Die beim Silomaisanbau in Nordwesteuropa verzeichneten Ertragszuwächse sind zum Teil auch der Klimaveränderung zuzuschreiben.
Friedhelm Taube von der Universität Kiel verweist in einem Beitrag für die Zeitschrift «mais» auf die Ergebnisse des Projekts «CarboMais», in dem er und seine Mitarbeiter den Einfluss des Klimawandels und des Zuchtfortschritts auf die Ertragsbildung, die Qualität und Wurzelmasseentwicklung bei Silomais in den vergangenen 40 Jahren errechnet haben.
Höhere Temperaturen
Für die Studie sei für zwei Modellsorten mithilfe des Erntezeit-Prognosemodells MaisProg und Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die langjährige Entwicklung verschiedener Klimaeinflüsse auf die Erträge verglichen worden. Während Niederschläge und Globalstrahlung ohne nennenswerten Einfluss geblieben seien, hätten deutliche Effekte der Temperatur nachgewiesen werden können, erklärt Taube.
So sei am untersuchten Standort die Durchschnittstemperatur zwischen April und Oktober um 1,3 Grad gestiegen, die Temperatursumme um 330 Grad. Das habe - bei einem herausgerechneten Einfluss des Zuchtfortschritts - zu fast 68 kg Trockenmasse (TM) pro Hektar und Jahr höheren Erträgen geführt.
Steilere Blattstellung
Hinsichtlich des Zuchtfortschritts sei für die vergangenen 40 Jahre ein linearer Ertragszuwachs von jährlich 137 kg TM/ha errechnet worden. Dieser Ertragszuwachs sei aber nicht - wie zunächst erwartet - über höhere Kolbenerträge erreicht worden, sondern vor allem über eine Anpassung der Blattapparatur, was einen deutlich erhöhten Blattflächenindex und damit auch eine erhöhte Strahlungsnutzungseffizienz zur Folge gehabt habe, so Taube.
Moderne Einzelpflanzen seien mit zwei bis drei zusätzlichen und insgesamt längeren Blättern ausgestattet, deren steilere Blattstellung das Sonnenlicht besser ausnutze. Zudem habe nachgewiesen werden können, dass nicht nur die Stickstoffverwertungseffizienz gestiegen sei, sondern auch das Stickstoffaneignungsvermögen
mit den Ertragssteigerungen positiv korreliert sei.
Die Merkmalsausprägungen der Wurzeln hätten sich dagegen entgegen den Erwartungen kaum verändert. Als Fazit schlussfolgert Taube, dass die Maiszüchter schon in der Vergangenheit erfolgreich an der Klimaanpassung der Sorten gearbeitet hätten. Die weiter steigenden Temperaturen dürften zu einer Verschiebung der Verwertungsrichtung zugunsten des Körnermaisanbaus auch in Nordwestdeutschland führen.

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