Die IGBS-Schau 2026 ist Geschichte – in Erinnerung bleibt eine herausragende Braunviehschau mit überragenden Siegerinnen. Heini Stricker aus Mörschwil SG hatte die Ehre, die Schönste von den Besten zu küren. Der erfahrene Richter ist mit dem Schauplatz bestens vertraut und richtete bereits zahlreiche Ausstellungen, darunter auch die IGBS-Schau im Jahr 2012.
Top 3 Junior-Abteilungen
Euterstarke, junge Zillertalerin
Nach dem Rangieren der Jungkühe richteten sich alle Blicke auf den ersten Höhepunkt des Abends: die Wahl zur Junior-Schöneutersiegerin. Die Spannung in der Halle war spürbar, denn die besten Euter der ersten Laktation standen sich noch einmal direkt im Ring gegenüber.
Vier Finalistinnen überzeugten mit Qualität und Ausdruck: Kg Miranda von Hannes Klausner, Strass im Zillertal (AT), Reichlingen Lockdown Lola P von Pascal Reichlin, Steinerberg SZ, Felder’s Pete Pia-Lina-Et von G-Wal Mountain Cows und Three-Salzgeber, Sarnen OW, sowie Schwarz Owen Helen von René und Evelin Schwarz, Vals GR.
Während er die österreichische Kg Miranda an die Spitze stellte, lobte Richter Stricker die Huge-Tochter: «Ein Euter mit sehr starken Verbindungen, drüsig, korrekt getragen und mit einem extrem starken, hohen Voreuter.» Im direkten Vergleich ergänzte er: «Die Nacheuterhöhe war bei der ersten stärker, die Voreuterlänge bei der zweiten nochmals ausgeprägter als bei der dritten.» Mit diesen Vorzügen sicherte sich Miranda den Titel vor der Vize-Schöneutersiegerin Reichlingen Lockdown Lola P.
Junior Champion: Reichlin gewinnt mit Lola P
Ein weiterer Höhepunkt folgte mit der Wahl des Junior Champions. Drei Kühe standen zuletzt im Ring – drei Tiere, die für Richter Stricker genau das verkörperten, was moderne Zucht ausmacht.
Es seien genau solche Bilder, die man sich von ganz jungen Kühen wünsche – mit Ausstrahlung, Qualität und viel Entwicklungspotenzial. In der Endauswahl standen Kg Miranda von Hannes Klausner, Strass im Zillertal (AT), Reichlingen Lockdown Lola P von Pascal Reichlin, Steinerberg SZ, und Schamaun Brice Breezy von Florian und Silvia Schamaun, Davos Platz GR.
«Ein wunderbares Bild da in der Mitte», kommentierte Stricker, als die drei Finalistinnen nebeneinanderstanden und die Entscheidung unter sich ausmachten. Den Titel des Junior Champions sicherte sich schliesslich die VG-86 eingestufte Reichlingen Lockdown Lola P. Stricker lobte die Komplettheit der Lockdown-Tochter und auch die wunderbare obere Linie. «Eine Kuh, die extrem viel Freude macht und auch in Zukunft machen wird», so der Experte aus Mörschwil SG über die Tochter der EX-93 eingestuften ReichlinGen Huge Sg Helia, welche in der dritten Laktation 10 654 kg Milch produzierte. Zur Vize-Champion ernannte er die Zillertalerin Kg Miranda, während Schamaun Brice Breezy zum Mention Honorable ausgezeichnet wurde. Abschliessend bat Stricker um Applaus – nicht nur für diese drei herausragenden Kühe, sondern für alle jungen Kühe, die sich bereits im Ring präsentiert hatten.
Top 3 Senior-Abteilungen
Langensand und Häcki stellenEuterchampion
Bei den Kühen ab der zweiten Laktation und älter stand die Wahl zur Senior-Schöneutersiegerin an. In der Endauswahl präsentierten sich Franzen BS Salomon Sina von Franz und Pascal Felder, Marbach LU; Halter’s Arrow Alaska von Erwin Langensand und Karl Häcki, Dallenwil NW; Salomon Sina von Martin Keller, Buchs SG; Rechsteiner BS Julius Nora von Walter Rechsteiner, Bächli (Hemberg) SG, sowie Wittenwilers Julius Cipsy von Andreas Wittenwiler, Nesslau SG.
«Wer die Wahl hat, hat die Qual – aber es ist eine wunderbare Aufgabe, wenn man aus solchen absoluten Traumeutern eine Siegerin küren darf», erklärte Stricker mit Blick auf das hochklassige Feld.
Den Reserve-Schöneutersieg vergab er an Wittenwilers Julius Cipsy. Zur Siegerin kürte Stricker anschliessend die EX-94 eingestufte Halter’s Arrow Alaska. Mit absolut genialen Verbindungen, viel Höhe und Drüsigkeit setzte sie sich die Drittlaktierende in dieser starken Konkurrenz durch und sicherte sich den Schöneutertitel.
Grandioser Sieg für Lennox Lore
Zum Abschluss des Abends stand die Grand-Champion-Wahl an. Stricker gratulierte nochmals allen Beteiligten – «denn es braucht alle für einen solchen Erfolg» – und heizte die Stimmung in der bis auf den letzten Platz gefüllten Halle ein. In der Endauswahl blieben Wittenwilers Julius Cipsy von Andreas Wittenwiler, Nesslau SG, Lore von Heidi Eberl, Kolsassberg (AT), und Franzen BS Salomon Sina von Franz und Pascal Felder, Marbach LU. Damit war klar: Jede dieser drei Kühe würde einen Podestplatz erreichen. Den dritten Rang sprach Stricker Wittenwilers Julius Cipsy zu. «Eine Kuh, die mich sehr, sehr beeindruckt hat, die lange in der Schöneuterwahl dabei war», betonte er.
Sie besteche durch Euterqualität, Ausgeglichenheit und Ausdruck. In der Beckenpartie habe ihm die Zweitplatzierte «etwas stabiler und sicherer» gefallen – «wobei wir keine Fehler suchen wollen, man sieht die super Qualität dieser Kuh». Im Finalduell standen sich zwei unterschiedliche Typen gegenüber. «Rechts viel Breite und Power, links viel Feinheit und Ausstrahlung», erklärte Stricker.
Zum Grand Champion kürte er schliesslich die links stehende Lore von Heidi Eberl, Kolsassberg (AT). Ausschlaggebend seien ihre Feinheit, ihre Ausstrahlung und die Voreuterverbindung gewesen, «wo sie mir ein bisschen besser gefällt», hielt er fest, betonte aber zugleich die absolut geniale Qualität der Mitfinalistin.
Riesig war der Jubel der österreichischen Delegation, als Lore vor Franzen BS Salomon Sina und Wittenwilers Julius Cipsy zur Grand Champion ausgerufen wurde. Die Freude war so gross, dass auch das eine oder andere Freudentränchen verdrückt wurde. Die mittlerweile sechsjährige Lennox-Tochter Lore EX-92 hatte bereits an der Europaschau in Imst 2024 mit dem 6. Rang bei den Zweitlaktierenden auf sich aufmerksam gemacht. Nun setzte sich die Tirolerin im Finalduell gegen die sehr jugendliche, mittlerweile elfjährige und mit EX-96 eingestufte Franzen BS Salomon Sina durch und krönte sich an diesem eindrücklichen Schauabend als würdige Grand-Champion.


















