Kaufbereitschaft für Waldprojekte steigt

Eine aktuelle Studie der Landwirtschaftlichen Rentenbank deutet auf ein grosses Potenzial für Waldprojekte am freiwilligen Kohlenstoffmarkt in Deutschland hin.

AgE |

Am freiwilligen Kohlenstoffmarkt (VCM) zeigen Unternehmen in Deutschland eine zunehmende Kaufbereitschaft für Waldprojekte. Dabei steht die Qualität der Projekte im Mittelpunkt. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Landwirtschaftlichen Rentenbank unter 134 Unternehmen in Deutschland.

Durch die finanzielle Unterstützung von Projekten des natürlichen Klimaschutzes über den VCM können Unternehmen freiwillig und ausserhalb ihrer Lieferketten zum Schutz der Natur und der Begrenzung des Klimawandels beitragen. Lediglich 38% der befragten Unternehmen waren nach Angaben der Rentenbank auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt aktiv.

Allerdings gehörten Waldprojekte zu den beliebtesten Projekten. Drei von vier der befragten Unternehmen, die bereits im VCM aktiv seien, hätten schon einmal ein Waldprojekt unterstützt. Die Hälfte aller befragten Unternehmen wolle ihr Engagement in diesem Bereich in den kommenden zwei bis drei Jahren ausweiten.

Laut der Studie stehen insbesondere Waldprojekte in Deutschland für eine bessere Überprüfbarkeit der Projektqualität. Fast 39% der Befragten würden das Bundesgebiet als Projektstandort bevorzugen. Die mittlere Zahlungsbereitschaft liege bei 20 Euro (19.10 Franken)  bis 29 Euro (27.20 Franken) pro Tonne CO2 -Äquivalent. In der Spitze würden sogar mehr als 40 Euro (38.20 Franken) toleriert.

Digitale Angebotsplattform erwünscht

Nach Angaben der Rentenbank sahen die Befragten insbesondere die Unübersichtlichkeit des Angebots sowie die Gefahren der doppelten Inanspruchnahme der entstehenden Klimaschutzleistungen kritisch. Um ein solches «double claiming» zwischen Waldbesitzern beziehungsweise Projektsponsoren einerseits und der nationalen Anrechnung in öffentlichen Klimainventaren andererseits zu verhindern, würden Kohlenstoffzertifikate aus Deutschland aktuell nicht zur Kompensation von Emissionen genutzt.

Ausserdem fürchteten die Unternehmen Risiken aufgrund mangelnder Projektqualität. Zudem bestehe Bedarf an einer digitalen Plattform, um die Übersichtlichkeit des Angebots an Projekten zu verbessern. Dafür hätten sich 58 % der Unternehmen ausgesprochen, die neu in den Markt einsteigen wollten.

Als möglichen Lösungsansatz für das «double claiming» empfiehlt die Rentenbank sogenannte «alternative claims», bei denen weniger die CO2 - Wirkung als vielmehr die Ökosystemleistungen als Ganzes im Mittelpunkt stünden.

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