
«Das Vorgehen wird im Einzelfall mit den Behörden abgestimmt», so Bell.
Bell Food Group
Die sogenannten PFAS können über die Umwelt und Futtermittel in Nutztiere und damit in Lebensmittel gelangen.
Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften
«Wir verlangen von den Produzenten/Lieferanten die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften in Bezug auf PFAS», erklärte Bell zunächst auf Anfrage des «Schweizer Bauer». Die entsprechende Richtlinie zu den Einkaufsbedingungen für Schlachtvieh sei am 27. August 2026 angepasst worden und gelte seit diesem Datum.
Bei per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) handelt es sich um eine Gruppe von mehreren Tausend synthetischen Industriechemikalien. Seit den 1970er-Jahren werden sie in grossem Umfang eingesetzt.
Wie die Bauern die Einhaltung sicherstellen, schreibt Bell jedoch nicht vor. «Wie die Lieferanten/Produzenten die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sicherstellen, ist ihnen überlassen», erklärt Davide Elia, Leiter Corporate Marketing/Communication.
Probenintervall angepasst
Bell führt auch eigene Kontrollen durch. «Wir führen seit 2024 risikobasierte PFAS-Analysen bei verschiedenen Tiergattungen durch.» Der Probenplan sei inzwischen angepasst und mit den Behörden abgestimmt worden. Was geschieht, wenn bei einem gelieferten Tier zu hohe PFAS-Werte festgestellt werden, ist nicht generell festgelegt. «Das Vorgehen wird im Einzelfall mit den Behörden abgestimmt», so Bell.
PFAS sind allerdings kein rein schweizerisches Problem. Entsprechend stellt sich die Frage nach Importfleisch. Laut Bell gelten auch dort die gesetzlichen Vorgaben. «Die Importeure stimmen ihre Prüfkonzepte ebenfalls mit den Behörden ab.» Ob Importfleisch jedoch gleich häufig und nach demselben Muster wie Schweizer Fleisch kontrolliert wird, beantwortet Bell nicht konkret.
Dieses Zitat von Bell zeigt das Dilemma der Bauern. Den Letzten beissen die Hunde. Bei so einem schwerwiegenden Thema muss aber juristisch zuerst geklärt werden ob nicht die Produzenten dieser Stoffe, sprich die Chemische Industrie, für die Folgekosten aufkommen muss und nicht die Bauern oder der Staat. Es wäre jetzt an unserem SBV diese Probleme abzuklären und zu lösen. Danke.
Verstehe mich bitte recht, es geht mir doch gar nicht darum, wer, ob die Schweiz oder EU, als Erster PFAS-Grenzwerte aufgestellt hat. Es geht mir ”nur” darum, dass wir allen, weltweit!, uns Gedanken machen über PFAS und dass wir allen, also nicht nur die Bauern, oder nur die Politik, oder nur die Konsumenten, dringend etwas gegen PFAS unternehmen. Dazu gehört zuerst einmal, dass die Bevölkerung ausführlich informiert wird. Föderalismus ist auch nicht unbedingt hilfreich, das Problem sollte landesweit angepackt werden.
Und verstehen Sie mich auch hier recht: ich habe gar nichts gegen Bauern, ganz im Gegenteil!
Dank immer präziserer Analytik rückten nun auch andere Stoffe in den Fokus, Klärschlamm durfte nicht mehr auf Felder ausgebracht werden. Aber die bereits ausgebrachten Schadstoffe sind damit nicht verschwunden und bei der medialen Sündenbocksuche war schnell mal pauschal die Landwirtschaft am Pranger, auch in dieser Kommentarspalte. Man wusste es, aber aus Mangel an Lösungen wie das Zeug vernünftig aus dem Boden zu holen ist, wartet man ab.
Mir stossen "im nachhinein weiss man es besser" Kommentare halt schon sauer auf.
Wie saniert man solche grossen Flächen in der EU?
Sie schreiben die Unwahrheit.
Ich weiß ... die Wahrheit ist nicht immer angenehm.
Die Definition von "schon lange vorher angegangen" scheint flexibel interpretierbar.
Ihr Schlussatz ist völlig richtig.