«Es gab weniger Vandalismus»

Die Biodiversitätsinitiative wurde deutlich abgelehnt. «Das Nein zur Initiative ist kein Nein zur Biodiversität», schreibt der Schweizer Bauernverband (SBV) in einer Mitteilung. Sandra Helfenstein ist Leiterin Kommunikation des Schweizer Bauernverbands (SBV). Sie gibt Auskunft darüber, wieso sich alle über das Resultat freuen aber auch  müde sind und keine Energie mehr haben.

«Schweizer Bauer»: Wie waren die Einschätzungen des SBV bezüglich des Abstimmungsergebnisses? Sandra Helfenstein: Im Vorfeld war es schwierig abzuschätzen, wie stark die Biodiversität und diese Initiative die Schweizer Bevölkerung bewegen wird. Nach den ersten Umfragen zeichnete sich aber ab, dass ein Nein der wahrscheinlichere Ausgang ist. Doch dass das Nein so klar ausfällt, damit haben wir nicht gerechnet. Es freut uns!

Wie war die Abstimmungskampagne im Vergleich zu anderen Abstimmungen? Was wir in allen Kantonen feststellten ist, dass die Bauernfamilien der vielen landwirtschaftlichen Abstimmungen müde sind. Sie haben keine Energie mehr, um sich dauernd zu in Abstimmungskämpfen engagieren. Vielen schlägt es auch aufs Gemüt, dass sie sich ständig rechtfertigen müssen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Diskussionen über diese Initiative es auch ermöglicht haben aufzuzeigen, was die Landwirtschaft aktuell bereits für den Schutz der biologischen Vielfalt tut.

Von aussen hatte man das Gefühl, der Abstimmungskampf sei ruhiger als bei anderen Initiativen (weniger Plakate am Strassenrand… weniger Mobilisation ect…). Wie hat der SBV das wahrgenommen? Ja, es gab auch in unserer Einschätzung in der Tendenz weniger Vandalismus. Ein Grund dafür ist sicher, dass beide Seiten sich für einen respektvollen Umgang mit Andersdenkenden aussprachen.

Welche Bilanz zieht der SBV? Unsere Bilanz ist positiv,  aber auch wir sind der vielen Abstimmungskämpfe müde. Diese kosten immer viele finanzielle und personelle Ressourcen, die uns dann anderswo fehlen. Wichtig ist, dass nun der Volksentscheid auch in der weiteren politischen Diskussion anerkannt wird und nicht zusätzliche Landwirtschaftsflächen für die Biodiversität unter Schutz gestellt werden.

Welche Stellung hat der SBV zur Ablehnung der BGV-Reform? Wir haben zur BVG-Reform Stimmfreigabe beschlossen, weil es für uns Gründe dafür und Gründe dagegen gab.

Biodiversitätsinitiative wird abgelehnt

Die Stimmenden in der Schweiz wünschen sich keine zusätzlichen Anstrengungen für mehr biologische Vielfalt. Stadt und Land sind sich allerdings uneins, ob es mehr Fördermassnahmen braucht. Mehrere Städte nahmen die Initiative teils deutlich an.

Insgesamt wurde die Biodiversitätsinitiative am Sonntag mit 63 Prozent der Stimmen abgelehnt. Nur zwei Kantone stimmten zu. Rund 1’579’300 Stimmende legten ein Nein ein und rund 926’200 ein Ja. Die Stimmbeteiligung war mit knapp 45 Prozent durchschnittlich.

So reagieren die Verlierer der Initiative.

So reagieren die Gewinner der Initiative.

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