
Im Fleischbereich konnten regionale Verarbeitungsbetriebe in den letzten zehn Jahren ihr Angebot erweitern, Innovationen umsetzen und somit die regionale Versorgung sicherstellen, heisst es in einem Bericht.
Yannick Andrea
Im Bericht «Landwirtschaftliche Produkte aus Graubünden» wird besonders deutlich die Chance hervorgehoben, Bündner Markenkäse verstärkt in der Deutschschweiz zu vermarkten, da Graubünden als Tourismuskanton eine hohe Bekanntheit geniesst.
Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die Milchproduktion in einzelnen Regionen eine kritische Grösse nicht unterschreiten darf. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass lokale Käsereien nicht mehr betrieben werden könnten, was die regionale Wertschöpfung erheblich beeinträchtigen würde, heisst es in einer Mitteilung des Kantons Graubünden.
Innovationskraft der Käsereien
«In den vergangenen zehn Jahren haben die regionalen Käsereien grosse Innovationskraft gezeigt», heisst es weiter. Das Sortiment an Käse- und Molkereiprodukten wurde deutlich erweitert und differenziert. Viele Betriebe konnten durch gezielte Entwicklungsprojekte ihre Produktionskapazitäten steigern und neue Produkte auf den Markt bringen.

Die Bündner Käsereien haben in den vergangenen zehn Jahren grosse Innovationskraft gezeigt, heisst es in einem Bericht.
Monika Neidhart
Die Förderung einzelner Verarbeitungsbetriebe oder deren Einbettung in regionale Entwicklungsprojekte hat sich als wirkungsvoll erwiesen. «Das Absatzpotenzial für halbharten Käse aus Graubünden scheint intakt und leicht steigend», schreibt der Kanton. Um die Nachhaltigkeit der regionalen Landwirtschaft zu sichern, sollten solche Investitionen langfristig unterstützt werden.
Auch beim Fleisch ist regionale Verankerung entscheidend
Nicht nur im Milchbereich, sondern auch bei Fleischprodukten zeigt die Analyse, dass die Sicherung lokaler Verarbeitungsstrukturen entscheidend bleibt. Über direkte Vertriebskanäle kann die regionale Nachfrage effektiv gedeckt werden, und die Auswertung verdeutliche, dass vorhandene Potenziale bereits gut genutzt werden. Lokale Strukturen würden nicht nur die Versorgung, sondern auch Qualität und Vielfalt sichern.
Zahlen aus dem Bericht
Rund zwei Drittel der Bündner Betriebe produzieren nach biologischen Richtlinien. 2023 gab es etwa 1100 Milchviehbetriebe (53 %) mit 15’000 Kühen; seit 2011 gingen Bestände, Fläche und Arbeitsplätze um rund ein Sechstel zurück, während die Zahl der Bio-Milchkühe stabil blieb.
Bei der Fleischproduktion zählte Graubünden im Jahr 2023 rund 970 Betriebe, die Rinder zur Fleischproduktion hielten (47 %). Zusammen halten sie insgesamt 13’000 Mutterkühe, wobei etwa 75 Prozent der Produktionsflächen auf Bio-Betriebe entfällt.
Zusammengefasst zeigt der Bericht, dass die Landwirtschaft in Graubünden in den vergangenen 15 Jahren stabil gewachsen ist. Insbesondere im Milch- und Fleischbereich konnten regionale Verarbeitungsbetriebe in den letzten zehn Jahren ihr Angebot erweitern, Innovationen umsetzen und somit die regionale Versorgung sicherstellen. Um die Produktion, Vielfalt und Vermarktung nachhaltig zu stärken und die wirtschaftliche Stabilität der Regionen zu erhalten, ist eine gezielte Förderung dieser Strukturen weiterhin zentral, heisst es weiter.