In einer Auswertung von 40 Zukunftsszenarien erhielt die Vorstellung einer «florierenden Natur dank bewusstem Konsum und verantwortungsvoller Produktion» die grösste Zustimmung, wie der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Vereins Monda Futura zu entnehmen war. Auf einer Skala von -2 für Widerstand bis 2 für Unterstützung erzielte das Szenario einen Wert von 1.6.
Mehr Handwerk, weniger KI
Ebenfalls hohe Zustimmungswerte erreichten zum Beispiel eine saisonale und regionale Lebensmittelproduktion (1.58), eine wirtschaftliche Renaissance des Handwerks (1.46) sowie eine Kreislaufwirtschaft im Dienst von Umwelt und Gemeinwohl (1.34). Anklang fanden aber auch liberale Vorstellungen wie eine starke direkte Demokratie mit einem minimalen Staatsapparat (1.02).
Am schlechtesten bewerteten die Befragten das Szenario einer «datengetriebenen Präzisionsgesundheit» (Wert von -0.24). Auch ein Alltag mit deutlich mehr Künstlicher Intelligenz stiess (-0.21) auf Ablehnung. Das steht im Gegensatz zur zunehmenden Verbreitung der KI-Nutzung: Einer Comparis-Studie vom Frühling zufolge nutzen 76,1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in der Schweiz KI-Chatbots.
Ideen
Teil dieser Szenarien sind sehr konkrete, mehr oder weniger utopische Ideen: Das Zukunftsbild «Reflektierte Lebensführung im Einklang mit der Natur» schlug etwa vor, dass Bundesrats- und Parlamentsmitglieder vor den Sitzungen meditieren. Mit der Bewertung 1.12 fand diese Vorstellung durchaus Zustimmung. Eher bescheiden bewerteten die Befragten hingegen Mobilitätstechnologien, die geografische Distanzen beinahe auflösen: Die Idee «In 80 Minuten um die Welt» erzielte einen Wert von 0.17.
Für den Schweizer Zukunftskompass hat der vom Migros-Pionierfonds finanzierte Verein Monda Futura gemeinsam mit rund 1300 Menschen Zukunftswünsche erarbeitet. Im Anschluss befragte das Forschungsinstitut GFS Bern mehr als 2200 Personen zu diesen Szenarien.
