Die Preise für Importfutter explodieren

Wer wegen der Trockenheit denkt, dass das Problem mit günstigem Importfutter gelöst werden kann, der irrt. Die Preise steigen stark, und das Angebot ist beschränkt. Zu diskutieren geben auch die Zölle.

Tobias Strahm |

Die Trockenheit bringt den Schweizer Raufuttermarkt zunehmend unter Druck. Futterhändler und Tierhalter berichten von einer angespannten Versorgungslage und deutlich steigenden Preisen. Während Bodenheu im vergangenen Winter noch für weniger als 25 Franken pro 100 kg gehandelt wurde, werden heute bereits rund 35 Franken bezahlt.

Die Trockenheit wütet

Landwirte berichten, dass für belüftetes Schweizer Heu in Grossballen derzeit 45 bis 47 Franken verlangt würden. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass die Vorräte bis zum kommenden Frühjahr nicht ausreichen könnten.

Die Ursachen reichen weit über die Schweizer Grenzen hinaus. Die Trockenheit betrifft grosse Teile Westeuropas, so auch Frankreich, Norditalien und Süddeutschland, wo das meiste importierte Raufutter herkommt. «Belüftungsheu gibt es in der Schweiz wenig bis gar nicht zu kaufen. Das, was man kaufen kann, lassen sich die Verkäufer bezahlen – rund 10 Franken mehr als im letzten Jahr, weil alles so trocken ist», erklärt Futtermittelhändler Thomas Flury aus Feldbrunnen SO.

Schwierige Versorgung für kommenden Winter

Auch im Ausland sei die Situation keineswegs entspannter. «Heu von geringerer Qualität für Rinder und Pferde wurde schlicht weniger verkauft.» Stattdessen fressen es die Kühe. Besonders besorgt zeigt sich Flury auch mit Blick auf die Maisernte, die die Verluste auf den Wiesen nicht auffangen kann. «Ich habe Respekt und fast Angst davor. Das gibt eine riesige Misere.» Zwar hätten einige früh silierte Bestände noch akzeptable Erträge geliefert, doch vielerorts seien die Kulturen bereits stark geschädigt.

Luzerne erweise sich zwar als vergleichsweise trockenheitsresistent, insgesamt zeichne sich aber bereits jetzt eine schwierige Versorgung für den kommenden Winter ab. In der Branche sorgt deshalb insbesondere die Entscheidung des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) für Kritik, den Einfuhrzoll auf Heu und Luzerne per 1. Juli nicht zu senken.  Das BLW weist die Kritik jedoch zurück. Der Grenzschutz werde nach dem im Landwirtschaftsgesetz verankerten Schwellenpreissystem festgelegt. 

Kommentare (5)

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  • Petsch | 11.07.2026

    Spare in der Zeit, so hast du in der not.


    Vielleicht sollte man in Typischen Trockengebiete den Tierbestand auf schlechte Jahre auslegen und sonst auf durchschnittliche Jahre, dann sollte 1 Schlechtes Jahr die Landwirte nicht in Bedrängnis bringen. 2025 wurde überall als Rekordjahr bezüglich Quantität und Qualität betitelt und 1 Jahr später wird sxhon von futterknappheit gesprochen.


    Für die vollgas Betriebe welche die letzten Jahre ohne auszureichende Futtergrundlage Ausgebaut haben, hält sich mein Mitleid in Grenzen.

    • [email protected] | 11.07.2026
      Erklär das mal deiner Nährstoffbilanz. Die interessiert sowas nicht
    • Bergbauer | 12.07.2026
      Futter lagern in Futterlager die sie nicht Bewilligen, ich kann ein Lied davon singen, genau das versuchte ich den Behörden beizubringen, weil wir extrem von Trockenheit betroffen sein können. Aber nein kein m2 mehr als berechnet
  • Neutraler Beobachter | 11.07.2026
    Der Artenschutz zahlt sich immer weniger aus. Haben wir genug, werden Zölle erhoben. Umgekehrt ist man dann wieder froh über die Zulieferer vom Ausland.....Das ist Ritter und Parmelin Politik. Wenn möglich kein Risiko für Unternehmer, aber immer vom Steuerzahler berappt...
  • Geissbock | 11.07.2026
    Das hat sich der BOM Präsident ja gewünscht. Eine möglichst schlechte Ernte und wenig Milch. Der fromme Wunsch scheint aufzugehen!!!
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