Bundesrat gegen Glyphosat-Verbot

Der Bundesrat will das umstrittene Unkrautvertilgungsmittel Glyphosat nicht verbieten. Er lehnt eine entsprechende Forderung der Grünen ab.

Der Bundesrat will das umstrittene Unkrautvertilgungsmittel Glyphosat nicht verbieten. Er lehnt eine entsprechende Forderung der Grünen ab.

Ein Glyphosatverbot wäre aus verschiedenen Gründen problematisch, schreibt die Regierung in der am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Motion der Grünen Fraktion. Für zahlreiche Anwendungsbereiche gebe es zurzeit als einzige Alternative die mechanische oder thermische Vernichtung. Diese Bekämpfungsmethoden erforderten mehr Energie und Arbeitsaufwand.

In anderen Fällen würde die Unkrautvernichtung mit einer Mischung verschiedener Wirkstoffe erfolgen, um die gleiche Wirkung wie mit Glyphosat zu erzielen. Glyphosat sei jedoch kaum toxisch für Gewässerorganismen und im Grundwasser bisher nicht nachweisbar.

300 Tonnen pro Jahr

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid. In der Schweiz werden schätzungsweise 300 Tonnen pro Jahr eingesetzt. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hatte Glyphosat 2015 als «wahrscheinlich krebserregend für Menschen» klassifiziert. Die EU-Chemieagentur ECHA hingegen stuft das Krebsrisiko als «unwahrscheinlich» ein.

Derzeit wird die Zulassung von Glyphosat in der EU überprüft. Bisher ist keine Mehrheit für eine Verlängerung der Zulassung um weitere fünf Jahre zu Stande gekommen. Die Bundesverwaltung arbeitet derzeit an einem Bericht über Glyphosat.

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