Bis zu 800 Hektaren Totalausfall

Mit 50 t/ha liegt der geschätzte Rübenertrag rund 20 t/ha unter dem Durchschnitt. Zudem werden hohe Amino-N-Werte die Zuckerverluste erhöhen.

Lukas Aebi * |

Seit der ersten Erhebung hat es im gesamten Anbaugebiet nur sehr wenig geregnet. Zusätzlich zum akuten Wassermangel haben die wiederholten Hitzewellen die Rübenbestände stark belastet. Zudem hat der starke Rüsslerbefall die Situation noch verschärft. Parzellen, auf denen die Rüssler bekämpft wurden, haben die Rüben die Hitze besser überstanden und könnten allfällige Niederschläge noch in Wachstum umsetzen.

In beiden Regionen nahm der Ertrag um 14 t/ha auf 50 t/ha zu, was rund 20 t/ha unter dem Durchschnitt liegt. Die Erfahrungen zeigen, dass die Erhebungsergebnisse oft auch dem Endergebnis entsprechen. Die Erhebungen werden von Hand durchgeführt und liegen deshalb 15 bis 20 Prozent höher als bei der maschinellen Ernte. Immerhin ​ist ​der ​Zuckergehalt sehr hoch. Dadurch kann der geringe Ertrag teilweise kompensiert werden, womit eine höhere Zuckerproduktion pro Hektare erreicht wird, die mit dem schlechten Blattlausjahr 2021 vergleichbar ist. Die hohen Amino-N-Werte werden die Zuckerverluste erhöhen.

Inzwischen scheinen sich die Temperaturen etwas abzukühlen. Es wären jedoch zwingend weitere Niederschläge erforderlich, um bis zur Ernte noch auf einen Ertragszuwachs hoffen zu können. Der Anteil der Parzellen mit gesunden Blättern und intakten Rüben ist in der Ostschweiz höher als in der Westschweiz. Im Westen rechnet die Schweizer Zucker (SZU) AG mit einem Totalausfall von 400 bis 800 ha. Pflanzer werden aufgefordert, Totalausfälle der SZU zu melden, damit die Logistik geplant werden kann.

Mit den sinkenden Temperaturen nimmt das Risiko von Sekundärinfektionen ab. Bis Ende Oktober wird empfohlen, die Rüben möglichst nahe am Verladetermin zu roden, da sie sich im Boden besser halten als in Mieten. Die Verladepläne bleiben bestehen. Weiter wird empfohlen, betroffene Parzellen zu überwachen und ein allfälliges Auftreten von Fäulnis zu melden. Weitere Informationen erhalten die Pflanzer über die Beta-Swiss-App. In Frauenfeld TG beginnt die Verarbeitung der Biorüben am 11. September.

* Lukas Aebi arbeitet bei der Schweizer Zucker AG.

Kommentare (9)

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  • henä | 02.09.2026
    Getreidebauer: Gehe mal davon aus, das du das als Scherz meinst. Raps überdurchschnittlich!! Obwohl kaum geblüht. Weizen und Gerste gut aber kein Rekord.
    Für Rest gleicher Meinung.
    • Getreidebauer | 03.09.2026
      Meine Erträge: WW 85 kg/a, WG 95 kg/a, Raps 42 kg/a. Oberaargau, intensiv.
      Klar gibt es lokale Unterschiede. Raps früh gesät top Bedingungen, Glück beim Pflanzenschutz, für mich ist ein Ertrag über 40 kg/a schon überdurchschnittlich, hängt natürlich von der Ertragserwartung ab.
      Damit will ich die Probleme der Tierhalter nich klein reden, mir geht es darum Apokalyptikern wie Herrn Heimberg etwas entgegenzusetzen.
    • Getreidebauer | 03.09.2026
      Ab 40 kg nenne ich das überdurchnittlich. Vielleicht hast du andere Ertragserwartungen.
  • S. Schweizer | 29.08.2026
    Durchschnitt heisst, es ist mal mehr und mal weniger. Dieses Jahr ist es offenbar weniger, also ganz normal.
  • Ueli Keller Nürensdorf | 29.08.2026
    Im Januar noch haben wir uns gesorgt : können wir die vielen Rüben noch abführen ? Ein ausgeprägtes EL Ninio Ereignis hat zu dieser extremen Wettersituation geführt. Natürlich wird das Klima wärmer, hat aber wenig mit der Trockenheit zu tun. Die warmen Jahre sind die guten Jahre, die Düngernormen sollten an die höheren Ertragspotentiale angepasst werden.
  • Dänu | 29.08.2026

    Gehört zum Berufsrisiko ansonsten neuen Job suchen

  • Hartmann | 29.08.2026
    "Klimaschwankung" (-Veränderung) ist das Natürlichste der Welt. Vor 2000 Jahren, zur Römerzeit, war es wärmer als jetzt. Die Römer hatten im Elsass Oliven angebaut, auch die Reben über die Alpen gebracht. Dann kam im Mittelalter die "kleine Eiszeit", bei der hunderttausende Menschen starben. Dann wieder eine warme Epoche, nochmals eine kältere...Jetzt sind wir am Anfang einer längeren Warmzeit. Das ist immer noch besser als eine grosse Eiszeit, bei der die Gletscher das ganze Mittelland zudecken. Nur Rigi, Pilatus, Napf ,Juragipfel ragten aus dem Eismeer....🥺
  • Ulrich Heimberg | 28.08.2026
    Vielleicht erkennt nun auch Bauernverband (Ritter) und SVP/Landwirtschaft (Dettling), dass es sich um Klimaveränderung handelt, nicht um Schwankungen oder gottgegebene Temperaturen !
    • Getreidebauer | 01.09.2026
      Dieses Jahr war ein gutes Geteidejahr. Gerste absolutes Rekordjahr, Weizen super (es wurden 12'000 t bzw. 12 Millionen kg Brotweizen denaturiert), Raps überdurchschnittlich. Und das ganze ohne zu bewässern.
      Der sinkende Kuhbestand kann längerfristig zu einem höheren Milchpreis führen.
      Jeder Bauer weiss, dass es bessere und schlechtere Jahre gibt Hysteriker betrachten nur einzelne Jahre, blenden andere aus und machen ein Riesengeschrei.
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