
Nach drei intensiven Ausbildungsjahren durften die frisch Diplomierten am Bildungszentrum Wallierhof ihre Fähigkeitszeugnisse entgegennehmen.
Michael Schenk
Am Bildungszentrum Wallierhof in Riedholz wurde gefeiert, was in drei intensiven Ausbildungsjahren gewachsen ist: 49 junge Landwirtinnen und Landwirte durften ihr eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) entgegennehmen.
Ehrgeiz bei Raphael Zurlinden
Im Rückblick der Absolventinnen und Absolventen lief auf Leinwand die ungeschminkte Wahrheit aus drei Jahren Wallierhof: Blicke, die irgendwo zwischen Fachkompetenz, Frühaufstehen und geistigem Notstrom pendelten; Studienreise-Bilder mit Erinnerungswert und Restalkohol-Ästhetik, Skilagerszenen mit Hanglage sowie Fotos, bei denen man spürte: Nicht jede Aufnahme war als Beitrag zur beruflichen Reputation gedacht.
Den besten Abschluss des Jahrgangs erzielte Raphael Zurlinden aus Niederbipp BE mit der Note 5,7. Der 26-Jährige hat bereits eine Lehre als Landmaschinenmechaniker absolviert. «Ich finde diese Kombi ideal. Zudem wollte ich nicht einfach einen Direktzahlungskurs machen, sondern den Beruf richtig lernen», sagte er. Den Aufwand einer berufsbegleitenden Zweitlehre habe er anfangs etwas unterschätzt. «Zum Teil kommt man mit Beruf, Verein, Alltag et cetera schon an den Anschlag», sagt er. 2028 will er den elterlichen Mutterkuhbetrieb am Jurasüdfuss übernehmen. Zum Betrieb gehören rund 20 Kühe und etwas Ackerbau mit Direktvermarktung.
Betriebsleiter des Leimenhofs hielt Vortrag
Auf dem Lehrbetrieb in Adelboden erhielt er «sehr spannende und lehrreiche Einblicke» in die Berglandwirtschaft. Ehrgeiz scheint bei den Zurlindens notabene in der Familie zu liegen. Raphael Zurlinden sitzt als Beisitzer im Vorstand des Skiclubs Niederbipp. Seine Schwester Daria gehört zum Swiss-Ski-B-Kader und hat im letzten Winter in St. Moritz ihr Debüt im Weltcup gegeben. Ob auf Schnee oder auf dem Hof: Leistung entsteht nicht zufällig, sondern mit Ausdauer, Disziplin und Freude an der Sache.
Den Festvortrag hielt René Ritter, Landwirt und Betriebsleiter des Leimenhofs in Wenslingen BL. Er ermutigte die Berufsleute, ihren Weg mit Selbstbewusstsein zu gehen. Landwirtschaft brauche Fachwissen, Dialogbereitschaft und Stolz auf die eigene Leistung. Sein prägnanter Satz: «Ja sagen gibt Umsatz. Nein sagen gibt Gewinn.» Für die frisch Diplomierten war es ein passender Schlusspunkt: Wertvolles wächst nicht von allein – aber am Wallierhof hat es sichtbar Früchte getragen.
Absolventinnen und Absolventen
Fabian Ackermann, Härkingen SO; Filip Ackermann, Wolfwil SO; Marek Bader, Ramiswil SO; Mike Balmer, Därligen BE; Lukas Bläsi, Bellach SO; Reto Burch, Aedermannsdorf SO; Niklas Burkolter, Küttigkofen SO; Tobias Fischer, Neuendorf SO; Sven Fontaine, Villarimboud FR; Nicolas Frei, Mariastein SO; Selina Friedberger, Schwarzenbach (Huttwil) BE; Bahram Glanzmann, Hasle b. Burgdorf BE; Seraina Glanzmann, Walterswil BE; Anouk Grossholz, Therwil BL; Jeremy Haase, Mühledorf SO; Daniela Huldi, Egerkingen SO; Reto Ingold, Oftringen AG; Gilles Jenni, Vinelz BE; Jamin Jörg, Schwarzenbach (Huttwil) BE; Sven Kempf, Wisen SO; Simon Klossner, Heimberg BE; Liam Kos, Zeglingen BL; Noah Lerch, Walliswil b. Wangen BE; Noël Locher, Hersiwil SO; Nicco Longhi, Kienberg SO; Tabea Meier, Obergösgen SO; Stephan Meister, Matzendorf SO; Martin Minger, Mülchi BE; Jonas Müller, Attiswil BE; Flavia Näf, Lostorf SO; Leo Neef, Derendingen SO; Simon Nussbaumer, Mümliswil SO; Selina Oberli, Niederbipp BE; Silas Rippstein, Kienberg SO; Daniel Rüegg, Flumenthal SO; Samuel Ryf, Günsberg SO; Claudia Saner, Beinwil SO; Zoe Schär, Selzach SO; Valentin Scherz, Kleinlützel SO; Alexandra Schmid, Seewen SO; Leon Spielmann, Messen SO; Marion Staufer, Lostorf SO; Jeremias Studer, Niederwil SO; Sandro Vogt, Aedermannsdorf SO; David Walser, Mümliswil SO; Florian Werthmüller, Mülchi BE; Corsin Wigger, Matzendorf SO; Fabian Wüthrich, Wynau BE; Raphael Zurlinden, Niederbipp BE