Ausfall der Fabrik Frauenfeld überschatten hohe Ernte

Gute Witterung und tiefer Schädlingsdruck sorgten dieses Jahr für hohe Zuckerrübenerträge. Ein schwerer Defekt in der Zuckerfabrik Frauenfeld stoppte jedoch Ende November die Produktion und überschattet das erfolgreiche Anbaujahr. Der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) zieht Bilanz über das Jahr 2025. Mehr dazu im 6. Teil der 15-teiligen Jahresrückblick-Serie.

lid |

Eigentlich wäre bei den Zuckerrüben in diesem Jahr alles perfekt gewesen. Das Wetter hat ihnen gepasst und der Schädlingsdruck war geringer. Dies führte zu erfreulichen Erträgen. Doch dann kam der Supergau: «Am 23. November kam es in der Zuckerfabrik Frauenfeld zu einem groben Defekt am Kalkturm – in der Folge musste dort die gesamte Zuckerproduktion eingestellt werden», sagt Raphael Wild, Leiter Kommunikation der Schweizer Zucker AG.

Die Produktion in Frauenfeld soll im neuen Jahr noch einmal aufgenommen werden: Dafür soll der defekte Kalkofen rückgebaut werden, parallel dazu installieren die Techniker in Frauenfeld eine provisorische Anlage, die es ermöglichen soll, die Rübenverarbeitung mit reduzierter Kapazität wieder aufzunehmen. Das funktioniert laut der Schweizer Zucker AG, indem die Fabrik von extern mit Branntkalk und CO₂ versorgt wird.

Für den Kalk sind 16 Verfügbarkeit und Transport in einer Logistikkette gemeinsam geregelt – für das flüssige CO₂ hingegen stellt die Einrichtung einer regelmässigen Versorgung eine grosse Herausforderung dar. Die dafür nötige Menge und Transportkapazitäten seien knapp und müssen in ganz Europa gefunden werden. Gelinge dies, könne die Wiederaufnahme der Verarbeitung wieder starten, so die Schweizer Zucker AG.

Anbaujahr war gut

Dieses Jahr haben 3’089 Pflanzer auf 12’436 Hektaren Zuckerrüben angebaut. Das sind mehr Pflanzerinnen und Pflanzer und auch eine höhere Fläche als im Vorjahr. Es wurden 94 Hektaren Biorüben angebaut, 1’452 Hektaren IP-Suisse-Rüben und 5’577 Hektaren konventionelle Rüben. Den Zuckerrüben hat das diesjährige Wetter gepasst.

Das Frühjahr war gut und die Landwirtinnen und Landwirte konnten unter guten Bedingungen säen, wenn auch etwas später wegen des nassen Winters, so Luzi Schneider, Geschäftsführer der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenanbau.

Das weitere Rübenjahr verlief vorteilhaft: Die klimatischen Verhältnisse waren gut und der Schädlingsdruck geringer. Und trotzdem beschäftige die Schädlingssituation die Pflanzerinnen und Pflanzer, sagt Luzi Schneider. «SBR und Rübenrüssler sind sehr präsent und stellen den Anbau vor Herausforderungen», erklärt er.

Verarbeitung mit Problemen

«Die Erträge und Zuckergehalte sind erfreulich, und dies über die ganze Schweiz», sagt Raphael Wild von der Schweizer Zucker AG. Der Zuckergehalt liegt aktuell bei 16,7 Prozent.

Die verarbeiteten Rübenmengen lagen bis zum Stillstand der Zuckerfabrik in Frauenfeld über dem Durchschnitt. Die Ernte, der Transport und die Verarbeitung liefen bis am 23. November 2025 in den beiden Werken Aarberg und Frauenfeld sehr gut.

Kommentare (7)

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  • Gubr Mollis | 01.01.2026

    Jetzt ist die Gelegenheit, aufzuzeigen, dass es diese Riesenmenge an hoch gesundheitsschädlichem Zucker gar nicht braucht, Die Millionen von Zuckersubventionen müssen sofort in die KK -Prämienverbilligung investiert werden.


    Da wäre die Ohnmacht der steigenden Prämien die durch den überhöhten Zuckerkonsum ins unendliche steigen werden, gut zu entschärfen möglich. Die Lobby in BERN muss endlich geknackt werden.

  • henä | 31.12.2025
    Das Risiko trägt alleine der Produzent. Die Rüben am Haufen gehören den Pflanzer. Die Fabrik kauft nur die Rüben und zahlt sie dem endsprechend nach den Probeergebnisse. Haufen decken, angefaulte Rüben, Zuckerverlust ist Produzenten Risiko. Späht Ablieferung ist gedeckelt. Kein Risiko für Rübenverarbeitung Ende Februar.
    Der Variable Rübenpreis kann so auf einem Minimum gehalten werden, somit sind auch die Deutschen Rüben mit einem Gewinn verarbeitet.
    • Erich Markwalder | 01.01.2026
      Die deutschen freuen sich bis sie die zuckerproduktion ganz übernehmen können

      Cerco und kalkofenproblem kamen nicht zufällig
  • Peter Roth | 29.12.2025
    Lieber Schweizer Zucker als Rohrzucker. Hätte Zuckeraktien zu verkaufen.
  • Martin tschuemperlin | 29.12.2025
    Aussagekräftiger wäre dieser Artikel, wenn nebst der Anbaufläche auch die geerntete Menge in Tomnen angegeben würden. Weiterhin wäre es auch wünschenswert, wenn auch die Summe der Subventionen ersichtlich wäre! Transparenz wäre auch für normalen Konsumenten erstrebenswert! Ps: weiter so!?
  • Adrian Bucher | 29.12.2025
    Woher haben Sie dies Flächen, die stimmen gar nicht. Es waren 17500 ha Zuckerrüben. Davon 400 ha Bio Zuckerrüben und ca 4000 ha iPS.
    • zürcher | 29.12.2025
      Dachte ich auch..völlig unaussagekräftig. Und die Menge produzierter Zucker (Schätzung für 2025) oder so wäre viel informativer für die Allgemeinheit.
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