Das sind die Kühe des Jahres

Der grosse Leserwettbewerb ist entschieden. Mit Braunvieh und Simmental stehen zwei Schweizer Rassen ganz oben auf dem Treppchen. Die beiden Podeste stehen mit einem Dreifachtriumph Schweizer Rassen und zweimal Limousin auf dem Treppchen.

Die 75 besten und schönsten Kühe aller grossen Milch- und Fleischrassen der Schweiz standen letzten Herbst zur Wahl zur Milchkuh und zur Mutterkuh des Jahres 2025. Ausgewählt wurden die Wettbewerbsteilnehmerinnen nach objektiven Kriterien: Gesamtzuchtwert, Leistungsdaten und die lineare Beschreibung und Einstufung (LBE) beim Milchvieh, die Leistungen, wo vorhanden die Zuchtwerte und die LBE bei den Mutterkühen. Nun sind Tausende Stimmen des «Schweizer Bauer»-Leserwettbewerbs «Kühe des Jahres 2025» ausgezählt, und die Entscheide sind gefallen.

Die Startnummer 1 siegt

Milchkuh des Jahres 2025 ist M&M’s Salomon Bonny. Die Brown-Swiss-Kuh im Besitz von Patrick Durrer, Kerns OW, trat mit der Startnummer 1 an – und konnte sich in einem engen Rennen den Sieg holen. Die am 15. August 2018 geborenen Salomon-Tochter stammt aus der bekannten Zucht von Matthias und Fränzi Süess, Andwil SG. In ihrer dritten Laktation wurde sie 2024 mit 97 98 93 96 92/EX 95 linear beschrieben, und mit einem Gesamtzuchtwert (GZW) von 1211, einem Milchwert von 115 und ihrer Höchstleistung in der dritten Laktation von 12’587  kg Milch mit 4,31 Prozent Fett und 3,81 Prozent Eiweiss trägt sie den Titel sicher zu Recht.

An ihrer Milchleistung hat ihr Besitzer Patrick Durrer einen wesentlichen Anteil. «Wir haben einen Anbindestall, bei dem ich sehr auf den Tierkomfort achte», erklärt er. «Ich füttere überwiegend Raufutter und Silage. Ohne Mischwagen, von Hand – aber mit viel Zeit. Die Kühe brauchen diese Zeit zum Fressen, und wenn ich im Stall bin, kann ich sie beobachten.»

Eher dominant

Gekauft hat Patrick Durrer Bonny als Zweitmelkkuh. Ihr Pozenzial sei früh klar gewesen. Doch dass er sie bekommen habe, sei auch ihrem Charakter zu verdanken: «Sie ist eher dominant, und da war es eine gute Entscheidung, sie aus dem Lauf- und in den Anbindestall zu nehmen. Hier funktioniert sie sensationell. Aber sie sucht nicht den Kontakt zu Meschen. Sie hat Power und zieht ihr Ding durch.» Bei der Auswahl seiner Tiere, sei es beim Kauf oder bei der Remontierung, achtet der Züchter auf Leistung und Exterieur. «Ich nehme gerne an Ausstellungen teil. Doch ein breites Becken und ein gutes Euter sind auch für die Produktion zentral.»

Simmental vor Limousin

Bei den Fleischrindern steht ebenfalls eine Schweizer Rasse zuoberst auf dem Podest. Sie ist aber nicht braun wie Bonny, sondern hat ein geflecktes Fell. Greenfarm’s LO.Dennis wird Mutterkuh des Jahres 2025. Die im April 2020 geborene Simmentaler Kuh gehört Daniel, Kurt und Ken Janzi aus Zweisimmen BE. Gezüchtet wurde die Loriot-Tochter von Jürg und Nicolas Grünenwald, Matten / St. Stephan BE.

Mit ihrer linearen Beschreibung aus dem Jahr 2024 von 96 95 93/EX 95, einer Widerristhöhe von 144 cm und einem Gewicht von 976 kg bringt sie optisch alles mit, was eine Siegerin braucht. Die Leistungsdaten stimmen ebenfalls mit einem Erstkalbealter von 28 Monaten, einer Zwischenkalbezeit von 366 Tagen und den Zuchtwerten Absetzgewicht direkt (AGD) von 102 und Absetzgewicht maternal (AGM) von 100.

Als Rind gekauft

«Wir haben LO.Dennis als Rind gekauft», erinnert sich Daniel Janzi, der den Betrieb in Zweisimmen als Generationengemeinschaft mit seinen Söhnen Kurt und Ken führt und der auch noch Milchkühe hat. «Damals haben wir von Limousin auf Simmentaler umgestellt – und kauften mehrere Tiere aus guten Herdebuchbetrieben, denn unser Ziel ist die Zucht.» Derzeit hat die Generationengemeinschaft zehn bis zwölf Simmentaler Mutterkühe.

«Es werden aber etwas mehr, wir möchten den Betriebszweig ausbauen und uns vor allem auf den Verkauf von Stieren fokussieren», so Daniel Janzi. Er lobt an LO.Dennis ihren perfekten Charakter: «Sie ist die umgänglichste Kuh, die wir haben, man kann jederzeit und überall zu ihr hin.» Seit letztem November kann er sich über einen weiteren Meilenstein freuen: «Wir liessen LO.Dennis neu linear beschreiben. Mit EX 96 und 97 im Typ hat sie eine der höchsten möglichen Noten erreicht.»

Milchrassen Schweizer Herkunft

Hinter der Brown-Swiss-Kuh M & M’s Salomon Bonny, der «Milchkuh des Jahres 2025», steht auch auf dem zweiten Rang eine angestammte Schweizer Rasse. Die Original-Braunvieh-Kuh Humana erhielt von den Leserinnen und Lesern des «Schweizer Bauer» am zweitmeisten Stimmen.

Die 2017 geborene Harlei-Tochter wurde gezüchtet von Alois Marty aus Goldau SZ und gehört nun der Nachfolgergeneration auf dem Hof, Theo und Fabienne Marty. Auf dem dritten Platz folgt mit der Simmentaler Kuh Cyrill Akalei die dritte einheimische Rasse. Züchter und Besitzer der 2018 geborenen Akalei ist Ueli Schärz aus Aeschi bei Spiez BE.

Fleischrassen

Der Limousin-Zuchtbetrieb Burri’s Limousin aus Dagmersellen LU darf sich hinter der Siegerin greenfarm’s LO.Dennis über den zweiten Platz von Burri’s Tamina freuen. Die 2016 geborene Rex-Tochter stammt aus eigener Zucht. Franz und Anita Burri, die den Betrieb heute als Generationengemeinschaft mit Sohn Elia führen, konnten viermal die «Mutterkuh des Jahres» stellen: zweimal mit Burri’s Fontana, einmal mit Burri’s Gismonda und bei der letzten Wahl 2023 mit Burri’s Vronita.

Drittplatzierte bei den Wahl zur «Mutterkuh des Jahres» ist mit Galliker’s Orla eine weitere Vertreterin der verbreiteten Rasse Limousin. Die 2016 geborene ImprévuTochter wurde gezüchtet von Vater Josef Galliker und gehört nun dem Hofnachfolger Fabian Galliker aus Gunzwil LU.

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