Fünf Wochen nach dem Felssturz im Walliser Dorf Raron sind am Mittwoch Sicherheitssprengungen durchgeführt worden. Mit rund 300 Kilogramm Sprengstoff wurden rund 1500 Kubikmeter Fels weggesprengt. Damit sollen neue unkontrollierte Felsabbrüche verhindert werden.
Nach einem Knall um Punkt 11 Uhr waren zunächst nur zwei grosse Staubwolken am Hang oberhalb Rarons zu sehen. Die Geologen, die die Sprengung ausgelöst hatten, wollten sich noch am Mittwoch den Hang ansehen, um beurteilen zu können, ob die Aktion erfolgreich war.
45 Personen können nicht nach Hause
Die Sprengaktion habe 40 Tage Vorbereitungszeit gebraucht, dank des milden Wetters habe man aber relativ rasch handeln können, sagte Gemeindepräsident Reinhard Imboden der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Um den Sprengstoff im instabilen Hang anzubringen, mussten fast 200 Löcher in den Fels gebohrt werden.
Die rund 500 Einwohner, die während der Sprengung zur Sicherheit evakuiert worden waren, sollten noch am Mittwoch in ihre Häuser zurückkehren können. 45 Menschen sind nach wie vor ausserhalb der gefährdetsten Zone untergebracht. Wann sie zurückkehren können, war zunächst unklar.
Felsstürze in Steinbruch
Anfang Februar war es in Raron in einem Steinbruch im Abstand von einem Tag zu zwei Felsstürzen gekommen. Einer davon staute einen Bach. Es drohte die Überschwemmung eines Ortteils. Verletzt wurde niemand. Aufgrund weiterer drohender Felsstürze wurde ein Gebiet evakuiert und 76 Personen mussten ihre Häuser verlassen. 29 davon konnten nach etwa einer Woche in ihre Unterkünfte zurückkehren.
Gemäss einer groben Schätzung waren bei den Felsabbrüchen insgesamt etwa 300’000 bis 500’000 Kubikmeter Geröllmassen in Bewegung geraten.
