
Schweizer Landwirtschaftsbetriebe sind zukünftig verpflichtet, dem Bund sämtliche Bezüge von Kraftfutter, Mineral-, Hof- und Recyclingdüngern sowie von Pflanzenschutzmitteln zu melden.
BLW
Melden, managen, den Überblick über den Betrieb behalten – die Digitalisierung vereinfacht vieles. Doch manchmal entwickelt sich das digitale Büro schneller, als einem lieb ist. Von Taxas über die neuen Plattformen Smartherd und Cownect bis zur Umstellung von Hoduflu auf Digiflux: In diesem Jahr hatten die Landwirtinnen und Landwirte einiges zu bewältigen. Bei all den Neuerungen den Überblick zu behalten, ist eine Herkulesaufgabe – und sorgt auch für Ärger.
Bundesamt gibt Entwarnung
Besonders im Schussfeld steht derzeit die Meldeplattform Digiflux. Diese Woche warnte der Ostschweizer Haffa Maschinenbetrieb seine Kunden in einem Schreiben: «Bitte registrieren Sie sich noch nicht für Digiflux.» Die Daten seien nicht abgesichert, zudem seien bereits Daten einzelner Betriebe verschwunden. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) gibt Entwarnung: «Die Aussage trifft in dieser Form nicht zu. In Digiflux sind keine Daten verloren gegangen», hält BLW-Mediensprecherin Sarah Kehrli fest. Die Daten aus Hoduflu würden gestaffelt übernommen. Ein Sicherheitsvorfall liege nicht vor.
«Es bringt keinen Vorteil, mit der Registrierung zuzuwarten», so Kehrli. Nun verschärft sich die Kritik. Die IG Bauernunternehmen fordert das BLW auf, «die Übung sofort abzubrechen» und zum System Hoduflu zurückzukehren. Digiflux funktioniere nicht und verursache einen «nicht verantwortbaren Mehraufwand». Die IG berichtet von unvollständig übernommenen Daten und Problemen bei der Erfassung von Lieferungen. Das neue System dürfe erst eingesetzt werden, wenn unter anderem Datenübernahme, Rechteverwaltung und Support sichergestellt seien.
-> Hier gibts Infos vom Bund zum Thema «Digiflux»
-> Hier finden Sie weitere Artikel zum Thema «Digiflux»
Neue Tools, neue Probleme
Auch bei den Milchviehzüchtern sorgt eine digitale Umstellung für Kritik. Knapp 1900 Betriebe von Holstein Switzerland mussten Ende Juni 2026 von Holstein Vision und Holstein Mobile auf Smartherd und Cownect umsteigen. Eine Holsteinzüchterin empfindet dies als deutlichen Rückschritt und vermisst vor allem die einfache Bedienung der bisherigen Lösungen.
Michel Geinoz, Direktor von Holstein Switzerland, sieht bei Benutzerfreundlichkeit und intuitiver Bedienung noch Verbesserungspotenzial. Man arbeite intensiv daran; letzte Woche sei ein wichtiges Release erfolgt.
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