Initiative für nachhaltig produzierte Lebensmittel lanciert

Die Grüne Partei will mit einer Volksinitiative dafür sorgen, dass vermehrt Nahrungsmittel aus nachhaltiger Produktion auf den Schweizer Tellern landen. Die Delegierten gaben am Samstag in Delsberg grünes Licht für die Lancierung der Initiative.

sda/blu |

Die Grüne Partei will mit einer Volksinitiative dafür sorgen, dass vermehrt Nahrungsmittel aus nachhaltiger Produktion auf den Schweizer Tellern landen. Die Delegierten gaben am Samstag in Delsberg grünes Licht für die Lancierung der Initiative.

Die Initiative «für nachhaltig produzierte Lebensmittel» würde den Bund verpflichten, die Produktion und den Import von Lebensmitteln stärker auf Ökologie und Tierfreundlichkeit auszurichten. Auch für importierte Nahrungsmittel sollen die Schweizer Standards gelten, beispielsweise was den Tierschutz betrifft.

Auch Konsumenten und Bauern proftieren

«Wir wollen ein Angebot an Lebensmitteln, die qualitativ hochstehend, sicher und gesund sind», sagte Co-Präsidentin Adèle Thorens vor über 170 Delegierten. Unnötige Transporte sollten vermieden und Mindestanforderungen in Umwelt- und Sozialfragen respektiert werden.

«Und wir fordern dies sowohl für Lebensmittel, die hierzulande produziert werden, als auch für importierte Produkte», sagte die Waadtländer Nationalrätin weiter. Davon würde nach Ansicht der Grünen nicht nur die Umwelt profitieren, sondern auch die Konsumenten und die Bauern.

Die unterschiedlichen Standards in den verschiedenen Ländern setzten die Schweizer Bauern unter Druck, argumentiert der Vorstand der Grünen. In anderen Ländern werde eine Art «Öko-Dumping» betrieben, bei dem möglichst günstig produziert werde.

Junge Grüne melden Vorbehalte an

Die Delegierten folgten den Argumenten des Vorstands mehrheitlich und sprachen sich mit 132 zu 10 Stimmen bei 21 Enthaltungen für die Lancierung der Lebensmittelinitiative aus. Mit der Unterschriftensammlung wollen die Grünen Mitte Mai beginnen.

Vorbehalte gegen die Lancierung meldeten an der Delegiertenversammlung die Jungen Grünen an. Ihnen missfällt, dass keine verbindlichen Ziele vorgegeben werden. Zudem befürchten sie, dass durch die Kampagne für die Initiative zu viele Ressourcen gebunden werden, was anderen Projekten - etwa den Kampf für den Atomausstieg - schaden könnte.

Die Grünen sind nicht die einzigen, die sich derzeit dem Thema Lebensmittel annehmen. Der Schweizer Bauernverband und eine Gruppe um SVP-Nationalrat Rudolf Joder haben im Dezember entschieden, gemeinsam eine Volksinitiative für die Ernährungssicherheit zu lancieren. Mit dem Volksbegehren wollen die Initianten die inländische Produktion stärken. Und auch die Bauerngewerkschaft Uniterre hat eine Initiative für Ernährungssouveränität ins Auge gefasst.

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