Die kleine Schwester der Brombeere

Die Kratzbeere ist eher unscheinbar und als Wildobst kaum bekannt. Wenn die Sträucher noch keine Früchte tragen, lassen sie sich auf den ersten Blick kaum von der Brombeere unterscheiden.

Kratzbeeren sind bläulich bereift und schmecken nicht so intensiv wie Brombeeren. Aufgrund des hohen Säuregehalts werden die saftigen Früchte meist nicht pur vom Strauch gegessen, sondern zu Konfitüre, Gelee, Saft oder Kompott verarbeitet.

Dornen kratzen eher als stechen

Kratzbeeren sind auch in Joghurtspeisen, im Sorbet, Smoothie und als Kuchenbelag ein Genuss. Eine besondere Spezialität ist «Kroatzbeerenlikör», den es auch im Handel zu kaufen gibt. Im Frühling können die jungen, fein-aromatischen Blätter gesammelt und für Salate, Sossen und Gemüsesuppen verwendet werden. Getrocknet werden sie, ähnlich wie bei der Brombeere, als Tee aufgegossen.

Die Kratzbeere (Rubus caesius), auch als Ackerbeere oder Kroatzbeere bekannt, gehört zur Familie der Rosengewächse. Die Pflanze ist in ganz Europa verbreitet und eng mit der Brombeere verwandt. Sie kam zu ihrem Namen, da ihre Dornen eher kratzen als stechen. Die Sträucher mit den dreiteiligen, gezähnten Blättern werden maximal 80 Zentimeter hoch und sind damit deutlich niedriger als bei der Brombeere.

Reich an positiven Inhaltsstoffen

Die Kratzbeere blüht im Juni und Juli mit relativ grossen weissen Sternen. Die schwarz-blauen Früchte bilden sich im September und erscheinen durch einen Wachsüberzug hell und matt. Es handelt sich um Sammelsteinfrüchte, die aus 5 bis 20 Einzelfrüchtchen bestehen. Sie sind sehr weich und fallen beim Pflücken leicht auseinander. Ähnlich wie die Brombeere ist auch die Kratzbeere reich an positiven Inhaltsstoffen wie Provitamin A und Vitamin C, Mineralstoffen und Flavonoiden.

Wer Kratzbeeren sammeln möchte, kann auf Brachflächen, an Wegen und Waldrändern, in Hecken und an Bachufern Glück haben. Die niedrig wachsenden Sträucher mögen es feucht, sodass sie auch in Auwäldern zu finden sind. Im Garten können sie sich rasch vermehren, da die Triebe leicht Wurzeln bilden.

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