Sport und Bewegung im Freien bleiben beliebt

Sport treiben die Menschen in der Schweiz am liebsten draussen. Wandern, Velofahren, Schwimmen, Skifahren und Joggen sind zwar am beliebtesten. Doch Krafttraining im Fitnesszentrum und Yoga erleben einen Boom.

sda |

Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und das Bundesamt für Sport (Baspo) haben am Dienstag in Bern die Studie «Sport Schweiz 2026» vorgestellt. Gegen 15'000 Personen ab 15 Jahren nahmen an der alle sechs Jahre stattfindenden Befragung teil.

Jede sechste Person inaktiv

Rund die Hälfte – 52 Prozent – zählen sich zu den sportlich sehr Aktiven. Das heisst, sie treiben pro Woche mehrmals Sport, während mindestens insgesamt drei Stunden. Weitere 22 Prozent der Antwortenden sind mindestens einmal pro Woche weniger als drei Stunden lang sportlich aktiv. 9 Prozent treiben selten Sport und 17 Prozent gar nie. Das ist rund jede sechste Person im Land.

Nachdem der Anteil der sportlich sehr Aktiven seit Mitte der 1990er-Jahre gewachsen war, veränderten sich diese Anteile zwischen 2020 und 2026 kaum noch. «Diese Stabilisierung ist keine Krise», sagte Sportminister Martin Pfister vor den Medien. Aber der zuvor erreichte Fortschritt müsse gepflegt werden.

Wandern am beliebtesten

Beliebteste Schweizer Sportart ist das Wandern. 49 Prozent der Antwortenden sind in sportlichem Stil zu Fuss unterwegs. Velofahren – ohne Mountainbiking – wurde von 34 Prozent genannt, Schwimmen von 25 Prozent und Skifahren und Joggen von je 23 Prozent. Die Anteile sind rückläufig, vor allem beim Skifahren und Schwimmen.

20 Prozent der Antwortenden gehen ins Krafttraining und 16 Prozent ins Yoga. Krafttraining und Yoga legten ab 2000 so stark zu wie nur wenige andere Sportarten und erleben einen Boom. Genannt werden in diesem Zusammenhang Klettern, Bergsteigen sowie Padel, ein dem Tennis ähnelnder Ballsport mit Schläger.

Lieber Fitnesscenter als Sportverein

Die Studie zeigt auch, dass mittlerweile mehr Erwachsene Mitglied in einem Fitnesscenter sind als in einem Sportverein. Baspo-Direktorin Sandra Felix vermutete Flexibilität als Grund. Die Menschen wollten dann Sport treiben, wenn sie Zeit dafür hätten. Häufiger als Erwachsene gehen Kinder und Jugendliche in Sportvereine, verlassen diese aber oft am Ende der obligatorischen Schulzeit.

Beim Sporttreiben gibt es nach wie vor soziale Unterschiede. Die Studie erinnert ans 19. Jahrhundert, als Sport in England sich in der Mittel- und der Oberschicht ausbreitete. Weder die Öffnung des Sports für alle noch politische Leitlinien und Förderung hätten an dieser Ungleichheit in den vergangenen zwanzig Jahren etwas zu ändern vermocht. «Wer weniger Geld hat, treibt weniger Sport», sagte Pfister. Ein ebenfalls häufig genannter Grund, nicht aktiv Sport zu treiben, war fehlende Zeit und Lust.

Sportlich nicht Aktive haben zudem überdurchschnittlich häufig lediglich die obligatorischen Schulen absolviert oder gehen keiner Erwerbsarbeit nach. Auch in der Landwirtschaft Tätige gehören zu dieser Gruppe. Dagegen sind Pensionierte und junge Erwachsene überdurchschnittlich sportlich aktiv.

Weniger Sportaffine im Tessin

Frauen sind etwas öfter sportlich inaktiv als Männer. Und in der Deutschschweiz ist der Anteil der Nichtsportlerinnen und -sportler kleiner als in der Westschweiz und im Tessin. Man gehe von einem Zusammenhang mit den im Südkanton stärkeren Einschränkungen in der Pandemie aus, sagte Pfister.

Ziel müsse sein, dass im Tessin ebenso viel Sport getrieben werde wie im Rest der Schweiz. Ebenfalls Auswirkungen der Pandemie könnten die in der Studie festgestellte Verlagerung der sportlichen Aktivitäten in die eigenen vier Wände sowie das vermehrte Nutzen von Online-Tools für die Anleitung zu Sport und Bewegung sein.

Sportförderung sei mehr, als Sportanlagen zu verbessern und Vereine zu fördern, sagte Pfister. «Es braucht leicht zugängliche Angebote im öffentlichen Raum.» Ziel sei, noch mehr Menschen zu Sport und Bewegung zu motivieren und leichte Zugänge zu Sport zu schaffen.

Zurzeit ist eine neue Strategie «Sport und Bewegung» in Arbeit. Der Bundesrat wird in einigen Monaten darüber entscheiden, wie Pfister ausführte.

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