«Bauer wird Studi»: Die Qualität der Dozenten

Junglandwirt Sebastian Hagenbuch vertieft sein landwirtschaftliches Wissen mittels eines Agronomiestudium in Zollikofen. Nach bestandener Lehre mussten die Latzhosen und Arbeitshandschuhe dem (Sennen-)Hemd und Laptop weichen.

Sebastian Hagenbuch |

Junglandwirt Sebastian Hagenbuch vertieft sein landwirtschaftliches Wissen mittels eines Agronomiestudium in Zollikofen. Nach bestandener Lehre mussten die Latzhosen und Arbeitshandschuhe dem (Sennen-)Hemd und Laptop weichen.

Was kommt nun wohl? Eine lautstarke Beschwerde über unfähiges Lehrpersonal oder eine schwungvolle Lobeshymne an die Adresse der Unterrichtenden? Ich habe die Wahl: Entweder ich mache mich bei der Lehrerschaft unbeliebt (sofern dieser Blog überhaupt bis dort durchsickert), oder aber bin bei den Kommilitonen als Arschkriecher abgestempelt. Soviel zur vielversprechenden Ausgangslage.

Wissen auf zwei Beinen

Eines vorneweg: Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viel Fachkompetenz an der HAFL durch die Gänge spaziert und - zum Glück - auch für uns Studierenden doziert. Der eine oder andere Lebenslauf lässt mich jeweils kurz leer schlucken und ich frage mich, wie man in einem einzigen Leben so viel Wissen und Erfahrung anhäufen kann. Für mich als Student ist es bereichernd, von diesen Menschen zu lernen. Wie man zwei (oder mehr) Stunden auf für meine Begriffe fachlich anspruchsvollem Niveau sattelfest dozieren kann, beeindruckt mich immer wieder. Und das trifft auf die grosse Mehrheit der Lehrpersonen an dieser Schule zu.

Fachkompetenz ist nicht alles

Fachlich dürften - rein vom akademischen Palmarès her beurteilt - alle hier engagierten Personen auf der Höhe ihrer Aufgabe sein (oder zumindest hoch genug, damit es reicht, mir vieles beibringen zu können). Doch Fachkompetenz ist nicht alles, was einen als Student interessiert.

Nicht unüberraschend lerne ich wesentlich mehr, wenn die Dozierenden auch ein pädagogisches Flair mitbringen. Darüber, was einen guten Unterricht ausmacht, scheiden sich die Geister unter uns Studierenden. Meinen Geschmack trifft, wer Leidenschaft für seinen Fachbereich mitbringt und die Fähigkeit hat, auch über diesen eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Die Leidenschaft muss sich ja nicht in Form spontaner Jubelrufe und Purzelbäume im Hörsaal entladen, aber eine einigermassen engagierte Lehrperson wäre schon nett. Und kann in meinen Augen auch erwartet werden: Wäre ja komisch, wenn jemand quasi sein halbes Leben einem Fachbereich verschrieben hat, um dann lustlos vor interessierten jungen Menschen etwas darüber herunterzuleiern...

Interesse durch Dozierende geweckt

Dass ich mich für Vieles begeistern kann, ist mir in Anbetracht meines beruflichen Werdegangs nicht neu. Die vergangenen Monate haben mir aber eines deutlich gezeigt: Meine Leidenschaften hängen oft mit Menschen zusammen, die mich motivieren und inspirieren. Ob ich ein Fach gerne besuche oder nicht, oder sogar, ob ich mich in meiner Freizeit gerne hinsetze und dafür lerne, hängt auch davon ab, ob mich die Lehrperson anspricht oder eben nicht. So befinden sich unter meinen Lieblingsfächern auch solche, mit denen ich zu Studienbeginn nicht gerechnet hätte.

Nebst der Vermittlung fachlicher Inhalte gehört es in meinen Augen auch zum Anforderungsprofil eines guten Dozenten, die Studierenden zu motivieren. Ein wenig Idealismus hinter diesem Job wäre da wohl hilfreich. Diese Aufgabe sollte nicht vergessen werden, denn: Wer für etwas begeistert ist, ist auch bereit, grossen Einsatz zu leisten. Ich freue mich jedenfalls auf meine weitere Studienzeit und hoffe auf weiterhin gute Unterstützung seitens der Dozierenden.

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