«Kauf von Aktien bindet mich an Lobag Milch AG»

Donat Schneider, der frühere Geschäftsführer der Landwirtschaftlichen Organisation Bern und angrenzende Gebiete (Lobag), leitet seit dem 1. November die Lobag Milch AG. Und er hält selber neu 25% der Aktien.

Interview: Samuel Krähenbühl |

Donat Schneider, der frühere Geschäftsführer der Landwirtschaftlichen Organisation Bern und angrenzende Gebiete (Lobag), leitet seit dem 1. November die Lobag Milch AG. Und er hält selber neu 25% der Aktien.

«Schweizer Bauer»: In der Lobag wurde der Milchhandel der Lobag Milch AG von der Produzentenorganisation (PO) Lobag getrennt. Wie weit sind Sie?
Donat Schneider: Der neue Verwaltungsrat der Lobag Milch AG wird an der ersten ordentlichen Generalversammlung Ende Februar komplettiert. Die Gremien haben entschieden, dass die Lobag Milch AG danach unter einem neuen Namen als Marktorganisation auftreten wird. 

Kostet die neue Strukur mehr?
Wir haben  einen klaren Auftrag: Es gibt keine Beitragserhöhung. Wir sind also auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, mit gleich viel Geld zu arbeiten. Natürlich sind die Aufgaben der PO Lobag reduziert, weil die Marktaktivitäten weg sind. Deshalb wird dort auch der Personalbestand reduziert.

Wie wird der Verwaltungsrat der neuen Milch AG in Zukunft zusammengesetzt sein?
Wir sind mitten in den Gesprächen. In den Milchringen gibt es durchaus fähige Milchproduzenten, die sich für die Vermarktung ihrer Milch im Verwaltungsrat einsetzen wollen. 

Werden der Vorstand der PO Lobag und der Verwaltungsrat der Milch AG personell total entflochten?
Wir wollen Verband und Markttätigkeit entflechten. Bei uns im Verwaltungsrat der Milch AG wird niemand Einsitz nehmen, der in der PO eine tragende Rolle hat. Zwecks Informationsaustausch wird aus dem Verwaltungsrat der Milch AG jemand im PO-Vorstand sein. Er wird aber keine tragende Figur in der PO sein.

Bisher war die Lobag Milch AG zu 100% Tochter der Lobag Genossenschaft. Wie sieht das Aktionariat neu aus?
Die Lobag Genossenschaft selber hat jetzt keine Aktien mehr, sondern nur noch die Milchlieferanten und meine Person. 75% der Aktien sind bei den Milchproduzenten, aufgeteilt auf  Milchringe und angeschlossene Käsereien. Die Milchringe sind nach Anteil Milchmenge beteiligt, die Käsereien halten der Menge entsprechend 5%. Ich selber halte 25% der Aktien.  Die Milchlieferanten müssen jetzt die Richtung der Organisation selber bestimmen. Als Aktionäre wählen sie den Verwaltungsrat, nicht mehr die Lobag Genossenschaft. Formalrechtlich haben die Milchproduzenten in der AG also wesentlich mehr zu sagen als vorher.

Warum haben Sie selber als Geschäftsführer Aktien gekauft? Und warum haben Sie überhaupt den Schritt gewagt vom Geschäftsführer des grössten kantonalen Bauernverbandes in den nicht immer ganz einfachen Milchhandel?
Der Wechsel von der Gesamtverantwortung Lobag zur Lobag Milch AG ist tatsächlich ein nicht ganz selbstverständlicher Schritt. Mir ist es aber sehr ernst damit. Ich will mich voll für die Zukunft der Lobag Milch AG und der ihr angeschlossenen Milchproduzenten engagieren. Der Kauf von Aktien durch meine Person ist deshalb zum einen ein klares Bekenntnis, zum anderen bindet es mich auch an die Organisation.

Die Lobag Milch AG ist zwar eine der grösseren Milchhandelsorganisationen, aber doch nur eine unter vielen. Wäre es nicht an der Zeit, endlich zu grösseren Einheiten zu fusionieren?
Eine Fusion ist eine gute Variante, wenn sie Sinn macht.  Mit der neu geschaffenen Struktur sind wir so flexibel wie kaum eine andere Organisation in der Schweiz. Die Lobag Milch AG wurde als verlängerter Arm der Interessenvertretung gegründet mit dem Ziel eines nationalen Milchpools. Der nationale Pool kam bekanntlich nicht zustande. Wir richten uns deshalb jetzt noch konsequenter auf den Markt aus. 

Was ist Ihre Strategie als neuer Geschäftsführer im Milchmarkt?
Die Strategie bestimmt der Verwaltungsrat, das Ziel ist aber klar: Unsere Produzenten sollen eine möglichst hohe Wertschöpfung erzielen können und nicht einfach Restgeldempfänger sein. Milch vermarkten heisst ein hochwertiges Produkt zu verkaufen und nicht einfach zu liefern, dafür investieren wir unsere Ressourcen. Das können Allianzen mit dem Detailhandel oder dem Verarbeiter sein, beispielsweise über Labels. Das kann sogar ein eigener Kanal für die Überschussverwertung sein. Es geht dabei um eine Ventilfunktion, damit wir nicht C-Milch für 25 Rappen liefern müssen.  Für uns ist jedoch nach wie vor klar, dass wir nicht zum Milchverarbeiter werden. Wir bleiben ein verlässlicher Partner für unsere Abnehmer.

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