
Christoph Rothhaupt entschied sich aufgrund seiner Depression, die Viehwirtschaft aufzugeben.
ZDF
Es gab eine Zeit in Christoph Rothhaupts Leben, in der er morgens nicht wusste, wie er seine Tiere versorgen soll. Ihm geht es wie vielen Landwirten. In der Schweiz sind rund 12 Prozent der landwirtschaftlichen Bevölkerung von einem Burnout betroffen. Das sind doppelt so viele wie im Rest der Gesellschaft.
Tiefe Verbundenheit zu den Tieren
«Die täglichen Herausforderungen in der Landwirtschaft sind gross: harte Arbeit, viel Leidenschaft für den Beruf und eine tiefe Verbundenheit zur Umwelt und den Tieren», schreibt die Forschungsanstalt für biologischen Landbau im Zusammenhang mit ihrem neusten Podcast.
Diese Verbundenheit bringe oft auch enorme Herausforderungen mit sich: Unwägbarkeiten des Wetters, wirtschaftlicher Druck, nicht beeinflussbare politische Rahmenbedingungen sowie eine grosse Verantwortung für Tiere und Familie, und manchmal auch soziale Isolation. «Diese Belastungen können Spuren hinterlassen – nicht nur auf dem Acker, sondern auch in der Seele der Menschen, die ihn bewirtschaften», schreibt das Fibl.
Leerer Kuhstall
Oft werde über diese inneren Kämpfe zu wenig oder gar nicht gesprochen, teils aus Scham, teils aus dem Gefühl, allein zu sein. «Doch es ist Zeit, hinzuschauen und zuzuhören, denn eine nachhaltige Landwirtschaft braucht auch gesunde Menschen, die sie betreiben», so die Meinung des Fibl. Darum hat die Forschungsanstalt einen Podcast zum Thema gemacht.
Darin spricht Christoph Rothhaupt aus der Region Franken (D) über die schwere Zeit, nachdem er den Hof von seinem Vater übernommen hat. Heute ist der Kuhstall leer. Der junge Landwirt konnte die Arbeit auf dem Hof nicht mehr allein stemmen. Zusammen mit der Fibl-Mitarbeiterin Anna Schmitz spricht er darüber, wie Anzeichen von Überforderung erkannt werden können, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt und welche Rolle die Gemeinschaft dabei spielen kann.
Dieses Jahr den Betrieb übernommen. Die letzten 5 Tage total 80h gearbeitet zum Teil den ganzen Tag ohne pausen. Klar ich hätte Bodenbearbeitung und Grassaat an Lohnunternehmer überlassen können und mich dadurch zu entlasten. Konnte dadurch aber viele externe Kosten einsparen. Wenn ich bei einem Stundenlohn von ca 17.-- melken bin muss ich aber wieder viele Stunden arbeiten bis ich diese Kosten wieder drin habe. Bei einem höheren Milchpreis(repektv.Stundenlohn) könnte man öfters auf den Lohnunternehmer zurückgreifen. (Ich bin mir bewusst dass diese Situation auf Dauer nicht gesund ist. Ab morgen sollte es hoffentlich wieder etwas ruhiger werden)
Und plötzlich steht man alleine. Schafft die einfachsten Sachen nicht. Elend ist, welche Figuren die einem in so einer Situation versuchen ans Bein zu pinkeln.