Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra hat seine Milchpreisprognose für das Wirtschaftsjahr 2014/15 noch einmal gesenkt und die Milchlieferanten vor spürbaren Erlöseinbußen gewarnt.
Nachdem den Erzeugern für die am 1. Juni begonnene Saison zunächst noch ein Basispreis von 6,00 NZ$ (3,74 Euro) pro Kilogramm Milchfeststoff in Aussicht gestellt worden war, der im September auf 5,30 NZ$ (3,31 Euro) nach unten korrigiert wurde, teilte Fonterra am vergangenen Mittwoch (10.12.) mit, dass nun nur noch mit einer Auszahlungsleistung von 4,70 NZ$ (2,93 Euro) zu rechnen sei. Das wären 44 % weniger als in der Saison 2013/14, als das Kilogramm Milchfeststoff mit einem Spitzenpreis von 8,40 NZ$ (5,24 Euro) vergütet wurde.
Fonterra-Vorsitzender John Wilson begründete die Kürzung des Milchgeldes mit dem weltweit großen Rohstoffangebot, das seit der letzten Preisprognose im September unter anderem zu einem Rückgang der Vollmilchpulvernotierung an der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) um fast 17 % und bei Magermilchpulver um knapp 8 % geführt habe. Es gebe eine Reihe von Faktoren, darunter die Auswirkungen der Ukrainekrise oder die nachlassende Nachfrage in China, die einen nachhaltigen Wiederanstieg der Preise verzögerten, erläuterte Wilson.
Laut Schätzungen des Branchenverbandes DairyNZ wird der angekündigte Milchpreisrückgang auf Erzeugerseite zu einem Einkommensverlust von mehr als 6 Mrd NZ$ (3,7 Mrd Euro) im Vergleich zum Vorjahr führen, was etwa 2,7 % des Bruttoinlandsprodukts in Neuseeland entspricht. Kalkulationen der Organisation zufolge könnten bis zu einem Viertel der neuseeländischen Milchbauern bei diesem Niedrigpreis in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, da sie beispielsweise ihre laufenden Kosten oder Kreditzinsen nicht mehr begleichen könnten. Da vor der zweiten Jahreshälfte 2015 kaum mit einer größeren Erholung der Preise zu rechnen sei, riet DairyNZ-Geschäftsführer Tim Mackl den Farmern, die Kosten noch stärker im Blick zu behalten, Liquiditätspläne zu erstellen und gegebenenfalls rechtzeitig mit der Bank zu reden.