Konsumentenforum sieht sich bei Subventionen benachteiligt

Die Finanzhilfen des Bundes an die Konsumentenorganisationen werden künftig nach einem neuen Schlüssel verteilt. Dieser orientiert sich stärker an einem Leistungskatalog. Das Konsumentenforum (kf) fühlt sich benachteiligt und prüft eine Klage gegen den Bund.

Die Finanzhilfen des Bundes an die Konsumentenorganisationen werden künftig nach einem neuen Schlüssel verteilt. Dieser orientiert sich stärker an einem Leistungskatalog. Das Konsumentenforum (kf) fühlt sich benachteiligt und prüft eine Klage gegen den Bund.

Jährlich unterstützt der Bund die Konsumentenorganisation mit  einem Beitrag von 1 Million Franken. Davon kommen 900'000 Franken  vier Organisationen zugute, darunter das kf sowie die Stiftung für  Konsumentenschutz (SKS). 80 Prozent dieses Betrags werden nach  einem fixen Schlüssel verteilt.

Am 1. Juli 2013 tritt nun eine neue Verordnung in Kraft. Diese  sieht vor, den fixen Betrag bis 2017 sukzessive auf 225'000 Franken  zu reduzieren. 75 Prozent der Gelder sollen dannzumal nach einem  leistungsorientierten Schlüssel verteilt werden, wie das Eidg. Büro  für Konsumentenfragen (BFK) diese Woche mitteilte.

Gegen den neuen Verteilschlüssel wehrt sich das  Konsumentenforum, das sich als unabhängige, liberale  Konsumentenorganisation bezeichnet. Gemäss den Berechnungen von  Geschäftsführer Michel Rudin steht dem kf mit dem neuen Schlüssel  massiv weniger Geld zur Verfügung, was die Existenz des  Konsumentenforums gefährden könnte.

Konsumentenforum prüft Klage

Das kf prüft deshalb eine Klage gegen den Bund. Rudin bestätigte  auf Anfrage einen Bericht im «Blick». Der Verein stellt sich dabei  auf den Standpunkt, dass sich die revidierte Verordnung mit dem  übergeordneten Konsumenteninformationsgesetz beisst.

Neben den finanziellen Nachteilen weist der Verteilschlüssel aus  der Sicht Rudins auch inhaltliche Schwächen auf. Es sei  unverständlich, weshalb 5 Prozent des variablen Teils für die  Teilnahme am Projekt preisbarometer.ch verteilt würden.

Der Preisbarometer vergleicht die Preise von Markenprodukten in  der Schweiz mit jenen im Ausland. Er war im vergangenen Herbst  unter anderem auch vom kf ins Leben gerufen worden. Inzwischen  prüft das Konsumentenforum aber einen Ausstieg aus dem Projekt,  weil der Barometer gemäss Rudin «einfach nicht funktioniert».

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