Der tropische Regenwald nimmt wegen Dürren immer weniger Kohlendioxid auf. Das zeigt eine neue Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETH Zürich) im Fachblatt «Nature». Ein Grossteil der Klimamodelle berücksichtigt diesen Rückkopplungseffekt beim CO2 nicht.
Die Klimaerwärmung könnte also schneller voranschreiten als bisher erwartet, wie die ETH Zürich in einer Mitteilung vom Donnerstag schrieb.
Denn Pflanzen stellen die CO2-Aufnahme ein, um Wasserverluste zu vermeiden, wenn es zu heiss und trocken wird. Zudem gibt es bei heiss-trockenen Bedingungen auch mehr Waldbrände, die zu CO2-Verlusten in der Biosphäre führen. Kommen solche Bedingungen also öfter vor, könnte der Wald laut den Forscherinnen und Forschern weniger CO2 aufnehmen. Die Klimaerwärmung würde dadurch verstärkt.
Landökosysteme weniger Robust
Bislang gingen die Forschenden davon aus, dass die Land-CO2-Senke erst bei einer hohen bis sehr hohen globalen Erwärmung von 2 bis 4 Grad Celsius klar beeinträchtigt würde. Die neue Studie deutet jedoch darauf hin, dass die Landökosysteme weniger robust gegenüber Klimaveränderungen sein könnten.
Konkret konnten die Forscherinnen und Forscher nachweisen, dass sich die Kopplung zwischen der tropischen Wasserverfügbarkeit und der CO2-Wachstumsrate in den jüngsten 30 Jahren von 1989 bis 2018 im Vergleich zur vorherigen Periode von 1960 bis 1989 intensiviert hat.
Keine Prognosen
Diese Ergebnisse geben laut Studienleitern Sonia Seneviratne Anlass zur Sorge. Dennoch warnt die Klimaforscherin vor voreiligen Schlüssen: «Unsere Studie schaute zurück – nicht nach vorn. Die Resultate sind keine Prognosen», sagte sie laut Mitteilung der ETH.
In einem ersten Schritt wollen die Forschenden nun die Klimamodelle in die Lage versetzen, die Auswirkungen von Dürren auf den Kohlenstoffkreislauf adäquat zu berücksichtigen. «Erst dann können wir genauere Prognosen für die künftige Kohlenstoffsenke an Land erstellen», sagte Sonia Seneviratne.

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