In den Niederlanden hat das durchschnittliche Einkommen in der Landwirtschaft und im Gartenbau 2019 zugenommen, wobei die Entwicklungen in den einzelnen Betriebszweigen aber unterschiedlich ausfielen.
Nach aktuellen Schätzungen der Universität Wageningen liegt die Kenngröße für die gesamte Branche im laufenden Jahr bei rund 57'000 Euro (62'013 Fr.) pro unbezahlte Jahresarbeitseinheit (JAE). Das wären 6'000 Euro (6'525 Fr.) mehr als im Vorjahr und 5'000 Euro (5'438 Fr.) mehr als der Fünfjahresdurchschnitt.
Die Wissenschaftler begründen die positive Entwicklung vor allem mit der Erholung der Einkommen der Schweinehalter, die sich im Mittel auf 257'000 Euro (279'550 Fr.) belaufen dürften, nach nur kaum 9'000 Euro (9'790 Fr.) im äusserst schwierigen Vorjahr. Für den kräftigen Auftrieb hätten die höheren Preise für Ferkel und Mastschweine als Folge der in Ostasien grassierenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) gesorgt.
Auch das Einkommen der Gewächshaus-Gartenbaubetriebe dürfte 2019 im Mittel zugenommen haben, und zwar um 11'000 Euro (11'964 Fr.) auf rund 201'000 Euro (218'615 Fr.) pro nicht bezahlte JAE. Hier wirkten vor allem höhere Erlöse für Tomaten, Paprika und Schnittblumen positiv. Dagegen dürfte das durchschnittliche Einkommen der Ackerbauern nach den Berechnungen der Wageninger Ökonomen im jetzt zu Ende gehenden Kalenderjahr im Vergleich zu 2018 deutlich niedriger ausfallen. Gerechnet wird mit einem Rückgang um 38'000 Euro (41'326 Fr.) auf nur 37'000 Euro (40'243 Fr.) pro nicht bezahlte JAE. Als Ursache nennen die Fachleute die im Vergleich zu 2018 umfangreicheren Erntemengen, die zu Preisdruck bei Zwiebeln, Kartoffeln undWeizen geführt hätten.
Noch weniger als die Ackerbauern werden in diesem Jahr wahrscheinlich die Milchviehhalter verdienen. Ihr durchschnittliches Einkommen schätzen die Wissenschaftler für 2019 auf nur 31'000 Euro (33'720 Fr.), was im Vorjahresvergleich einem Minus von 7'000 Euro (7'613 Fr.) entsprechen würde. Das Fünfjahresmittel würde demnach um 6'000 Euro verfehlt. Begründet wird das niedrige Einkommen vor allem mit rückläufigen Erlösen für Kälber und zugleich höheren Kosten für Futter, Gebäude sowie Maschinen.