Ein gefährlicher Parasit bedroht Amerikas Rinder

Der Nachweis des Neue-Welt-Schraubenwurms in Texas ist eine ernstzunehmende Bedrohung für die Tiergesundheit und die Landwirtschaft. Die US-Behörden sind zuversichtlich, dass der Parasit dank schneller und koordinierter Gegenmassnahmen erfolgreich bekämpft und ausgerottet werden kann, wie es bereits in der Vergangenheit gelungen ist.

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Das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat offiziell bestätigt, dass der gefährliche Neue-Welt-Schraubenwurm erstmals seit vielen Jahren wieder in den Vereinigten Staaten nachgewiesen wurde. Wie die USDA mitteilt, erfolgte der Fund bei einem drei Wochen alten Kalb im texanischen Zavala County und hat umgehend umfangreiche Massnahmen zum Schutz der Tierbestände ausgelöst.

Die betroffene Infektion wurde im Nabelbereich des Kalbes entdeckt. Dies sei ein typischer Eintrittspunkt für die Larven, die in der Regel über offene Wunden oder Körperöffnungen in den Organismus gelangen. Trotz dieses bestätigten Falls seien bislang keine weiteren Infektionen gemeldet worden.

Gefährlicher Parasit mit erheblichen Folgen

Der Neue Welt Schraubenwurm (Cochliomyia hominivorax) ist ein parasitärer Schädling, dessen Larven sich in das lebende Gewebe von Warmblütern eingraben und eine sogenannte Myiasis verursachen. Myiasis ist eine Infektion, bei der sich Fliegenlarven (Maden) im lebenden Gewebe von Menschen oder Tieren entwickeln und dieses schädigen. Betroffen sind vor allem Nutz-, Haus- und Wildtiere, was häufig erhebliche wirtschaftliche Schäden in der Landwirtschaft zur Folge hat. In seltenen Fällen können auch Menschen betroffen sein.

Die adulten Fliegen sind an ihren orange-roten Augen, dem metallisch blau-grünen Körper und drei dunklen Rückenstreifen erkennbar. Weibchen legen ihre Eier bevorzugt in offene Wunden, wo die schlüpfenden Maden mit hakenförmigen Mundwerkzeugen tief ins Gewebe eindringen. Der Befall führt zu schweren, übelriechenden Wunden, Schwäche und endet unbehandelt meist innerhalb einer Woche tödlich.

-> US-Viehhalter drohen Millionenverluste

Schnelle Massnahmen zur Eindämmung

Unmittelbar nach dem Nachweis haben die USDA und die Behörden des Bundesstaates Texas eine Reihe von Massnahmen eingeleitet, um eine Ausbreitung zu verhindern. Dazu gehört insbesondere die Einrichtung einer 20 Kilometer grossen Sperrzone um den Fundort herum. Innerhalb dieser Zone gelten strenge Kontrollmassnahmen wie Quarantänen, Bewegungsbeschränkungen und eine intensive Überwachung.

Die Sperrzone wurde südlich der texanischen Stadt Uvalde eingerichtet, nur rund 90 Kilometer von der US-mexikanischen Grenze entfernt. 

Die US-Behörden haben weitere Massnahmen zum Schutz der Landwirtschaft eingeleitet. Dazu zählen die Bildung eines gemeinsamen Krisenstabs und eine verstärkte Fallenüberwachung entlang der Grenze. Laut dem USDA bestehe jedoch keine Gefahr für die Lebensmittelsicherheit.

Mit Fliegen gegen Fliegen

Ein zentraler Bestandteil der Bekämpfung sei gemäss USDA der Einsatz der sogenannten sterilen Insektentechnik (SIT). Es handelt sich um ein Verfahren zur gezielten Bekämpfung von Schadinsekten. Dabei werden in grosser Zahl sterile Männchen freigesetzt, die sich mit den Weibchen paaren, ohne Nachkommen zu erzeugen, wodurch die Population mit der Zeit sinkt.

Das Verfahren gilt als artspezifisch, umweltfreundlich und als Ergänzung zu Überwachung und anderen Bekämpfungsmassnahmen. Laut USDA werden bereits rund vier Millionen solcher Fliegen pro Woche in der Region verteilt, zusätzlich zu neuen, lokalen Freisetzungsmassnahmen am Boden (-> Trump lässt Fliegen aus Flugzeugen regnen ).

Auch wirtschaftliche Folgen für Mexiko

Die US-Behörden haben im letzten Jahr den Import von lebenden Rindern (sowie Pferden und Bisons) aus Mexiko gestoppt, um eine Ausbreitung eines gefährlichen Parasiten ins eigene Land zu verhindern (-> USA stoppen Rinderimport aus Mexiko wegen Fliege .

Mexiko kritisiert den Importstopp als unfair und betont, dass exportierte Tiere kontrolliert und frei von dem Parasiten seien. Für mexikanische Rinderhalter hat die Entscheidung jedoch bereits deutliche wirtschaftliche Folgen (-> Mexiko: Fliege stürzt Rinderhalter in die Krise

-> Rinder: Fliege sorgt für Zoff zwischen USA und Mexiko

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