Pflanzliche Raclette-Alternative sorgt für Empörung

Agroscope hat eine pflanzliche Raclette-Alternative entwickelt, die aus Schweizer Rohstoffen besteht. Aus dem Wallis kommen empörte Stimmen, die fordern, dass der Bundesrat handelt. 

the/ome |

Agroscope, das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, hat im Rahmen eines Innosuisse-Projekts gemeinsam mit der Seiler Käserei in Giswil OW und der Ölmühle Florin in Muttenz BL eine pflanzliche Raclette-Alternative aus lokalem Sonnenblumenpresskuchen entwickelt.

Lokales Nebenprodukt

Das Produkt überzeuge durch gute Schmelzeigenschaften, ausgeprägte Fermentationsaromen und den Verzicht auf Zusatzstoffe, heisst es in einer Mitteilung von Agroscope. Zudem erfülle das Produkt die Swissness-Vorgaben.

Bei der Ölpressung von geschälten Sonnenblumenkernen entsteht Sonnenblumenpresskuchen, ein lokales Nebenprodukt, das als Basis für die Raclette-Alternative dient. Bei der Herstellung wird der Rohstoff zunächst erhitzt und anschliessend auf Fermentationstemperatur gekühlt. Danach wird er mit einer Milchsäurebakterienkultur versetzt und bei Raumtemperatur fermentiert. Dann wird das Produkt zwei Wochen im Kühlraum ausgehärtet. 

Walliser Verägerung dringt bis ins Bundeshaus vor

Ständerätin Marianne Maret (Die Mitte, VS) kritisiert das Forschungszentrum des Bundes scharf und will den Bundesrat mittels einer Interpellation dazu bringen, die Verwendung öffentlicher Geldern für ein Produkt zu erklären, das ihrer Ansicht nach direkt mit der Schweizer Milchwirtschaft konkurriert.

Wie der «Blick» berichtet, störte sich Maret anfangs auch an der französischen Version der Pressemitteilung von Agroscope. Darin sei zunächst von einem «pflanzlichen Raclette» die Rede gewesen, was die Politikerin als irreführend empfand. Erst nach Protesten wurde der Text entsprechend der deutschen Version in «pflanzliche Raclette-Alternative» geändert. Maret möchte vom Bundesrat deshalb auch wissen, wie ein solches pflanzliches Produkt korrekt benannt werden darf, um Konsumentinnen und Konsumenten nicht in die Irre zu führen. Die Antwort des Bundesrats wird im März erwartet.

Agroscope werde die Rezeptur der pflanzlichen Raclette-Alternative veröffentlichen, heisst es in der Medienmitteilung des Kompetenzzentrums. Ein erster Vertriebspartner sei bereits gefunden worden. Für die Markteinführung werden noch bis am 30. Januar 2026 interessierte Herstellungsbetriebe gesucht.

Kommentare (3)

Sortieren nach: Likes | Datum
  • Mimimi | 09.12.2025
    Ist doch toll: verwenden statt verschwenden. Was gibt es da zu jammern?
  • Thurgauner | 09.12.2025

    Bestrafen sollte man das: das verblödete Steuergeld abziehen vom Lohn.so käme Agroscope auf den Boden zurück.

  • Betschart Walter | 08.12.2025
    Dummheit auf Bundesgelder-Kosten kennt keine Grenzen. Narrenfreiheit ist heute weit verbreitet.
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