Brasilien abzusprechen. Die Vogelart war einst in Brasilien heimisch und ist in freier Natur ausgestorben.
«Wir begrüssen das Ergebnis sehr», sagte Daniela Freyer von der Organisation Pro Wildlife in München nach der Cites-Sitzung. «Es geht darum, dass sich Deutschland erklären muss», sagte sie.
In der EU werden aus Sicht des Cites-Ausschusses Zuchttiere bedrohter Arten nur unzureichend dokumentiert. Ausserdem seien kommerzielle Zuchtbetriebe für exotische Vögel und Reptilien bislang in der EU nicht registriert worden, stellte der Ausschuss fest.
Was ist CITES?
CITES ist die Abkürzung für «Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora» (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen). CITES ist eine internationale Konvention, die einen nachhaltigen, internationalen Handel mit den in ihren Anhängen gelisteten Tieren und Pflanzen gewährleisten soll. Die rechtliche Umsetzung und der Vollzug obliegen jedem Mitgliedstaat. Das Sekretariat von CITES hat seinen Sitz in Genf,
